von Redaktion
   

AfD droht NPD Landtagseinzug in Sachsen zu vermasseln

Sechs Wochen vor der Landtagswahl werden die Sorgenfalten der sächsischen NPD-Funktionäre tiefer. Einer aktuellen Umfrage zufolge würden sich in diesen Tagen nur noch drei Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Rechtsextremisten entscheiden. Mit einem Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde darf demgegenüber die AfD rechnen – sie kommt auf sieben Prozent Zustimmung. Allerdings bescheinigt nur ein Bruchteil der sächsischen Einwohner der Truppe um Frauke Petry „politische Kompetenzen“.

NPD-Chef Holger Szymanski - Flagge bald auf Halbmast? (Foto: Oliver Cruzcampo)

Ein „Nazi-Hirsch“ sollte die Wende bringen. Bepackt mit Propagandamaterialien stürmte die braune Plüsch-Puppe, unterstützt von zwei Handvoll Nachwuchskräften der NPD-Jugendorganisation Junge Nationaldemokraten (JN), sächsische Schulen und ließ mancherorts eine verdutzte Lehrerschaft zurück. Die Aufmerksamkeit einiger Medien war den Projektmachern gewiss, allerdings auch der Spott. Über die Aktion den Mantel des Schweigens zu hüllen, und damit den „JN-Coup“ ins Leere laufen zu lassen, wäre darüber hinaus eine Alternative gewesen. Nun aber feiern  die Spitzen von NPD und JN ihre „Operation“, die sich freilich wohl nicht in Wählerstimmen ummünzen lässt.

Nach den aktuellen Zahlen des „Sachsen-Trends“, für den „infratest dimap“ 1.000 Wählerinnen und Wähler befragte, muss der NPD-„Vorzeigelandesverband“ nämlich am 31. August um den erneuten Einzug ins sächsische Parlament zittern. Nur drei Prozent der Befragten würden die von Landeschef Holger Szymanski angeführte NPD-Liste auf ihrem Wahlschein ankreuzen. Nun bekennen sich erfahrungsgemäß in diesen Interviews nicht alle Unterstützer einer Rechtsaußenpartei zu ihrer Präferenz, der Rückenwind nach dem verhältnismäßig guten Abschneiden bei den Kommunalwahlen am 25. Mai scheint aber nachzulassen.

AfD und NPD fischen im selben Wählerteich

Kopfzerbrechen dürfte der Parteispitze neben einer Deckungslücke ihres Etats vor allem die relative Stärke der Alternative für Deutschland (AfD) machen, die in den letzten Umfragen konstant zwischen sechs und acht Prozent Zustimmung lag. Zeigen doch die Wählerwanderungsbilanzen vorheriger Wahlen, dass die AfD Stimmen aus allen politischen Lagern abzieht, am rechten Rand aber umso erfolgreicher wildert. Im aktuellen „Sachsen-Trend“ würden sich sieben Prozent für die Mannschaft um Frauke Petry entscheiden. Zuletzt machte die Frontfrau der sächsischen Euro-Kritiker, die im Freistaat einen ultrarechten Kurs eingeschlagen haben, mit der Pleite ihres Unternehmens und ihrer Privatinsolvenz von sich reden.

Kompetenzen? Fehlanzeige

Die niedrigen Werte in Sachen „Wirtschaftskompetenz“ – ein Prozent – für die AfD ist in diesem Kontext kaum verwunderlich. Das sächsische Wahlvolk traut den „Senkrechtstartern“ in anderen Politikbereichen ebenfalls kaum Sachverstand zu. Zwei Prozent halten die AfD bei der „Verbrechensbekämpfung“ und in Fragen der „Sozialen Gerechtigkeit“ für fachkundig, ein Prozent wiederum stellt ihren Konzepten in der „Schul- und Bildungspolitik“ gute Noten aus. Ähnliche Werte weißt im Übrigen die NPD mit der Ausnahme der „Verbrechensbekämpfung“ auf, hier kommt sie auf vier Prozent Zuspruch.

Neben der NPD droht auch die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde zu scheitern (vier Prozent). Damit müsste sich die regierende CDU, die 42 Prozent einfahren kann, nicht nur nach einem neuen Koalitionspartner umsehen, sondern das sächsische Landesparlament bestünde fortan nunmehr aus fünf statt sechs Parteien. Die Linke (21 Prozent), SPD (13 Prozent) und die Grünen (sieben Prozent) folgen auf den Plätzen.

