von Marc Brandstetter
   

Rote Karte für NPD-Geschäftsführer Pühse: Gericht bestätigt Rauswurf bei Werder Bremen

Dieses „Geschenk“ hätte sich der bekennende Fußballfan Jens Pühse kurz vor Weihnachten gerne erspart. Das Bremer Landgericht bestätigte gestern den Rauswurf des NPD-Bundesgeschäftsführers aus dem Lieblingsverein Werder Bremen. Die Partei deutete den Prozess in ein „vorgezogenes Verbotsverfahren“ um.

Das Bremer Landgericht entschied gestern, dass der Rauswurf des NPD-Bundesgeschäftsführers Jens Pühse aus dem Bundesligaverein Werder Bremen rechtens war. Die Richter folgten der Argumentation des Traditionsclubs. Nach ihrer Auffassung könne ein Verein nach dem Vereinsrecht grundsätzlich selbst entscheiden, wen er als Mitglied in seinen Reihen haben möchte. Pühse hingegen fühlte sich „diskriminiert und in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt“. Gemeinsam mit seinem Anwalt will er entscheiden, ob er vor das Oberlandesgericht ziehen will.

Bereits vor einem Jahr hatte Werder Bremen den NPD-Funktionär vor die Tür gesetzt. Der hatte nämlich im Bürgerschaftswahlkampf seine Mitgliedschaft öffentlich gemacht und damit einen kleinen Mediencoup erzielt. Die Aktion konnte dem stotternden NPD-Wahlkampf allerdings keine neuen Impulse verleihen, die Partei kam am Wahltag nur auf für sie angesichts früherer Wahlergebnisse enttäuschende 1,6 Prozent. Aufgrund einer Sonderregelung des Wahlrechts der Hansestadt, nach dem es reicht, in einem der beiden Wahlgebiete Bremen oder Bremerhaven die Fünf-Prozent-Hürde zu überspringen, um Abgeordnete in der Bürgerschaft zu entsenden, machten sie die NPD-Strategen große Hoffnungen. In der Vergangenheit hatten die Rechtsextremisten tatsächlich über den „Umweg Bremerhaven“ Parlamentssitze erkämpfen können.

Eine Reaktion des 40-Jährigen liegt bislang nicht vor. Vor dem Verhandlungstag hatte die NPD den Prozess genutzt, die Offensive zu suchen. Auf ihrer Webseite verbreitete sie eine Meldung, nach der sich „die Antwort des Berliner Anwaltes von Jens Pühse, Carsten Schrank, auf die jüngste Klageerwiderung fast wie ein Schriftsatz in dem möglicherweise unmittelbar bevorstehenden NPD-Verbotsverfahren“ gelesen habe. „Darin wird der Kernvorwurf der behaupteten "Verfassungswidrigkeit" der Nationaldemokraten regelrecht zerpflückt“, heißt es dort. Die Umdeutung dieses Prozesses in vorgezogenes Verbotsverfahren ging also ordentlich nach hinten los.

Kommentare(27)

Otto Freitag, 21.Dezember 2012, 10:29 Uhr:
Ich wäre nicht vor Gericht gezogen, ich wäre selbst aus dem Verein ausgetreten. Es gibt in Deutschland nicht einen Fussballverein der noch Deutsch ist. Also müßten die Mitglieder der NPD den Verein von sich aus schon verlassen.
 
Dennis Freitag, 21.Dezember 2012, 11:31 Uhr:
@Otto:
Werder ist kein deutscher Verein? Komisch, ich dachte immer Bremen läge in Deutschland... Naja, hab ich mich wohl geirrt.

"Also müßten die Mitglieder der NPD den Verein von sich aus schon verlassen."

Dann aber los. Die Mitglieder würden dem Verein einen großen Gefallen tun. Solche Typen braucht nämlich keiner.
 
WW Samstag, 22.Dezember 2012, 00:28 Uhr:
Das Urteil war vorhersehbar, aber das Verfahren der verzweifelte Versuch, wieder einmal Schlagzeilen zu bekommen und sich in der Lieblingsrolle als Opfer wiederzufinden.
 
