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AfD lässt Maske fallen: Kreistagsmitglieder kündigen mögliche Unterstützung der NPD an

Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern der selbsternannten Alternative für Deutschland (AfD) torpediert das von Parteisprecher Bernd Lucke wie eine Monstranz getragene Image einer „nicht-rechten“ Partei. Während die Staatsanwaltschaft gegen Landeschef Holger Arppe wegen des Verdachts auf Volksverhetzung ermittelt(e), denken die AfD-Kreisräte in Nordwestmecklenburg über eine Unterstützung von NPD-Anträgen nach. Ohnehin scheinen die Hobbypolitiker keine Berührungsängste zu David Böttcher zu haben, dem Personenschützer des NPD-Bundesvorsitzenden Udo Pastörs.

Pullover der bei Neonazis beliebten Marke "Eric and Sons" auf einer AfD-Veranstaltung (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

„Wir sind nicht im mindesten eine rechte Partei“ verkündete der Sprecher der euro-kritischen Alternative für Deutschland (AfD), Bernd Lucke, am Wahlabend des 25. Mai. Gerade war seine Truppe aus dem Stand mit 7,1 Prozent der Stimmen ins Europaparlament eingezogen. Die sieben AfD-Abgeordneten, unter denen sich neben Lucke der frühere BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel befindet, konnten vor Kraft kaum laufen. Eine Zusammenarbeit mit nicht-gemäßigten Kräften auf der europäischen Bühne schloss Lucke damals aus, wenig später trat die AfD der Fraktion der „Europäischen Konservativen und Reformisten“ (EKR) bei.

Doch das von der Parteiführung mühsam aufgebaute – freilich wenig glaubhafte – Image wird von Luckes Fußtruppen umgehend wieder eingerissen. Die Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen den Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern, Holger Arppe, sind nur ein Beispiel. Der Rostocker Galerist soll im Internet zu Gewalt gegen Araber und Muslime aufgerufen haben. Zuletzt hatte zusätzlich ein Schweriner AfD-Wahlkämpfer für Schlagzeilen gesorgt. Der hochrangige Polizist steht im Verdacht, an einem Infostand Jugendliche mit Reizgas besprüht zu haben. Später soll er, so lauten zumindest NDR-Informationen, versucht haben, den Vorfall zu vertuschen. Danach folgte eine Razzia bei dem leitenden Beamten. 

In der Kritik: AfD-Landeschef Holger Arppe

Zustimmung zu NPD-Anträgen möglich

Bei der gestrigen konstituierenden Sitzung des Kreistages des Landkreises Nordwestmecklenburg weigerte sich die dreiköpfige AfD-Gruppe eine Erklärung zu unterstützen, die sich gegen Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie ausspricht. In dem Papier vereinbaren die Unterzeichnenden, parlamentarische Initiativen der NPD ins Leere laufen zu lassen. Im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern findet eine ähnliche Absprache bereits seit dem Einzug der NPD im Jahre 2006 Anwendung. Der „Schweriner Weg“ sieht u. a. vor, NPD-Anträge geschlossen abzulehnen. Außerdem antwortet immer nur ein Vertreter der demokratischen Parteien auf die Redebeiträge der Rechtsextremisten, um den menschenverachtenden Ansichten nicht zu viel Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen.

Über eine geschlossene Front müssen sich die beiden NPD-Vertreter David Böttcher und Janette Krüger, Ehefrau des kürzlich aus der Haft entlassenen militanten Neonazis Sven Krüger, keine Sorgen machen. Die drei AfD-Kommunalpolitiker Christoph Grimm, Jörg Schlegel und Michael Tauchert, die zusammen mit Olaf Claus von den „Freien Wählern“ eine Fraktion bilden, wollen nach Taucherts Worten vielmehr alle Vorschläge befürworten, die im Interesse der Bürger seien. Von wem die Anträge eingebracht werden, spiele für die Eurokritiker, denen eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung „wohlstandschauvinistische, marktradikale wie zum Teil auch nationalistische und kulturalisierende Tendenzen“ bescheinigt, keine Rolle.

