Ausgewählte Nachrichten
Donnerstag, 20. April 2017

Zur Aktualität der identitären Ideologie

Rechtspopulistische Bewegungen machen sich zur Zeit in vielen westlichen Staaten zum Sprachrohr angeblich bisher unterdrückter Bevölkerungsgruppen und Meinungen. Die identitäre Bewegung entwickelt diesen Ansatz weiter zu einem Projekt der autoritären Staatlichkeit gegen Multikulturalismus, Islam und Einwanderung. Dabei verbindet sie ihre Kampagne für einen ethnisch geschlossenen Nationalstaat mit der Kritik an der kapitalistischen Globalisierung. Mit einem Sprachduktus, der Politik emotionalisiert, wird durch «geistige Verschärfung» das Programm eines defensiven Ethnonationalismus entfaltet. Dieser beruft sich auf Traditionsbestandteile eines völkischen Antimodernismus und eine von dem russischen Philosophen Alexander Dugin entworfene eurasische Geopolitik.

Dienstag, 04. Oktober 2016

Pegida als Spiegel und Projektionsfläche – ein Sammelband

Der von dem Soziologen Tino Heim herausgegebene Sammelband „Pegida als Spiegel und Projektionsfläche. Wechselwirkungen und Abgrenzungen zwischen Pegida, Politik, Medien, Zivilgesellschaft und Sozialwissenschaften“ enthält Beiträge, die Relationen und Wechselwirkungen von Pegida zu anderen Akteuren und Institutionen untersuchen wollen. Die dabei genutzten Analyseansätze machen den Erkenntniswert des Bandes aus, können sie doch auch auf andere Phänomen wie die AfD angewandt werden; kritikwürdig wird es immer dann, wenn weniger analysiert und mehr ideologisiert wird.

Mittwoch, 07. September 2016

„Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriffe“ – ein nützliches Nachschlagewerk

Bente Gießelmann u.a. haben mit „Handwörterbuch rechtsextremer Kampfbegriff“ herausgegeben, das über zentrale Begriffe aus dem gemeinten politischen Lager und deren ideologische und strategische Hintergründe informiert. Durch die einheitliche Struktur der einzelnen Beiträge ist ein nützliches Nachschlagewerk entstanden, das im Bereich der politischen Bildung wie der sozialwissenschaftlichen Forschung gut genutzt werden kann.

Freitag, 29. Juli 2016

Ein differenziert-kritischer Blick auf den Verfassungsschutz

Die beiden Politikwissenschaftler Thomas Grumke und Rudolf van Hüllen legen mit „Der Verfassungsschutz. Grundlagen, Gegenwart, Zukunft?“ ein Buch vor, worin sie insbesondere die Bürokratisierung bei der Extremismusbeobachtung beklagen und konkrete Reformvorschläge zur Verbesserung vortragen. Beide Autoren lehnen sowohl die „Endlich abschaffen“ als auch die „Weiter so“-Positionen ab, nehmen eine differenziert-kritische Position ein und liefern aus der Perspektive von ehemaligen Verfassungsschutzmitarbeitern eine interessante und spannende Studie zum Thema.

Sonntag, 20. März 2016

„Opa war in Ordnung!“ – Funktionen rechtsextremistischer Geschichtsmanipulationen

Der von den Politikwissenschaftlern Hans-Peter Kilguss und Martin Langebach herausgegebene Sammelband „’Opa war in Ordnung!’ Erinnerungspolitik der extremen Rechten“ enthält Beiträge zu den unterschiedlichsten Aspekten rechtsextremistischer Geschichtsmanipulation. Dabei werden anschaulich die konkreten Funktionen aufgezeigt und Anregungen zum pädagogischen Umgang gegeben, womit man es mit einer „runden Sache“ zu tun hat.