von Oliver Cruzcampo
   

Rostock-Lichtenhagen: Gedenkstele vor Sonnenblumenhaus beschädigt

Zwei Gedenkstelen wurden bereits vergangene Woche beschmiert, nun wurde ein Betonstück der Stele direkt vor dem Sonnenblumenhaus entwendet. Der Stein war Teil einer Bodenplatte, aus der bereits 1992 Bruchstücke als Wurfgeschosse benutzt wurden.

Damals direkt von dem Pogrom betroffene Personen während der Einweihung der Stele vor dem Sonnenblumenhaus

Im Rahmen der Gedenkwoche anlässlich des 25. Jahrestages der Pogrome von Rostock Lichtenhagen wurden an fünf verschiedenen Orten Stelen eingeweiht, eine davon direkt vom dem Sonnenblumenhaus im Stadtteil Lichtenhagen.

Auf der dortigen Stele „Selbstjustiz“ wurde lose ein Betonstück aufgelegt – dieses stammt aus einer Bodenplatte, die im August 1992 zerstört wurde, um daraus Wurfgeschosse zu machen. Dieser bewusst nicht fixierte Stein wurde vergangene Nacht gegen 23 Uhr nun gestohlen.

Die Künstlergruppe „Schaum“, die die fünf Stelen entwarf, beschreibt das in Lichtenhagen errichtete Mahnmal wie folgt:

„Auf der Oberseite der Figur ist passgenau ein Bruchstück der Bodenplatte lose eingelegt. Die Möglichkeit, es herauszunehmen und zu verwenden, verdeutlicht eine bis heute anhaltende Bedrohungssituation und fordert die Betrachtenden dazu auf, ihr eigenes Verhältnis zu konkreter, physischer, aber auch zu abstrakter, struktureller Gewalt zu reflektieren.“

Zwei weitere Stelen wurden bereits während der Gedenkwoche beschmiert. Insgesamt gibt es fünf Gedenkstelen, die an Standorten realisiert wurden, die konkrete Bezüge zu den rassistischen Handlungen und ihren gesellschaftlichen Kontexten aufweisen.

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