Bernd Lucke - Die Fußtruppen machen ihm zu schaffen

Auffällige Nähe zu NPD-Aktivisten

Vielerorts versucht die NPD, mit einer vermeintlichen „Kümmerer“-Mentalität zu punkten. Hierzu bringt sie in die Volksvertretungen Anträge mit einem auf den ersten Blick unverfänglichen Inhalt ein. Durch das so gepflegte bürgerlich-seriöse Erscheinungsbild möchten die Rechtsextremisten tief in der lokalen Gesellschaft wurzeln. Ihre ideologischen Grundsätze schmeißen sie dafür freilich nicht über Bord – diese werden vielmehr hinter einer Biedermannfassade versteckt. Die Parteistrategen haben sich eine gewisse ideologische Zurückhaltung auferlegt, um nicht direkt mit der Tür ins Haus zu fallen. Vollkommen ohne Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus kommen aber die angepasstesten NPD-Vertreter nicht aus: Ist die Katze ihrer Weltanschauung erst aus dem Sack, laden sie auch vordergründig unverfängliche Fragestellungen völkisch auf.

Beobachter berichteten ENDSTATION RECHTS. über eine kaum vorhandene Distanz der AfD-Kreistagsmitglieder zu David Böttcher. Offensichtlich unterhielt sich der Bodyguard des vorbestraften NPD-Fraktionsvorsitzenden im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, am Rande der Sitzung angeregt mit seinen neuen „Kollegen“. Kein Wunder, dass der 32-jährige Angestellte seine Genugtuung über die ungewöhnliche Entwicklung mit einem breiten Grinsen zum Ausdruck brachte.

Kommentare(26)

Michael Tauchert Donnerstag, 03.Juli 2014, 14:34 Uhr:
Liebe Redaktion,
Der Schweriner Weg ist uns zu wenig und zu einfallslos. Da sollte schon mehr passieren, das die NPD überflüssig wird. Diese Idee steckt hinter unseren Überlegungen.

Hier der Wortlaut unseres Statements:

Der "Schweriner Weg" "ist eine in weiten Teilen erfolglose Strategie, die in erster Linie eine breite zivilgesellschaftliche Debatte über die „NPD“ und ihre Themen verhindert. Konfliktthemen würden dadurch nicht offensiv angegangen, sondern teilweise vermieden". Siehe auch die Studie von Marcel Winter
Ein Boykott, wie den „Schweriner Weg“ mit dem die Parteien der „NPD“ begegnen, reicht nicht aus, um die Rechtsextremisten "zu entzaubern".
2.
Jeder Vertreter des Kreistages wurde demokratisch vom Volk gewählt. Die Justiz hat zu entscheiden, welche Partei dem Grundgesetz entspricht und welche nicht. Nicht aber die Politik.
Im Interesse der Bürger dieses Landes werden wir Vorschläge befürworten, die sich positiv auf die Entwicklung unseres Landes auswirken, unabhängig von wem sie gemacht wurden.
 
Ocón, José S. Donnerstag, 03.Juli 2014, 15:27 Uhr:
Soviel zum Thema Glaubwürdigkeit der AfD. Nun hoffe ich, dass vielen Naiven und Blauäugigen die Augen und das Hirn aufgehen!!!!!
 
Gorm der Alte Donnerstag, 03.Juli 2014, 15:34 Uhr:
Wenn Anstand, demokratischer Abstand in Ihrem Denken Herr Tauchert nicht vorkommt dann werden Sie und die AfD daran gemessen werden. Sich mit erklärten Feinden der Demokratie nach Bedarf gemein zu machen führt in den Geruch der heimlichen Kumpanei, oder ist Ihnen die Ausssage Pasteurs über die " Judenrepublik " schon nicht mehr gegenwärtig ? Aktuell ebenfalls die Ansagen auf dem Rechtsrockkonzert von Malina, wenn das alles Ihre heimliche Zustimmung findet dann werden Sie mit der konsequenten Ablehung Ihrer Positionen durch die dem Grundgesetz verpflichteten Demokraten rechnen müssen. Es gibt nichts Gutes im Schlechten, mit Politikern von Fall zu Fall zu paktieren, die diese Demokratie durch eine völkische Diktatur ersetzen wollen ist unakzeptalel und gehört sich einfach nicht. Der Geruch der Kumpanei bleibt unerträglich.
 
