AfD-„Parteiphilosoph“ bei neurechtem Kongress

Schnellroda – AfD-„Parteiphilosoph“ Marc Jongen, stellvertretender Sprecher des baden-württembergischen Landesverbandes, tritt im November beim neurechten „Institut für Staatspolitik“ (IfS) als Referent auf.

Donnerstag, 29. September 2016
Redaktion

Jongen soll beim „V. Staatspolitischen Kongreß“ des Instituts am 5. und 6. November über die Frage „Was ist und wozu brauchen wir eine Leitkultur?“ referieren. In der Einladung des IfS wird er als „einer der programmatisch profilierten Köpfe der AfD“ angekündigt. Jongen fungiert in der baden-württembergischen AfD als „Programmkoordinator“. Dem Vorstand des Landesverbandes gehört er seit dessen Gründung im April 2013 an. Im Januar 2014 stieg er zum stellvertretenden Landessprecher auf. Auch auf Bundesebene arbeitet der Philosophie-Dozent, der in einigen Medien gar als „Parteiphilosoph“ der AfD gehandelt wird, in der Programmkommission mit.

In wenigen Monaten könnte er von seinem Arbeitsplatz an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung ins Europa-Parlament wechseln: Wenn der EU-Abgeordnete Marcus Pretzell nach der Wahl in NRW im kommenden Mai in den Düsseldorfer Landtag umzieht (bnr.de berichtete), wäre Jongen sein Nachfolger.

Jongen ist nicht der erste AfD-Politiker, der bei dem neurechten Institut im sachsen-anhaltinischen Schnellroda zu Gast ist. Beim „Staatspolitischen Kongreß“ im November 2015 sprach dort der AfD-Rechtsaußen Björn Höcke und machte mit seinen – selbst von Parteifreunden als rassistisch gewerteten – Äußerungen über die „unterschiedlichen Reproduktionsstrategien“ in Afrika einerseits und in Europa andererseits Schlagzeilen. (bnr.de berichtete) (rr)

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