von Claudia Naujoks
   

Zwischenfälle bei NPD-Demonstration in Berlin

Bei der heutigen NPD-Demonstration für ein nationales Jugendzentrum in Berlin Lichtenberg sind etwa 700 Rechtsextreme aufmarschiert. Es kam dabei zu Zwischenfällen, so dass die Route aus Sicherheitsgründen abgekürzt werden musste. Die Polizei fuhr mit Wasserwerfern auf, da Gegendemonstranten die Strecke blockierten.


Etwa 700 Rechtsextreme zogen heute Mittag vom S-Bahnhof Karlshorst durch Lichtenberg bis zum S-Bahnhof Friedrichsfelde Ost. Gut 1.600 Polizeibeamten waren laut eines Berichts der „Berliner Morgenpost“ mit dem Neonazi-Aufmarsch und mehreren Gegendemonstrationen beschäftigt. Die Veranstalter erwarteten im Vorfeld 2.200 Teilnehmer zu unterschiedlichen Gegendemonstrationen und -kundgebungen. Letztendlich sollen es um die 800 Gegendemonstranten gewesen sein, berichtet der „Tagesspiegel“, darunter Mitglieder der Linkspartei, der SPD und der Gewerkschaften. Unter diese hätten sich auch 400 Angehörige der gewaltbereiten autonomen Szene gemischt, die sich teils heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert hätten. Bis zum späten Nachmittag seien 70 Gegendemonstranten festgenommen worden. Auch auf Seite der Rechtsextremen habe es Festnahmen gegeben.

Von Anfang an sei die Demonstration der Rechtsextremen von mehreren hundert Gegendemonstranten und lautstarken „Nazis raus!“-Rufen begleitet worden, so die „Berliner Morgenpost“. Bereits am Vormittag habe es erste kleine Zwischenfälle gegeben, sagte der Polizeisprecher Frank Miller: Unbekannte hätten ein geparktes Fahrzeug umgekippt und mehrere Abfallcontainer in Brand gesetzt.

Auch nach Beginn der Demonstration der Rechtsextremen sei es entlang der Strecke zu massiven Störversuchen von Gegendemonstranten gekommen. Am Nachmittag soll die Strecke der NPD-Demo durch mehr als 100 Gegendemonstranten blockiert worden sein. Für die Polizei war die Blockade nicht leicht zu beräumen, weil immer neue Gegendemonstranten hinzukamen.Daher fuhr sie mit Wasserwerfern auf, allerdings sollen diese zunächst nicht zum Einsatz gekommen sein.

Der „Tagesspiegel“ berichtete nun im Anschluss an die Demonstrationen, dass Polizeieinsatzleiter Michael Knape von einer „neuen Zusammensetzung“ der Teilnehmer der NPD-Demo sprach. Die Szene sei „härter und radikaler“ als früher und die Stimmung „sehr gereizt“. Weiterhin seien bei den Rechtsextremisten viele „autonome Nationalisten“ zu sehen gewesen, die als gewaltbereit gelten. Am frühen Nachmittag sei die Situation brenzliger geworden, Gegendemonstranten hätten sich am Rande der NPD-Demonstrationsroute postiert und mit Flaschen und Steinen auf die Rechtsextremen geworfen. Diese hätten das "Feuer" erwidert. Die Polizei räumte wenig später die mit rund 500 Gegendemonstranten besetzte Kreuzung Sewan-/Volksradstraße, auf der sich auch Lichtenbergs Bürgermeisterin Christina Emmerich (Die Linke) befand. Da diese die Kreuzung nicht verließ, habe sie nun mit einer Anzeige der Polizei zu rechnen, so der Bericht weiter.

Laut dem rechtsextremen Internetportal "Altermedia" haben bei den Zwischenkundgebungen der Berliner NPD-Chef Jörg Hähnel und der Neuköllner NPD-Bezirksabgeordnete Thomas Vierk sowie Vertreter der freien Nationalisten gesprochen.

Dies ist bereits die sechste Demonstration der Rechtsextremen für ein nationales Jugendzentrum. Anmelder waren in diesem Jahr die Jungen Nationaldemokraten, der Jugendverband der NPD.

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