LeoE Donnerstag, 03.Juli 2014, 16:09 Uhr:
Vielen herzlichen Dank für so intensiv recherchierte und meinungstolerante Berichterstattung.
Ihr vordergründiges Ziel, die AfD durch grundlose und haarsträubende Darstellung falscher und verdrehter Tatsachen in ein fahles Licht zu rücken, sollte Ihnen mit diesem Artikel geglückt sein. Auch wenn man von Ihrem Medium als solches sicher keine neutrale Berichterstattung zu erwarten hat, gehen die hier vorgetragenen Anschuldigungen doch deutlich zu weit!

Waren sie denn hierbei selbst betroffen, als sie wie so oft demokratisch legitimierten Wahlkampf durch primitive Sachbeschädigungen und andere Störaktionen zu verhindern suchten? Scheinbar ja und somit auch passend, dass man Hass gegen politische Meinungsgegner und Polizei unter einen Hut bekommt...
" Der hochrangige Polizist steht im Verdacht, an einem Infostand Jugendliche mit Reizgas besprüht zu haben"

Auch besonders herzallerliebst ist Ihr Lippenbekenntnis zum Mangel an demokratischem Verständnis, der Sie näher zum Faschismus rückt, als es mancher NPDler in seiner Unwissenheit gern sein würde.
"Die drei AfD-Kommunalpolitiker [...] wollen nach Taucherts Worten vielmehr alle Vorschläge befürworten, die im Interesse der Bürger seien."
Dass hier geschlussfolgert wird, dass selbst die NPD, gerade komunalpolitisch auch einmal Recht haben kann, führt die AfD natürlich auf den direkten Weg zur Wurzel der NSDAP. Ich hätte Ihnen dann doch etwas mehr Toleranz zugetraut, aber Widerstand lebt eben nur von Protest. Na Prost
 
Robo Term Donnerstag, 03.Juli 2014, 16:39 Uhr:
Und schon kommen die AFD'ler aus den Ecken gekrochen. Allen voran der Selmsdorfer Michael Tauchert - seinesgleichen Stellvertrender Vorsitzender des Kreisverbandes MeckPom.

Ich erwarte ja auch schon gar nicht mehr, dass diese Menschen sich einmal inhaltlich mit der an sie gerichteten Kritik auseinandersetzen. Von daher wundern mich die Beiträge auch nicht wirklich.

Ich bin mal über den Ausgang des NPD-Verbotsverfahrens gespannt und auf die darauf folgenden Aussagen der AfD'ler, die sich hier zu Wort melden.
 
Irmela Mensah-Schramm Donnerstag, 03.Juli 2014, 16:44 Uhr:
Längst weiß ich, was es mit dem AfD in sichhat und längst verschwindet auch deren Propagandamaterial unter meinen Händen.
Ich lasse mir unsere noch halbwegs....intakte Demokratie nicht beschmutzen, weder von den Nazis noch von der AfD!
 
Monnemer Donnerstag, 03.Juli 2014, 16:50 Uhr:
@Michael Tauchert: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Daher keine Diskussion, Zusammenarbeit oder irgendwelche Debatten. EOD
 
Intoleranz nein danke! Donnerstag, 03.Juli 2014, 17:31 Uhr:
Also der letzte Wahlkampf hat mich gelehrt, dass praktisch jeder der nicht vor linksradikalen Forderungen sofort Kotau macht selbstverständlich ein Nazi ist. Daher habe ich für mich den Schluss gezogen, dass die Bestimmung, wer Nazi ist oder auch nicht von mir selbst und meinem - auf der freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehendem - Wertekanon getroffen wird, und nicht von irgendwelchen, dahergelaufenen und selbsternannten Schützern von...ihrer eigenen Meinung?

Fakt ist, dass Freiheitsrechte und Demokratieverständnis in Deutschland in den letzten Jahren massiv verkommen sind. Und im übrigen beweißt sich tagtäglich der Satz, dass die kommenden Faschisten im Gewand der Antifaschisten daherkommen wird - völlig zu Recht, wie man sehen kann. Denn wer lebt die faschistischen Ideale besser als die Antifa und Klüngel?