Otto Samstag, 22.Dezember 2012, 10:40 Uhr:
@ Dennis

Text nicht verstanden.
Es war nicht die Stadt Bremen gemeint. Das diese in Deutschland ist, ist mir bekannt. versuchen Sie es doch mal mit der Mannschaft ?
 
Dennis Samstag, 22.Dezember 2012, 11:42 Uhr:
@Otto:

Ich habe den Text sehr wohl verstanden. Auch Werder Bremen ist ein deutscher Verein. Dass Sie das auf Grund Ihres Ausländerhasses anders sehen, ist mir allerdings klar.
Sie können ja einfach einen Verein gründen, den können Sie dann rassisch rein halten. Ihr Führer Pastörs wird es Ihnen danken.
 
paul.pa Samstag, 22.Dezember 2012, 11:43 Uhr:
Das war eben Zivilcourage beim SV Werder Bremen. Die Vorgänger der heutigen Vorstandsmitglieder waren nach 1933 bestimmt auch sehr couragiert und haben damals die Juden aus dem Verein ausgeschlossen.
Einmal zivilcouragiert, immer zivilcouragiert.
Mir stellt sich aber die Frage worin der Mut besteht dem Zeitgeist entsprechend auf eine Minderheit "einzuschlagen".
Aber das kann mir bestimmt Jemand erklären.
 
Roichi Samstag, 22.Dezember 2012, 13:17 Uhr:
@ Otto

"Es gibt in Deutschland nicht einen Fussballverein der noch Deutsch ist."

Was ist das denn für eine Bullshitaussage?

"versuchen Sie es doch mal mit der Mannschaft"

Dann wirst du feststellen, dass Spitzensport ein internationales Feld ist.
Na und? Das ist in jedem Erstligaverein der Welt üblich. Man sucht sich die Leute eben nach Können und nicht nach Herkunft.
Zeigt doch, dass Rassismus im Sport zumindest in den Mannschaften nicht vorhanden ist. Schöne Sache.
Dass du dden Rassimus gern hättest spricht eher gegen, als für dich.
 
Roichi Samstag, 22.Dezember 2012, 13:18 Uhr:
@ Otto

"Es gibt in Deutschland nicht einen Fussballverein der noch Deutsch ist."

Was ist das denn für eine Bullshitaussage?

"versuchen Sie es doch mal mit der Mannschaft"

Dann wirst du feststellen, dass Spitzensport ein internationales Feld ist.
Na und? Das ist in jedem Erstligaverein der Welt üblich. Man sucht sich die Leute eben nach Können und nicht nach Herkunft.
Zeigt doch, dass Rassismus im Sport zumindest in den Mannschaften nicht vorhanden ist. Schöne Sache.
Dass du den Rassimus gern hättest spricht eher gegen, als für dich.
 
Chezuz Samstag, 22.Dezember 2012, 13:30 Uhr:
@ Otto

Sie meinen "Reinrassig"?
 
Otto Samstag, 22.Dezember 2012, 16:50 Uhr:
Es gibt einen sehr schönen Vergleich;
Jesus ist in einem Stall geboren und ist doch kein Esel. Also nicht jeder der in Deutschland geboren wird ist Deutscher, hier gilt das Abstammungsprinzip.

@ an alle mit dem Vorschlag einen reinen deutschen Verein zu gründen=
Wie lange würde dieser in der BRD bestehen ? Ich denke nicht lange, denn dann kommt das Verbot= BRD läßt grüßen.
 
Dennis Sonntag, 23.Dezember 2012, 09:36 Uhr:
@Otto:

"hier gilt das Abstammungsprinzip."

Falsch, Otto. Das Abstammungsprinzip gilt lediglich bei Neonazis, so einer sind Sie ja offensichtlich. Aber Ihre Ansichten sind in Deutschland selbstverständlich nicht mehrheitsfähig, was man bei jeder Wahl sehen kann.

"Ich denke nicht lange, denn dann kommt das Verbot= BRD läßt grüßen"

Schon wieder falsch, Otto!

