von Redaktion
   

Razzia: Täuschten Identitäre Angriff auf sich selbst vor?

Besuch am frühen Morgen erhielten vor ein paar Tagen drei Angehörige der Identitären Bewegung aus dem schwäbischen Balingen. Die Behörden verdächtigen die jungen Männer, einen angeblich linksmotivierten Angriff auf sich selbst vorgetäuscht zu haben. Auf der Suche nach Beweisen nahmen die Polizei Computer und Speichermedien mit.

Mitglieder der Identitären bekamen Besuch von der Polizei; Archivfoto

Die Angehörigen der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung sind Spezialisten der Inszenierung. Mit wenig Leuten und etwas technischem Geschick werden Aktionen so geplant, dass sie mit geringen Mitteln möglichst maximalen Ertrag bringen, was für die „Bewegung“ heißt: Aufmerksamkeit. Immer wieder schaffen sie es, mit eigentlich unbedeutenden Kleinstaktionen bis hinein in die Massen- und Leitmedien.

Eine Inszenierung der anderen Art werfen die Behörden nun drei Angehörigen der schwäbischen IB vor. Zwei junge Männer im Alter von 18 und 24 Jahren, zeigten im letzten November einen angeblich von Linksextremen begangenen Überfall bei der Polizei in Balingen an. Im Auto wartend, seien sie von einer Gruppe vermummter Männer angegriffen worden, wobei auch das Fahrzeug stark in Mitleidenschaft gezogen worden sei. Die IB hatte am Tag zuvor einen Infostand auf dem Marktplatz abgehalten. Die Polizei suchte nach Zeugen und erhielt Hinweise. Der Zollern-Alb-Kurier sprach gar von Sorgen um die Sicherheit in der Stadt nach einem derart brutalen Überfall.

Geld für Hausarbeitsphase

Vor acht Tagen dann die Wende. Die Polizei verdächtigt nun die Gruppe, den Vorfall vorgetäuscht zu haben, um ihn propagandistisch politischen Gegnern in die Schuhe zu schieben. Wegen des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat habe die Polizei laut „Schwarzwälder Bote“ bei Mitgliedern der "Identitären Bewegung Schwaben" Hausdurchsuchungen durchgeführt und dabei elektronische Speichermedien und Computer beschlagnahmt.

Nun brauchen die Identitären Geld; einmal soll der Schaden am Auto ersetzt werden. Zudem sollen die Aktivisten kurz vor „der Hausarbeits- und Prüfungsphase“ wieder mit Computern ausgestattet werden. Mit unsäglichen Übertreibungen gespickt ist der Katzenjammer unter dem Facebook-Aufruf. User „Frank Wild“ spricht von der „großen Hexenjagd auf Andersdenkende“. „Ren Chen“ fühlt sich gar an „1933“ erinnert.

Kommentare(3)

Stefan Suppes Samstag, 21.Januar 2017, 19:58 Uhr:
Aber genau in dem Jahr "1933" wollen die doch leben.
 
Charles Munich Sonntag, 22.Januar 2017, 19:39 Uhr:
Ja, ja ... das ALLERSCHLIMMSTE für die Neo-Nazis wäre (auch allgemein) Nicht-Beachtung und Lächerlich-Machung ...
Leider funktioniert das nicht in Deutschland, da hier ein JEDER furchtbar wichtig sein will!
 
Roichi Montag, 23.Januar 2017, 15:30 Uhr:
@ Stefan

Also eigentlich eher 1935 oder 1938.
Nach den Nürnberger Rassegesetzen.
 

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