Im übrigen ist schon der Name dieser Seite ein Hohn auf die Demokratie. Denn "rechts" ist ein legitimer Standpunkt innerhalb des politischen Meinungsspektrums. Getoppt wird diese schwachsinnige Aussage nur noch von "Nie wieder Deutschland"...

Gewöhnt Euch schon mal um...ihr habts übertrieben und jetzt schlägt das Pendel zurück.
 
Intoleranz nein danke! Donnerstag, 03.Juli 2014, 17:42 Uhr:
"www.endstation-rechts.de orientiert sich trotz seiner Verortung in der sozialdemokratischen Familie an journalistischen Ansprüchen. Wir biegen die Wirklichkeit nicht nach unseren parteipolitischen Ansichten zurecht, sondern berichten im Interesse eines pluralen politischen Diskurses, so sachlich es eben geht. Dies im Interesse eines möglichst pluralen, sachlichen und unaufgeregten politischen Diskurses. Eine eigene Meinung können Sie sich schließlich ganz allein bilden."

...ach!
 
Roichi Donnerstag, 03.Juli 2014, 18:29 Uhr:
@ Michael T.

Schöne Statement. Unterstreicht sehr schön die Aussagen im Artikel.
Am Besten gefällt mir aber:
"Jeder Vertreter des Kreistages wurde demokratisch vom Volk gewählt. Die Justiz hat zu entscheiden, welche Partei dem Grundgesetz entspricht und welche nicht. Nicht aber die Politik."
So kann man sich auch von jeder Verantwortung freisprechen.
Oder sich selbst in die Tasche lügen.
Je nach dem.
Denn auch gewählte Vertreter dürfen und müssen eine Meinung haben.
Und diese dürfen und müssen sie vor ihren Wählern rechtfertigen. Wenn die Wähler also der Meinung sind, dass sie die NPD und ihre Ideologie nicht haben wollen, dann kann sich der Vertreter nicht einfach drüber hinwegsetzen. Jedenfalls nicht, ohne entsprechenden Gegenwind zu bekommen.
Da es aber ohnehin nur um Kosmetik im Auftreten ging, und nicht um inhaltliche Differenzen zuwischen AfD und NPD, wundert das Statement mehr, als die Zusammenarbeit.

Der alte Gorm hat den Rest schon gesagt, deshalb spare ich mir das.

@ Leo

Du kannst auch nur Pöbeln. Inhaltliche Kritik kannst du nicht vorbringen, und so bleibt es dann auch bei den üblichen Parolen und ein wenig Ablenkung.
Wie gut, dass du deine Behauptungen nicht belegen musst, dann brauchst du dich nicht gleich bei der Lüge ertappt fühlen, sondern erst, wenn man dich darauf stößt.
Jetzt.

" Ich hätte Ihnen dann doch etwas mehr Toleranz zugetraut,"

Andere dir vielleicht etwas mehr Verstand. Aber da kann man wohl nichts machen.
 
Ole Donnerstag, 03.Juli 2014, 19:26 Uhr:
@Intoleranz
Bitte beruhige dich. Schnappatmung ist nicht gesund.
Die AfDler wollen in der großen Politik mitspielen. Bei Gegenwind fangen sie an zu jammern und stellen sich als Opfer hin.
Demokratie bedeutet doch nicht, dass man jedem zuhören und ihm Recht geben muss.
Und zum von dir herbeigesehnten Endsieg: Ich vermute mal, das kannst du knicken. Frag die Spinner von der NPD, die können ein trauriges Lied davon singen.
 