Natürlich können Sie einen rein deutschen Verein gründen. Solange Sie sich mit diesem an die bestehenden Gesetze halten, droht Ihnen auch kein Verbot.

Zwei Aussagen, zweimal Bullshit. Gute Quote Otto!!!
 
Roichi Sonntag, 23.Dezember 2012, 12:26 Uhr:
@ Paul

Du bist dir echt nicht zu schade, die blödesten Vergleiche zubringen.


@ Otto

"hier gilt das Abstammungsprinzip."

Nur in deiner braunen Welt.
In der Realität nicht.
Das ist es, was dich nämlich stört.
 
Chezuz Sonntag, 23.Dezember 2012, 13:53 Uhr:
"Es gibt einen sehr schönen Vergleich;
Jesus ist in einem Stall geboren und ist doch kein Esel."

Super Vergleich. Hilft das im Vereinsfall irgendwie weiter?

Sie meinen also Reinrassig.
Warum trauen sie sich nicht, diesen Begriff zu verwenden?


"Also nicht jeder der in Deutschland geboren wird ist Deutscher, hier gilt das Abstammungsprinzip."

Was natürlich wieder nur die halbe Wahrheit ist. Und - oh Wunder - es gibt hier auch sowas wie Immigranten, die eine deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben. Mutmaßlich bevorzugen sie den Terminus "Passdeutscher".

Aber wissen sie was? Das ist ihr Problem!

Deutscher im Sinne des § 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) ist, „wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt”, die von der Bundesrepublik Deutschland verliehen wird.

Aber das ist für ihren Traumverein offensichtlich nicht arisch genug.

"an alle mit dem Vorschlag einen reinen deutschen Verein zu gründen"

Reinrassig. Sie meinen Reinrassig.

"Wie lange würde dieser in der BRD bestehen ? Ich denke nicht lange, denn dann kommt das Verbot= BRD läßt grüßen."

Solange der Verein sich verfassungskonform verhält, wird das nicht passieren.

Nach ihrer Definition von "deutsch" würde das aber mutmaßlich relativ zeitnah in die Hose gehen.
Für Sie sind manche Deutsche eben Deutscher als andere Deutsche.

Aber das Gebrüll nach "Reinrassigkeit" zeigt schön, daß Sie für eine von ihnen propagierte Elite offensichtlich keine anderen qualitativen Merkmale aufweisen.
 
Franz von Sickingen Sonntag, 23.Dezember 2012, 14:30 Uhr:
Es gibt noch Fußballvereine, die sich nicht dem Diktat des Kapitalismus unterwerfen, so z. B. Athletic Bilbao. Ein Verein, der nur Spieler baskischer Herkunft einsetzt, 1928 gegründet wurde und seit dem ununterbrochen in der ersten spanischen Liga spielt. Respekt!
Unsere Multi-Kulti-Vereine sind nicht nur seelenlose austauschbare Kapitalgesellschaften, sie sind die moderne Form der Brot und Spiele für die dumme Masse.
 
Xelf Sonntag, 23.Dezember 2012, 14:36 Uhr:
@chezuz

"Aber das Gebrüll nach "Reinrassigkeit" zeigt schön, "

Hm, der einzige, der in einem Kommentar diesen Terminus x-mal brüllt, sind SIE!

Eben ein echter NaZi, wa!? ;)
 
Chezuz Montag, 24.Dezember 2012, 09:45 Uhr:
@Xelf

Ich fordere aber keine "Reinrassigkeit" ein.

Bringen sie ausser stumpfe Pöbeleien sonst noch etwas zustande?
 
WW Montag, 24.Dezember 2012, 13:29 Uhr:
Paul.pa, ich frage mich, wann die Argumentation (Nazis = Juden) einmal zu peinlich wird.
 
WW Montag, 24.Dezember 2012, 13:36 Uhr:
Franz, Fußball scheint das falsche Betätigungsfeld für Sie zu sein, wenn Sie ein Hobby suchen, um Ihren Rassismus und Ihre pseudo-antikapitalistischen Parolen auszuleben.
 
