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Provokation auf Asyldemo: Ermittlungen gegen Neonazis werden wieder aufgenommen

Im Sommer 2015 gingen rund 200 Flüchtlinge im mecklenburgischen Güstrow auf die Straße, um gegen rassistische Übergriffe zu protestieren. Dabei kam es auch zu einer Bedrohung durch eine Gruppe stadtbekannter Neonazis, die mehrere Stühle warfen. Am Montag stehen nun jedoch Personen aus dem linken Spektrum vor Gericht, die Ermittlungen gegen die Rechtsextremen waren eingestellt worden. Fälschlicherweise, wie sich jetzt herausstellte.

Wie Neonazis ihrer „Helden“ gedenken

Das „Heldengedenken“, zu dem Neonazis den Volkstrauertag verklären, gehört zum Pflichttermin in der rechtsextremen Szene. In Mecklenburg-Vorpommern gab es zahlreiche Veranstaltungen, mit unterschiedlichen Verläufen. Während in Waren eine Demo floppte und bei Bad Kleinen eine Veranstaltung von der Polizei aufgelöst wurde, konnten in Rostock über zwei Dutzend Neonazis direkt hinter dem Bürgermeister aufmarschieren.

Nach Zerstörung von Konzert-Plakaten: Haus von Storch-Heinar-Unterstützer in Güstrow angegriffen

Die zerfetzten Reste der Bandcontest-Plakate waren gerade beseitigt, schon gibt es die nächste Attacke auf einen Storch-Heinar-Aktivisten in Güstrow. In der Nacht auf Montag sprengten Unbekannte dessen privaten Briefkasten und schmierten in großen Lettern „Volksverräter“ an die Hauswand. Offensichtlich versetzt der Auftakt eines landesweiten Bandcontestes gegen Rechts die örtliche Szene in Aufruhr. Die Macher sagen: „Jetzt erst Recht!“

Neonazi-„Bürgerwehren“ wollen auch in Mecklenburg-Vorpommern für „Sicherheit“ sorgen

Nicht erst seit den Übergriffen von Köln, Hamburg und anderen deutschen Städten in der Silvesternacht haben Neonazis „Bürgerwehren“ für sich entdeckt. In Mecklenburg-Vorpommern sind in den letzten Wochen mehrere Gruppierung an die Öffentlichkeit getreten, deren Aktivitäten sich zumeist auf den virtuellen Raum beschränken. Einen genauen Überblick gibt es allerdings nicht.

Nach Anschlag auf Flüchtlings-Aktivistin: Weitere Hass-Drohungen auf Facebook

Karen Larisch ist aktiv gegen Neonazis im Raum Güstrow und engagiert sich für Flüchtlinge. Seit vielen Monaten wird sie durch Rechtsextreme massiv bedroht. Nach zahlreichen Übergriffen auf ihre Arbeitsstätte und persönliche Drohungen ist nun ihr privates Wohnhaus mutmaßlich mit Buttersäure angegriffen worden. Auf Facebook wird bereits der nächste Angriff angedroht. Der Staatsschutz ermittelt.