RudolfDerHaarige Donnerstag, 03.Juli 2014, 20:00 Uhr:
Es ist immer wieder erstaunlich, wie leicht ihr Gutmenschen euch von der demokratisierten Diktatur der Altparteien blenden lasst. Ich bin wahrlich kein Freund des Nationalsozialismus, doch eine gesunde Portion Heimatgedanke würde unserer Politik garantiert nicht schaden. Wohin sind wir in den letzten 70 Jahren gekommen? Ich werde auf der Straße angespuckt und muss mich für meine Herkunft rechtfertigen, weil zwei Generationen vor mir der Teufel los war. Aber unser Geld, das nehmen sie gerne. Der Witz ist: wir haben ja gar kein Geld! Wir finanzieren kaputte Staaten, indem wir neue, horrende Schulden aufnehmen, die wir selbst auch nie wieder zurückzahlen können, weil es nur ein Tropfen auf den heißen Stein war und von Rettung nicht die Rede sein kann. Unsere eigene Bevölkerung nagt im Alter am Hungertuch, nach 50 Jahren ehrlicher Arbeit muss man Angst haben vor der Rente und geht weiter arbeiten bis man in die Kiste steigt. Dafür ist kein Geld da. Aber die verbonzte Politik beschließt eine erneute Diätenerhöhung, weil ein Jahresgehalt von 180.000€ hinten und vorne nicht zum leben reicht. Und dann kommen Parteien, die den Nationalgedanken auf der Flagge tragen und der geimpfte, schuldbewusste, deutsche Ja-Sager zieht Parallelen zum Dritten Reich und verteufelt die bösen Neonazis, ohne mal die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen zu wollen, die der Grund sind weshalb diese Randgruppen überhaupt wieder auf der Matte stehen. Pfui Teufel ihr Nestbeschmutzer!
 
Sonja Donnerstag, 03.Juli 2014, 21:29 Uhr:
@Roichi
"Denn auch gewählte Vertreter müssen und dürfen eine Meinung haben."
Mit Pflichten und Rechten kennst du dich genauso gut oder schlecht aus,
wie mit ihrer Anwendung.
"Aber da kann man wohl nichts machen."
Ach Roichi, wenn man dich von etwas befreit hat, kann man schon darauf
warten bis du dich neuerlich verfängst und es nicht alleine schaffst.
Keine Angst, wir schaffen das, alles wird gut.
P.S. Schreib mal wieder als Roichi auf anderen Seiten. Wir holen dann
die Karre wieder aus dem Dreck.
 
Malte Donnerstag, 03.Juli 2014, 21:39 Uhr:
"Fakt ist, dass Freiheitsrechte und Demokratieverständnis in Deutschland in den letzten Jahren massiv verkommen sind."
Fakt ist, dass das nicht stimmt. Deutschland ist eines der (wenn nicht das) freiesten Länder der Welt. Warum sich das in den letzten Jahren massiv verändern haben soll verschließt sich meinem Verständnis.

"der letzte Wahlkampf hat mich gelehrt, dass praktisch jeder der nicht vor linksradikalen Forderungen sofort Kotau macht selbstverständlich ein Nazi ist."
Nicht schlecht. Im selben Kommentar erwarten, dass man zwischen "rechts" und "rechtsradikal" differenziert und selbst jede "linke" Forderung direkt als "linksradikal" abstempeln.

"die kommenden Faschisten [werden] im Gewand der Antifaschisten daherkommen" Siehe vorangegangener Absatz. Die Mehrheit der "Antifaschisten", sprich derjenigen Menschen, die Nazis die Stirn bieten, entstammt der bürgerlichen Mitte. Hier gleich Faschismus zu unterstellen halte ich für ... gewagt, selbst wenn man dazu einen bekannten Politiker zitiert.
 
Dumbo Freitag, 04.Juli 2014, 13:23 Uhr:
"wollen nach Taucherts Worten vielmehr alle Vorschläge befürworten, die im Interesse der Bürger seien. Von wem die Anträge eingebracht werden, spiele für die Eurokritiker, denen eine Studie der Heinrich-Böll-Stiftung „wohlstandschauvinistische, marktradikale wie zum Teil auch nationalistische und kulturalisierende Tendenzen“ bescheinigt, keine Rolle. "

Das ist ja sooo schröcklich! Da wollen die AfD-Demokraten doch tatsächlich Anträgen von anderen demokratisch legitimierten Parteien zustimmen, wenn diese im Interesse der Bürger sind. Dass solch ein Gebaren eklatanten ANTIdemokraten nicht passt, leuchtet ein.

@Gorm

"Sich mit erklärten Feinden der Demokratie nach Bedarf gemein zu machen führt in den Geruch der heimlichen Kumpanei,"

Nö, das zeugt von wahrlich demokratischem Verständnis. Also das, was einige ANTIdemokraten der Blockparteien samt deren Anhängern noch dezidiert lernen müssen.