Kommentare(16)

Ralf Freitag, 11.Juli 2014, 13:54 Uhr:
AFD ist NICHT Rechts gerichtet. Sofort wenn etwas nicht KRASS LINKS ist, wird es direkt als Rechts betrachtet. Armseelig. Ich bin AFD Wähler und sehr froh, eine Partei gefunden zu haben, die meine Interessen vertritt.
 
Dirk Freitag, 11.Juli 2014, 17:07 Uhr:
Die AfD ist nicht rechts. loooool. Der war gut! *Lachtränen aus den Augen wisch*
 
CB Freitag, 11.Juli 2014, 19:03 Uhr:
Also die AfD ist eindeutig im dem rechten Spektrum zu zuordnen jedoch nicht der extremen Rechten wie die NPD. Die AfD ist was wirtschaftliche Fragen angeht klar mit ihren Vorstellung dem Neoliberalismus zu zuordnen. In gesellschaftlichen Fragen positioniert sich die AfD im konservativen Milieu, welches sich selber als rechtskonservativ einordnet. Ich würde bei der AfD von einer nationalkonservativen Partei sprechen, die dem rechtem Parteienspektrum zu zuordnen wäre. Die AfD ist die von Strauß gefürchtete Rechtspartei neben der CSU/CDU.
 
wiru Freitag, 11.Juli 2014, 19:10 Uhr:
Lieber Ralf, in einer Demokratie darfst du natürlich jede nicht verbotene Splittergruppe wählen, egal ob Nazis oder Esoterik-Spinner.. Aber du musst dann auch dazu stehen und nicht weinen, wenn bekannt wird, dass die afd eine rechtspopulistische Partei ist. Die Beweise wurden oben im Text genannt..
 
Hans Richter Freitag, 11.Juli 2014, 19:26 Uhr:
Einer Partei von Wirtschaftprofessoren traut man keine Wirtschaftkompetenz zu. Wer versteht denn so etwas?
 
Jens Freitag, 11.Juli 2014, 20:45 Uhr:
Wie nennt man es dann wenn man einige Parolen der NPD übernimmt, teilweise mit denen Zusammenarbeitet und auf Populismus baut?
Für mich besteht der Erfolg der AFD zum großen Teil das der stillschweigend rechte Mob nun Rechts wählen kann ohne die NPD ankreuzen zu müssen.
Nach dem Kommentar von Ralf müssten ja alle Parteien außer die Linke als Rechts betrachtet werden, dem ist glaube ich, nicht so.
 
Gorm der Alte Freitag, 11.Juli 2014, 22:31 Uhr:
Tillich im Bett mit der Petry, eine gruselige Vorstellung aber so wirds wohl kommen. Ralf kann ich zustimmen, die Alten Naiven für D.....schland sind in der Tat nicht etwa rechtsgerichtet, nein, sie sind wirklich rechts und reaktionär, fremdenfeindlich, chauvinistisch und homophob, also für Demokraten und Menschen mit politischem Anstand schlicht unwählbar.
 
Horst Freitag, 11.Juli 2014, 22:42 Uhr:
Das kannste schon so wählen, aber dann isses halt rechts.
 
Anti-Ralf Freitag, 11.Juli 2014, 23:15 Uhr:
Klar die AFD ist nicht rechts... Deswegen sind ja viele von der NPD zur AfD gewandert. Man muss doch nur die Nachrichten lesen, wie viele AltNPDler nun für die AfD werben und sogar in Führungspositionen sitzen.
 
Hotte Samstag, 12.Juli 2014, 00:57 Uhr:
Jaaa Ralfi, alles wird gut!
 
Kabal Samstag, 12.Juli 2014, 10:12 Uhr:
CB hat es treffend zusammengefasst, natürlich ist die AfD eine rechte Partei. Sie ist rechts-liberal und konservativ und hat damit die Leerstelle im Parteienspektrum besetzt, die CDU und FDP eröffnet haben. Legitimerweise.

Die schlechten Ergebnisse bei der "Kompetenz"-Umfrage sind übrigens wenig aussagekräftig für eine neue Partei, die weder im Bundestag noch in einem Landesparlament sitzt, geschweige denn Regierungsverantwortung trägt. Das eignet sich zwar für ER-übliche Häme, bedeutet aber wenig.