Elvira Dienstag, 25.Dezember 2012, 10:52 Uhr:
Ich weis nicht warum der Deutsche ein Problem hat das Wort Reinrassig zu benutzen ? Wir nehmen uns doch immer andere Völker als Vorbilder, warum nicht in diesem Fall den Juden? Denn dort wird doch Reinrassig ganz groß geschrieben. Lest mal das bekannte Buch der Juden.
 
Chezuz Dienstag, 25.Dezember 2012, 13:13 Uhr:
"Ich weis nicht warum der Deutsche ein Problem hat das Wort Reinrassig zu benutzen ?"

Das sie so einiges nicht wissen, oder wissen wollen stellen sie ja oft genug unter Beweis. Der Begriff "reinrassig" ist volkshistorisch Unfug. Wann ist ein Deutscher für sie Deutsch? Wenn er weiße Haut hat? Wenn er kein Moslem ist? Wieviel Generationen muss denn Ihrer Meinung die Blutlinie für hinreichendes Deutschtum zurückreichen?

Letztendlich ist die Definition willkürlich.

"Wir nehmen uns doch immer andere Völker als Vorbilder, warum nicht in diesem Fall den Juden?"

Warum denn ausgerechnet die Juden? Im grunde spielt es keine Rolle, sie sind nicht in der Lage Ethnien und Nationalzugehörigkeiten zu unterscheiden.

"Denn dort wird doch Reinrassig ganz groß geschrieben. Lest mal das bekannte Buch der Juden."

Warum bleiben sie nicht beim Thema und versuchen Nebelkerzen zu werfen. Reicht es für eine nachvollziehbare Argumentationsstruktur mal wieder nicht aus?

Definieren sie doch mal reinrassig Deutsch in Ihrem Sinne.



Deutscher im Sinne des § 1 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) ist, „wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt”, die von der Bundesrepublik Deutschland verliehen wird.
 
Gorm der Alte Dienstag, 25.Dezember 2012, 21:53 Uhr:
Elvira, schon mal wieder von nichts aber auch garkeine Ahnung, Jude ist wer eine jüdische Mutter hat oder der Glaubensgemeinschaft aus freier Entscheidung beigetreten ist. Darum sind nicht wenige Menschen jüdischen Glaubens im nahen Osten aus multikulturellen Familien so wie es vor der endgültigen Vernichtung der jüdischen Rasse auf deutschen Boden von 1938 bis 1945 in Europa vielfach auch war wenn also ein Jude vor der Machtergreifung eine "Nazisse" geheiratet hat waren die Kinder eben keine Juden im Sinne der Glaubensgemeinschaft aber sehr wohl Deutsche die mehrheitlich in Auschwitz, Chelmno, Belcec, Sobibor etc von Landsleuten umgebracht worden sind. Bei der Art homo sapiens sapiens gibts nun mal keine Rassen wie bei den Großkatzen, Bären, Dorschen oder Krähenvögeln. Der Rassismus brauner Art ist von der Geschichte widerlegt und längst vom Zeitgeist überholt, nur die Nazis wollen das eben nicht einsehen. Tradition geht übrigens anders...
 
Bernd Mittwoch, 26.Dezember 2012, 09:35 Uhr:
@ Gorm der Alte

* Richtig ist :Jude ist nur der, der eine jüdische Mutter hat. Deshalb weil durch die Mutter das Blut weiter vererbt wird.
Die einer Glaubensgemeinschaft beigetreten sind, werden nicht als Juden anerkannt.

[Anm.d.Red.: FALSCH. Man kann auch zum jüdischen Glauben konvertieren. Einfach mal schlau machen.]

Wenn ich dann vom ersten ausgehe, könnte es in Deutschland auch heißen:
Deutscher ist nur der, der deutschen Blutes ist, oder?

[Anm.d.Red.: GENAU. So ist das mit Zirkelschlüssen. Am Ende passt es immer so schön.]
 