@Robo Term

"Und schon kommen die AFD'ler aus den Ecken gekrochen. "

Aus den Ecken gekrochen? Hört sich verdammt nach NS-Jargon an...aber dieser verwundert mich bei Faschisten auch nicht.

@Roichi

Außer deinen typischen roichi'schen Textbausteinen kommt da wieder nichts Substanzielles? Gähn...

@Malte

"Deutschland ist eines der (wenn nicht das) freiesten Länder der Welt. "

Für einen obrigkeitshörigen Systemling ist die BRD sicherlich der "freieste Staat der Welt". Das war im NS-Regime nicht anders. Die Adi-Jubelperser haben das faschistoide System freilich gar nicht wahrgenommen.
 
Brochhagen Freitag, 04.Juli 2014, 23:20 Uhr:
Nur um einmal zusammenzufassen: Diese Seite berichtet über einen VIELLEICHT bestehenden Verdacht auf Volksverhetzung von Seiten der AfD und macht damit Parole gegen eben diese Partei?! Wer diesen Bericht aufmerksam liest, wird seine Inhaltslosigkeit und seinen Versuch bestimmte Leute in die Rechtescene zu drängen schnell feststellen. Und mit "die Ehefrau von..." und "er steht im Verdacht,..." sind eben solche Aussagen, die darauf hinweisen. Die einzige klare Aussage in diesem Text ist, dass der Publizist versucht die AfD schlecht dastehen zu lassen und eine gewisse Anzahl von Leuten in ihrer Meinung ins Wanken zu bringen. Den Vorwurf, die Nähe zur NPD oder ähnlichen rechten Parteien oder Gruppierungen zu suchen, lässt viele Leute erzittern oder eben Abstand zu solchen Parteien suchen; was bis zu einem gewissen Grad auch verständlich ist. Nur ist eine angebliche Aussage von Einzelpersonen, einer an sich klar von der Rechtenszene abgegrenzten Partei, doch kein Hieb und Stich fester Beweis für eben diese Vorwürfe. Man versucht hier schon im Keim die Möglichkeit zu untergraben, einer neuen Richtung in der Politik einzuschlagen, in dem man die führenden Politiker der AfD in ein schlechtes Licht rückt.
 
eifrigermitleser Samstag, 05.Juli 2014, 09:03 Uhr:
Es ist schon erstaunlich, wie wenig viele Leute wissen und doch tiefgründig mitREDEN. Als MitLESER wollte ich eigentlich nie kommentieren, werde es nun aber doch mal tun.
1. Die AfD ist noch keine homogene Partei, in ihr gibt es linke, bürgerliche und rechte Strömungen.
2. Der "Führung" (?) um Lucke/Henkel ist es derzeit auch egal, so lange sie ihre eurokritischen Ideen weitertragen können, auch ins Euro-Parlament.
3. Wie schon vorher bei den Piraten gibt es eine große Anzahl von "Fahrgästen", die auf den fahrenden Zug aufgesprungen sind und nun an allen Seiten des Tischtuches zerren. Wie lange noch?
4. Wie die Partei sich entwickelt, vermag niemand vorauszusagen, auch ich nicht. Eine Tendenz zeigt sich allerdings: Sehr weit rechts stehende Kräfte versuchen, die AfD in Richtung Rechts Außen zu drängen. Dass davor gewarnt wird, ist legitim und notwendig. Jeder Kommunalpolitiker sollte sich die MENSCHEN und deren BEWEGGRÜNDE ansehen, bevor er mit ihnen "Gemeinsam" Politik betreibt. Und ich möchte einen bekannten Satz zitieren: "Sage mir, wer Deine Freunde sind (sprich: Mit wem gemeinsam Du Politik betreibst), und ich sage Dir, wer Du bist." Aber selbst das ist erst aussagekräftig, wenn sich jemand NEBEN die anderen stellt und deren Mainung (kein Schreibfehler, "Kunstwort" aus Mainstream und Meinung) mit vertritt.
5. Ich selbst werde die AfD-Aktivitäten (kommunal, bundesweit, Europa) weiter verfolgen und mir meine Meinung bilden.

