von Oliver Cruzcampo
   

Thor Steinar-Laden in Glinde macht dicht

Trotz ausgelaufenem Mietvertrag und Räumungsklage wollten die Betreiber den Thor Steinar-Laden in Glinde bei Hamburg nicht schließen. Bis zuletzt war er geöffnet, doch nun stapeln sich dort Umzugskisten, am Wochenende führte die Bürgerinitiative erleichtert die möglicherweise letzte Mahnwache durch.

Der Tønsberg in der letzten Woche, Foto: notonsberg.de

Das Kapitel Thor Steinar in Glinde scheint endgültig abgehakt. In den vergangenen Tagen prangte ein Zettel mit der Aufschrift „geschlossen“ auf der Schaufensterscheibe des umstrittenen Geschäfts in der Möllner Landstraße 37C. In dem Laden waren mehrere Paletten und Umzugskartons zu erkennen, das Geschäft wurde offenbar endgültig geräumt.

Am Wochenende gingen Mitglieder der Bürgerinitiative „Glinde gegen rechts“ zur möglicherweise letzten Mahnwache vor dem Geschäft auf die Straße. Die Gruppe mobilisierte in den vergangenen fünf Jahren fast täglich gegen den „Tønsberg“, gewann mehrere Preise für das anhaltende Engagement.

„Nun ist es endlich wahr“, schreiben die Aktivisten auf ihrer Internetseite. „Der `Tønsberg´-Laden ist geräumt und hat Glinde auf hoffentlich Nimmerwiedersehen verlassen!“ Und da es in den vergangenen Jahren durchaus Rückschläge gab, behält sich die Initiative weitere Protestaktionen vor und ergänzt: „Selbstverständlich beobachten wir die Vorgänge rund um den Laden weiterhin aufmerksam.“


Mahnwache am Wochenende vor dem mittlerweile nicht mehr geöffneten Geschäft, Foto: notonsberg.de

Für Aufregung hatte die angekündigte Eröffnung einer weiteren Filiale im Umkreis von Hamburg gesorgt. Anfang Dezember sollte in Norderstedt ein weiteres Thor Steinar-Geschäft eröffnen, dies wurde klar als Alternative zu Glinde betrachtet, da eine Schließung unumgänglich schien. Doch die Stadt machte den Betreibern einen Strich durch die Rechnung. „Der Laden ist gewerbe- und nutzungsrechtlich nicht korrekt angemeldet. Der Laden wurde jetzt geschlossen“, verkündete ein Sprecher der Polizei keine zwei Stunden nach der geplanten Eröffnung. Nun gehen laut „Hamburger Abendblatt“ die Betreiber mit anwaltlicher Unterstützung gegen die Verfügung des Ordnungsamtes vor. Der Laden ist somit derzeit weiterhin geschlossen.

Kommentare(1)

Dr. Roysen Mittwoch, 01.Februar 2017, 08:53 Uhr:
Nur das Thor Steinar ein völlig legales Mode-Label ist, dürfte klar sein! Wer bestimmt, was man vor Kleidung trägt? Da stellen sich über Monate Leute vor den Laden und wollen die Schließung erzwingen und die Existenz des Ladeninhabers und seine Mitarbeiter vernichten. Die Kleidung ist von guter Qualität und nicht nur "Neo-Nazis" tragen die auch als "Norweger" bekannten Pullis und Jacken.
 

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