Neonazi-Fußballverein ausgeschlossen

Seit Montagabend ist es amtlich: Der Landessportbund Sachsen-Anhalt hat den Neonazi-Verein FC Ostelbien-Dornburg ausgeschlossen. Zuvor hatte die Mehrzahl der Schiedsrichter sowie einige Konkurrenten erklärt, nicht mehr gegen die braunen Freizeit-Kicker antreten zu wollen. Derweil wurde bekannt, dass gegen den Kopf der lokalen Neonazi-Szene, Dennis Wesemann, Ermittlungen wegen Körperverletzung laufen.

Aus Angst um ihre Gesundheit: Schiedsrichter und Vereine boykottieren von Neonazis durchsetzten Fußballverein

Laut Verfassungsschutz sind im FC Ostelbien Dornburg, einem Kreisligaverein aus dem Jerichower Land (Sachsen-Anhalt), 15 Neonazis aktiv. Jüngst griffen einige Spieler dieser Mannschaft noch auf dem Platz ihren Gegner an, das Schiedsrichtergespann wurde ebenfalls beleidigt. Nicht der einzige Vorfall dieser Art. Deshalb weigern sich mittlerweile 59 von 65 Unparteiischen, den FC Ostelbien Dornburg zu pfeifen. Mindestens vier Kreisligavereine wollen ebenfalls nicht mehr gegen den Klub antreten.

Alemannia Aachen untersagt Anti-Nazi-Transparent auf dem Tivoli

Der Vorwurf ist nicht neu: Alemannia Aachen, derzeit in der Regionalliga West, verschließe vor rechtsextremistischen Aktivitäten in seiner Fanszene und im Umfeld des Vereins die Augen. Die Anschuldigungen bekommen nun neue Nahrung: Einer Ultra-Gruppierung aus Krefeld sei nach eigener Aussage das Zeigen eines Spruchbandes gegen Neonazis am letzten Spieltag verweigert worden.

Chemnitzer FC-Fans zeigen vermeintliche Palästina-Solidarität in schwarz-weiß-rot

Im Zuge des Gaza-Krieges missbrauchten Rechtsextremisten in den letzten Wochen Fußballspiele zur politischen Agitation. So störten Neonazis am 22. Juli 2014 in Dortmund den Gastauftritt von Maccabi Netanya, indem sie antiisraelische Parolen skandierten und nebeneinander die palästinensische sowie die schwarz-weiß-rote Reichsfahne zeigten. Eine politische Agitation erfolgte nun auch im Auswärtsblock des Chemnitzer FC.

Die NPD, der unvermeidliche Fußball-WM-Planer und die Suche nach Aufmerksamkeit

Alle vier Jahre erregt die Fußballweltmeisterschaft nicht nur das Interesse von Sportfreunden, sondern auch das der gesamten Öffentlichkeit. Aus diesem Grund knüpft die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) seit 2006 an das Großereignis mit teils provokanten Spielplänen an, um auf kostengünstige Weise die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen. So überrascht es nicht, dass sich die Partei auch zum in Brasilien ausgerichteten Turnier meldet.

PRO Köln, der Aufstieg des 1. FC Köln und ein Instrumentalisierungsversuch

Nach zweijähriger Abstinenz ist dem 1. FC Köln der Wiederaufstieg in die Bundesliga gelungen. Das Ereignis versetzte zunächst die Domstadt in Hochstimmung, verleitete dann aber auch die Vereinigung PRO Köln dazu, den sportlichen Erfolg des Vereins für den eigenen Kommunalwahlkampf zu missbrauchen. Diese Maßnahme erweckte zwar die erwartete Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, führte aber nicht nur zu einem Protest des Clubs, sondern auch zu einer heftigen Reaktion einer seiner Ultra-Gruppen.

Fortuna Düsseldorf - Schlägerei im Auswärtsblock vor dem Hintergrund einer Rechts-Links-Problematik

In der letzten Zeit kam es innerhalb der Fanszenen von Alemannia Aachen, Eintracht Braunschweig und MSV Duisburg zu handgreiflich ausgetragenen Rechts-Links-Auseinandersetzungen. Den Hintergrund bildeten linksorientierte Ultra-Gruppen, die anderen Fans eine rechtsextremistische Ausrichtung vorwarfen und daraufhin angegriffen wurden. Eine vergleichbare Eskalation ereignete sich nun auch bei Fortuna Düsseldorf, wo bereits seit einiger Zeit kurveninterne Spannungen bestehen.

Eine Initiative von:

Storch-Heinar