Euer Eifriger Mitleser
 
Roichi Sonntag, 06.Juli 2014, 15:35 Uhr:
@ haariger Rudolf

Mehr als dein diffuses Gefühl des "gestörten Volksempfindens" hast du aber auch nicht.
Was wolltest du nochmal?
Achso, dich auskotzen und rumpöbeln. Das war soweit erfolgreich.


@ Sonja

"Mit Pflichten und Rechten kennst du dich genauso gut oder schlecht aus,
wie mit ihrer Anwendung."

Richtig. In beidem recht gut.
Auch wenn dir das ein Dorn im Auge ist.

"wenn man dich von etwas befreit hat,"

Wovon denn?
Ich bin schon frei, du kannst mich also nicht befreien. Von Arbeit vielleicht, aber dazu wärst du nicht in der Lage.
Achso, und von Nazis. Das könntest du wirklich mal angehen.

"Keine Angst, wir schaffen das, alles wird gut."

Na das hoffe ich doch. Solange, wie wir dich schon ertragen in diesem Zustand.

"Schreib mal wieder als Roichi auf anderen Seiten."

Noch nie getan, auf diesen Seiten, die du meinst. Und ich werde es bestimmt auch nicht beginnen.
Aber das weißt du ja, deshalb musst du dort immer unter meinem Namen schreiben und dir dann selbst antworten.
Neid muss man sich eben verdienen.


@ Dumbo

Offensichtlich hast auch du noch nicht kapiert, worum es geht.
Nunja, war nicht anders zu erwarten.
Dabei kannst du sogar von Sonja noch lernen.
Und ganz nebenbei mal deine Behauptungen belegen.


@ Brochhagen

Die AfD rückt sich selbst dahin. Mit Äußerungen, Forderungen und auch der Zusammenarbeit.
Dass das dokumentiert und kritisiert wird, scheint dich zu stören.
Soviel zur zusammenfassung deines Kommentars.
 
Roichi Sonntag, 06.Juli 2014, 15:36 Uhr:
@ eifriger

Gerade dein Punkt 4 wird ja hier behandelt.
Ebenso Punkt 2.
Und im Gesamtergebnis ergibt sich kein gutes Bild der AfD. Sondern das oben dargestellte.
 
Klaus Riedelsdorf Montag, 07.Juli 2014, 01:13 Uhr:
Als in Mecklenburg aufgewachsenes, heutiges AfD-Mitglied in Brandenburg finde ich diesen "Schweriner Weg" ja sehr interessant. Anträge der NPD werden schon im Voraus geschlossen abgelehnt, egal welchen Inhalts. Und dazu verpflichten sich die anderen Parteien sogar schriftlich.

Nun kann ich mir zwar nicht vorstellen, daß die AfD allzu viele NPD-Anträge mittragen wird. Aber daß man sie sich anhört und auch darüber disktutiert, so sie denn inhaltich diskussionswürdig sind, hätte ich ja auch der bisherigen politischen Konkurrenz eigentlich schon zugetraut. Für mich wäre das selbstverständlich. Man kann sie ja dann trotzdem ablehnen, aber wenn, dann aus inhaltlichen, sachlichen Gründen, aber doch nicht deswegen, weil sie von der NPD kommen.

Hier in Brandenburg an der Havel existiert eine Koalition zwischen CDU und der Linken. Ja, auf kommunalpolitischer Ebene ist sowas möglich! Und die AfD trägt auch hier alles das mit, was ihr vernünftig und im Interesse der Bürger erscheint, selbst wenn es von ihren Erzfeinden, den Grünen, kommen würde. Viel Gutes wird da nicht kommen, keine Sorge. Aber diesen "Schweriner Weg" würde ich ebenso ablehnen wie meine Parteifreunde in Mecklenburg.
 
Roichi Montag, 07.Juli 2014, 07:54 Uhr:
Und noch ein Kader, oder Parteischreiberling, der versucht seine Naivität hier als Propaganda zu gebrauchen.
Denk mal etwas nach, von wem die Anträge kommen, und warum sie kommen.
Vielleicht fällt dann der Groschen.
 
Dumbo Montag, 07.Juli 2014, 10:47 Uhr:
@Roichi

"Offensichtlich hast auch du noch nicht kapiert, worum es geht."

Mitnichten. Ich bin absolut im Bilde und erkenne immer die Doppelmoral von ANTIdemokraten.

