von Redaktion
   

AfD-Landesparteitag: Arppe und Federau fallen bei Sprecherwahl durch

Auf dem gestrigen Landesparteitag der Alternative für Deutschland nahm Ex-Sprecher Holger Arppe einen neuen Anlauf an die Parteispitze – und scheiterte. Nicht mehr im Vorstand vertreten ist die wegen ihrer fremdenfeindlichen Äußerungen umstrittene Petra Federau. Geführt wird die Nordost-AfD weiterhin von Leif-Erik Holm und Matthias Manthei.

Für ihn gibt es zunächst kein Comeback an der Spitze der Landes-AfD: Holger Arppe (Foto: Oliver Cruzcampo, Archiv)

Knapp zehn Monate vor der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern stottert der Wahlkampfmotor der Alternative für Deutschland. Statt der angemeldeten 2.000 Teilnehmer beteiligten sich am Samstag nur rund 400 Anhänger an einer unter dem Motto „Asylchaos stoppen“ stehenden Demonstration in Schwerin – mit einem Anti-Asyl-Wahlkampf möchten die „Blauen“ am 4. September 2016 die Fünf-Prozent-Hürde überwinden. Auch der Landesparteitag, der nur einen Tag später in Güstrow über die Bühne ging, sendete kein Signal der Geschlossenheit.

Ins Auge stechen vor allem zwei Personalien. Petra Federau ist im neugewählten Vorstand nicht mehr vertreten. Die letzte der drei ursprünglich gewählten Schweriner AfD-Stadtverordneten begleitete bislang das Amt einer Beisitzerin, sah sich am Wochenende wohl aber zu Höherem berufen. In einer Kampfabstimmung um einen der beiden Sprecher-Plätze entfielen 26 Stimmen auf die 46-Jährige – das schlechteste Ergebnis aller vier Bewerber. Womöglich haben ihre umstrittenen Postings auf Facebook – die Leiterin der Schweriner AfD-Geschäftsstelle sprach von einer „Hexenjagd“ – ihrem Ansehen in der Partei geschadet.

Arppe durchgefallen

Bei den Delegierten mit 31 Ja-Stimmen durchgefallen ist mit Holger Arppe ein weiteres „Parteischwergewicht“. Der aktuelle Rostocker AfD-Kreisverbandsvize hatte erst vor einem Jahr auf eine erneute Kandidatur als Sprecher des hiesigen Landesverbandes verzichtet. Als Gründe nannte er damals seine kommunalpolitischen Verpflichtungen. Tatsächlich könnte aber das gegen ihn laufende Strafverfahren, das mit einer Verurteilung wegen Volksverhetzung endete, den Ausschlag für den vorübergehenden Rückzug Arppes gegeben haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der AfD-Mann hat Berufung eingelegt. Die Verurteilung hinderte die Delegierten jedenfalls nicht daran, ihn als Beisitzer in ihr oberstes Gremium auf Landesebene zu wählen.

Matthias Manthei als Redner in Schwerin (Foto: ENDSTATION RECHTS., Archiv)

Mit Leif-Erik Holm und Matthias Manthei bleibt die AfD-Spitze unverändert. Die beiden Redner der Abschlusskundgebung vom letzten Samstag wurden laut der Schweriner Volkszeitung, die sich auf einen AfD-Sprecher beruft, 50 bzw. 45 Mal auf den Wahlscheinen angekreuzt. Insgesamt seien 75 Stimmen abgegeben worden. Vor einem Jahr hatte Manthei mit 94 von 103 Stimmen noch eine deutlich höhere Zustimmung eingefahren, der ehemalige Radiomoderator und derzeitige Angestellte der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch, Holm, hingegen verbesserte sein Ergebnis (2014: 52 von 103 Stimmen).

Gauland hält Rede

Schatzmeisterin bleibt Ulrike Schielke-Ziesing, dem Landesvorstand gehören darüber hinaus mit Bernhard Wildt, Lars Löwe, Enrico Komning und dem bereits erwähnten Holger Arppe vier weitere Männer an. In ganz Mecklenburg-Vorpommern besitzt die AfD nach eigenen Angaben 400 Mitglieder. Mit Alexander Gauland steuerte der Vorsitzende der brandenburgischen AfD-Landtagsfraktion eine Gastrede bei.

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