Roichi Mittwoch, 26.Dezember 2012, 16:37 Uhr:
@ Elvira

"Ich weis nicht warum der Deutsche ein Problem hat das Wort Reinrassig zu benutzen ? "

Nicht nur "der Deutsche", sondern Jeder mit ein wenig Verstand.
Der weiß nämlich, dass das in Bezug zum Menschen Blödsinn ist.
Deshalb wird das auch nur von Leuten ohne Verstand benutzt.
 
Stiller Mitleser Donnerstag, 27.Dezember 2012, 10:21 Uhr:
@ Roichi:

"Deshalb wird das auch nur von Leuten ohne Verstand benutzt."

Das war wohl wieder ein Eigentor.

Art. 3 Abs. 3 GG :

"Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner RASSE, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden."
 
Roichi Donnerstag, 27.Dezember 2012, 15:49 Uhr:
@ stiller

Du hast soeben erfolgreich zwei verschiedene Bedeutungen des Wortes vermischt und ganz nebenbei auch mal eben einige Jahrzehnte Entwicklung unterschlagen.

Achso, nicht zu vergessen, dass es eher um das Wort "reinrassig" ging, als um den Rassebegriff an sich.
 
Marlies Donnerstag, 27.Dezember 2012, 19:13 Uhr:
@rutschi
"Du hast soeben erfolgreich zwei verschiedene Bedeutungen des Wortes vermischt und ganz nebenbei auch mal eben einige Jahrzehnte Entwicklung unterschlagen."

Und? Was hast Du nun bewiesen? Nichts. Erklär uns doch mal in Deiner bekannt hilflosen Art die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs RASSE im Zusammenhang mit dem Grundgesetz.
 
Franz von Sickingen Sonntag, 30.Dezember 2012, 16:59 Uhr:
@ Redaktion,

schon mal mit dem AT und dem dort enthaltenen Buch Esra beschäftigt? Einfach mal die Kapitel 9 und 10 lesen.

Sie werden sicherlich in Besitz von Zahlen sein, die dokumentieren, wie hoch der Anteil derjenigen ist, die mal so einfach zum Judentum konvertieren dürfen, ohne den Nachweis zu erbringen, eine jüdischen Mutter zu haben.
Nun ja, und Sie werden sicherlich das Phänomen des Verhältnisses kennen.
Wenn grundsätzlich das "Judesein" über das Mutterrecht definiert wird, dies also das eigentliche Prinzip darstellt, ist die mögliche, aber gering gehaltene Konversion zum jüdischen Glauben ohne jüdische Mutter, eine zu vernachlässigende Größe, sodass der Hinweis, dies so einfach zu können, eher der Verschleierung des eigentlichen Sachverhalts dient, nämlich, dass die Zugehörigkeit bei bestimmten erwählten Völkern auch im 21. Jahrhundert noch überwiegend über die Abstammung, das jus sanguinis, geregelt wird.

Es liegt mitnichten ein Zirkelschluss vor, wenn "Bernd" in Analogie zum Abstammungsprinzip im Judentum verdeutlicht, dass dieses Prinzip auch für die Zugehörigkeit und Anerkennung als Deutscher gelten könne.
Ironischerweise müsste als Voraussetzung natürlich eine neue Religion gegründet werden, die in Analogie zum Judentum, lustigerweise Deutschtum genannt werden könnte. Zum Deutschtum gehört dann derjenige, der eine deutsche Mutter hat. Innerhalb des Deutschtums gibt es dann noch ein paar liberale und progressive Deutsche, analog wie im Judentum, und dann dürfen hin und wieder, ob es den orthodoxen Deutschen nun passt oder nicht, auch manchmal ein paar Wenige zum deutschen Glauben konvertieren, ohne den Nachweis einer deutschen Mutter. Über die Anerkennung darf dann munter gestritten werden, analog, wie im Judentum.

Und ohne Ironie: Ich erinnere an dieser Stelle wieder an das Buch Esra. Leider hat die Geschichte nicht aufgehört, ihre tragischen Dispositionen zu treffen und was im Buch Esra beschrieben wird, ist selbst dem 21. Jahrhundert nicht fremd. Blut scheint eben dicker, als Wasser zu sein - alte Volksweisheit.
 

Die Diskussion wurde geschlossen