von Robert Scholz
   

Udo Pastörs´ Bewerbungsvideo für Deutschland sucht den Superstar

Am 65. Jahrestag des Kriegsendes demonstrierten die Aktivisten der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ (JN) nicht nur gegen „Folterknechte und Kriegspolitik der USA“, sie unterstützten auch Udo Pastörs, ihren Kandidaten für „Deutschland sucht den Superstar“. 

Das Absingen der deutschen Nationalhymne ist ein Ritual, das in Kreisen Rechtsextremer gerne gepflegt wird. Zum guten Ton gehört dabei, dass das Deutschlandlies in allen drei Strophen dargebracht wird. Selbstredend bekennt sich auch der Fraktionsvorsitzende der NPD im Schweriner Landtag, Udo Pastörs, zu dieser Tradition. Am 8. Mai stellte er sein Talent auf der Demonstration der JN in Wiesbaden unter Beweis.

Unbestätigten Informationen zufolge sei das Video möglicherweise schon ein Fingerzeig auf die der Landtagskarriere folgenden Ambitionen des NPD-Politikers. Da auch er selbst nicht mehr mit dem Wiedereinzug rechnet, malt er sich Chancen aus, in die Fußstapfen Jörg Hähnels als „nationaler Barde“ treten zu können. Härtester Konkurrent soll bei diesen Ambitionen ein junger Mann aus Barth sein, der sich allerdings in einer völlig anderen Stilrichtung probiert. In einem ist Pastörs ihm allerdings schon voraus: Von ihm gibt es Autogrammkarten.

Kommentare(10)

Theodor Adorno Mittwoch, 19.Mai 2010, 21:29 Uhr:
Mh, da hat Pastörs wirklich schön gesungen. Dieser Mann liebt sein Heimatland wirklich - da ist nichts gespielt.

Die Zuschauerklientel wirkt zum Teil etwas dubios; aber naja, so ist das eben heute.

Auf jeden Fall ist Pastörs nach diesem Video mein ganz persönlicher "Star für Oslo".

Und ja, liebe ER, zensiert ruhig meinen Kommentar. Das ficht mich nicht an.
 
Dieter B. Donnerstag, 20.Mai 2010, 06:44 Uhr:
Das klingt wie ein besoffener Lurch!
 
B.C. Donnerstag, 20.Mai 2010, 07:19 Uhr:
Ich sehe da eher einen selbstverliebten Egomanen. Mit Heimatliebe hat das doch nun wirklich nichts zu tun. Diese Deutschtuemelei ist doch reine Schow.
Und zu Deutschlandlied - das ist vor 200 Jahren unter ganz anderen Vorzeichen gedichtet worden. Damals war es fortschrittlich, fuer ein einiges Deutschland einzustehen. Das ist wie wenn ein erwachsener Mensch voller Inbrunst "Alle meine Entchen" intoniert. Man entwickelt sich doch weiter...
 
Storch Heinar Donnerstag, 20.Mai 2010, 07:21 Uhr:
... jeder Froschfurz hat mehr Power!
 
Björn Freitag, 21.Mai 2010, 14:34 Uhr:
@B.C.

"Und zu Deutschlandlied - das ist vor 200 Jahren unter ganz anderen Vorzeichen gedichtet worden. Damals war es fortschrittlich..."
"Einigkeit und Recht und Freiheit..."

Ach und jetzt ist es nicht mehr fortschrittlich sich für Recht und Freiheit einzusetzen?
Sehr bedenkenswert.

Woher kommt eigentlich die Standart-Einschätzung vieler Linker, dass alles was alt ist automatisch schlecht oder doch zumindest überflüssig ist?

Wenn jemand seine Heimat liebt wieso sollte er es dann nicht sagen dürfen?

Stellen sie sich einfach vor er würde statt Deutschland, Indien singen. Vielleicht verstehen sie es dann.

Erstaunt bin ich aber über die journalistischen Fähigkeiten von ER. Da wird ein ganzer, hämischer Artikel geschrieben nur weil jemand nicht die allertollste Singstimme hat.

Das ist wahrlich Qualitätsjournalismus.
 
Roichi Freitag, 21.Mai 2010, 17:58 Uhr:
Also erstens hat das nichts mit Kunst zu tun, auch nicht mit rumstehender.
Ich dachte ein aufrechter Toitscher achtet auf seine Sprache.

Zweitens wäre ein bißchen historische Bildung mal angebracht, bevor hier etwas von Heimatliebe und alt = schlecht und Indien erzählt wird.
 
Pfiffi Freitag, 21.Mai 2010, 18:33 Uhr:
@Björn:

1.) Es gibt hier auch Artikel völlig anderer Tiefe, die im Übrigen die absolute Mehrheit der Artikel ausmachen.

2.) Ich finde die Kritik an Pastörs mehr als nachvollziehbar. Denn eines haben sein politisches Wirken und seine Stimme gemein: wenn man beides als "schwach" bezeichnet, kommt er noch glimpflich davon!
 
Björn Montag, 24.Mai 2010, 09:36 Uhr:
@ Roichi
Und was macht sie zu solch einer Kapazität auf dem Gebiete der Kunst, dass sie entscheiden dürfen was Kunst ist und was nicht?

Zweitens. Was hat meine Kritik an dem einseiteigen Denkschema vieler Linker, dass altes automatisch schlecht oder zuminsdest entbehrlich sei, mit historischer Bildung zu tun?
Den Wink mit "Indien" versteht nur B.C.

@Pfiffi
Sie haben recht, dass es auf ER auch viele tiefgründigere Artikel gibt. Genau deswegen kritisiere ich ja diesen polemischen hier.
 
Roichi Montag, 24.Mai 2010, 16:38 Uhr:
Ach Björn,

hier einen auf Moralapostel und Bewahrer derKultur und Werte machen und nicht einmal ein einfaches Wortspiel verstehen.
Nein, nicht alles Alte ist schlecht. Der Duden war mal eine ziemlich gute Sache.

Das Deutschlandlied ist überholt. Die wesentlichen Forderungen darin sind erfüllt.
Was hat es mit Liebe zur Heimat zu tun, gerade diese durch Stillstand bzw. Rückwärtsgewandtheit zum Untergang zu verurteilen?
 
B.C. Montag, 24.Mai 2010, 20:14 Uhr:
@Bjoern
Sie machen es sich trotzdem ein bisschen einfach. Sie wissen doch, dass es mir nicht um Recht und Freiheit ging. Greifen sich aber genau diese Woerter heraus. Nur um mir das Wort im Munde zu verdrehen. Da aehneln Sie irgendwie sehr meiner Frau ;-)
Mir geht es um zeilen wie:
"Deutsche Frauen, deutsche Treue,
Deutscher Wein und deutscher Sang"
oder
"Deutschland, Deutschland über alles,
Über alles in der Welt!"
Wenn das meine indischen Brueder nun ueber Indien saengen, dann waer ich ebenso peinlich beruehrt.
 

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