Anti-Ralf,

"Deswegen sind ja viele von der NPD zur AfD gewandert. Man muss doch nur die Nachrichten lesen, wie viele AltNPDler nun für die AfD werben und sogar in Führungspositionen sitzen."

Das ist ein schönes Beispiel, wie mediale Suggestionen, wie sie auch auf dieser Plattform üblich geworden sind, auf minder-informierte Bürger wirken. Ex-NPD-Mitglieder dürfen nicht in die AfD eintreten.
Aber sie sind natürlich herzlich eingeladen, Belege für NPDler in "Führungspositionen" zu liefern.
 
Manfred Köhnen Samstag, 12.Juli 2014, 10:57 Uhr:
"Armseelig" - dass diese nicht-rechts-seienden Nationaltümelnden der deutschen Sprache nicht mächtig sind, das ist mir immer wieder ein Quell der Belustigung. Ob Ralfi die CDU auch krass links findet?
Der wird ja nicht so oft vorgeworfen rechtsradikal oder rechtspopulistisch zu sein wie der AfD oder der NPD.
 
Schwab Samstag, 12.Juli 2014, 12:17 Uhr:
@Ralf
In Deutschland gleicht es seit 1945 einem politischen Todesurteil, sich dazu zu bekennen "rechts" zu sein. Rechts gilt gleich als Rechtsradikal, Rechtsextrem, was mit Hitler und Holocaust gleichgesetzt wird.
Deshalb hatten originär rechte Publizisten und Historiker wie Zitelmann und Weißmann den Versuch unternommen, Hitler nach "links" zu rücken, weil der angeblich Sozialist, damit links, gewesen wäre.
Wenn man allerdings klassisch nach der pol. Philosophie urteilt, wonach Rechte eher die Ungleichheit der Menschen und Menschengruppen hervorheben, dagegen Linke die Gleichheit, dann ist selbstverständlich die AfD eine wirklich rechtsstehende Partei, in diesem Sinne rechts von der CDU/CSU und noch rechts von der NPD, bei der aufgrund einer Volksgemeinschafts-ideologie noch mehr die soziale Unterschicht des deutschen Volks unworben wird. Rechts ist die NPD dann, wenn sie auf volkliche und rassische Ungleichheiten zu sprechen kommt. In diesem Punkt ist dann die AfD weniger rechts als die NPD. Die AfD ist dann sehr rechtspopulistisch, wenn sie auf die Ungleichheit der Kulturkreise bzw. Zivilisationen abhebt: beim Thema Islam. Auch hierbei interessant der Versuch von NPD-Politikern wie Jürgen W. Gansel, die AfD beim Thema Islam noch rechts zu überholen.
Klassisch rechts ist die AfD in der Wirtschafts- und Sozialpolitik, vor allem der Henkel-Flügel ist in dieser Hinsicht wirklich rechtsextrem. Die Reichen sollen ihr Vermögen stests aus eigener Leistung erworben haben.
 
Roichi Samstag, 12.Juli 2014, 16:02 Uhr:
@ Ralf

Die AfD ist rechts. Sonst würde sie dich ja auch nicht ansprechen.
Die Frage ist nur wie weit.


@ Hans

Jeder mit etwas Verstand.
 
Roichi Montag, 14.Juli 2014, 07:52 Uhr:
@ Kabal

So wirklich begründet ist dein Kommentar jetzt aber auch nicht.


@ Schwab

Mal abgesehen davon, dass dein Maßstab wohl nur dir selbst entspringt, ist schon dein Einstieg reichlicher Blödsinn.
Man erinnere sich doch mal an die Anfänge der Bundesrepublik bis in die 70er Jahre.
 
JayBee Montag, 14.Juli 2014, 08:39 Uhr:
@ Hans Richter

"Einer Partei von Wirtschaftprofessoren traut man keine Wirtschaftkompetenz zu. Wer versteht denn so etwas?"

Ich glaub, es gibt genügend Wirtschaftsprofessoren, die ganz anderer Ansicht sind, als die Wirtschaftsprofessoren der AfD. Willst Du nun denen die Wirtschaftskompetenz absprechen? Es gibt halt wie so oft mehrere Meinungen.
 

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