@Klaus Riedelsdorf

"Als in Mecklenburg aufgewachsenes, heutiges AfD-Mitglied in Brandenburg finde ich diesen "Schweriner Weg" ja sehr interessant. Anträge der NPD werden schon im Voraus geschlossen abgelehnt, egal welchen Inhalts. Und dazu verpflichten sich die anderen Parteien sogar schriftlich. "

Der "Schweriner Weg" steht symptomatisch für das diffuse "Demokratieverständis" der ANTIdemokraten. Alles was nicht in das Horn der "demokratischen" Einheitsfront bläst, wird ignoriert oder angegangen. Ja, Schwerin lag vor 25 Jahren noch in der D"Demokratischen"R...die Parallelen zu damals sind auch heute noch eklatant.

"Hier in Brandenburg an der Havel existiert eine Koalition zwischen CDU und der Linken. "

Das wundert Sie?

"Und die AfD trägt auch hier alles das mit, was ihr vernünftig und im Interesse der Bürger erscheint, selbst wenn es von ihren Erzfeinden, den Grünen, kommen würde. "

Für einen echten Demokraten ist das auch kein Problem. Als Volksvertreter hat man stets im Sinne der Bürger resp. des Volkes zu handeln und politischen Animositäten die rote Karte zu zeigen.
 
Elrion Montag, 07.Juli 2014, 17:41 Uhr:
Frank Franz, Pressesprecher der Bundes-NPD, sprach seinerzeit davon, der AfD käme in Bezug auf die Positionen der NPD eine 'Türöffner- bzw. Eisbrecher-Funktion' zu. Hier sieht man jetzt, dass die AfD offenbar ganz freiwillig dazu bereit ist, genau diese Funktion zu erfüllen.

Man muss hier einfach daran erinnern, dass NPD-Anträge auch auf kommunaler oder Kreistags-Ebene meist irgendeinen zumindest indirekten Bezug zu rechtsextremer Ideologie aufweisen. Da wird dann z.B. die Streichung von Zuschüssen für Schul-Fahrten zu Holocaust-Gedenkstätten gefordert (natürlich ausschliesslich aus Kostengründen), es werden Gelder für die Restauration des lokalen Gefallenen-Denkmals beantragt (natürlich nur um den Tourismus anzukurbeln), oder der örtliche jüdische Friedhof soll einem Gemeindezentrum weichen (natürlich nur, weil dringend ein Grundstück in zentraler Lage gebraucht wird.).

Solche Anträge rein sachlich zu diskutieren bedeutet, die NPD und ihre Ideologie gesellschaftsfähig zu machen. Von einem verantwortungsvollen Lokalpolitiker erwarte ich, dass er nicht nur die Anträge an sich sieht, sondern auch die politische Intention, die dahinter steckt.
 
Roichi Montag, 07.Juli 2014, 20:32 Uhr:
@ Dumbo

Du siehst noch nichtmal das Brett vor deinem Kopf.
Das Bild dürfte also der Beschränktheit deiner Kommentare entsprechen. Aber immerhin bist du voll und ganz drin auch wenn deine Welt noch so klein ist.
 
Eberhardt Breitling Dienstag, 08.Juli 2014, 13:36 Uhr:
Welcher kranke Esel hat denn diesen Schandbericht geschrieben?
AfD für Immer !
 
Jupp Dienstag, 08.Juli 2014, 16:55 Uhr:
@Elrion
Stimme Dir grundsätzlich zu. Aber sind solche Anträge nicht gerade besser zu entlarven, wenn man sie sachlich behandelt?
Wenn man sagt, Gelder für Fahrten zu Holocaust-Gedenkstätten müssen vorhanden sein? Ebenso, wie Gelder für Gefallenen-Denkmäler, und zwar eben nicht aus Tourismusgründen? Und selbstverständlich dürfen Friedhöfe nicht für Gemeindezentren weichen, gleich welcher Religion sie sind?! Es gibt doch genau für die von Dir genanten Beispiele so eingehende Argumente, dass diese Idiologie damit viel besser neben die Gesellschaft gestellt wird, als wenn sie pauschal abgelehnt wird. Auch, wenn man das zu Recht dem Grunde nach tut.
 

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