von Oliver Cruzcampo
   

Razzia: Neo-Druide im Kampf gegen Flüchtlinge und Juden

Die Generalbundesanwaltschaft ließ am Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern Razzien durchführen. Die Beschuldigten sollen der Reichsbürger-Szene angehören, ihnen wird vorgeworfen, einen rechtsextreme Vereinigung gegründet zu haben. Sie sollen Anschläge auf Flüchtlinge und Juden geplant haben.

Der Hauptbeschuldigte auf Facebook, Foto: Screenshot

Insgesamt 12 Wohnungen seien laut Bundesanwaltschaft heute morgen in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt durchsucht worden, dabei soll es sich laut übereinstimmenden Medienberichten um Angehörige der Reichsbürger-Szene gehören. Sie sollen laut Frühjahr 2016 bewaffnete Angriffe auf Polizisten, Flüchtlinge und Juden geplant haben, konkrete Anschlagsziele hätten jedoch offenbar nicht vorgelegen.

Bei sechs Personen ginge es demnach um den Verdacht der Bildung einer rechtsextremistischen Vereinigung. Dem siebten Beschuldigten wird vorgeworfen, die Gruppe durch Beschaffungshandlungen unterstützt zu haben. Abschließend hieß es, dass weitere Auskünfte aufgrund laufender Ermittlungen und noch andauernder Durchsuchungsmaßnahmen derzeit nicht erteilt werden könnten. Selbst ein Hinweis auf ein Reichsbürger-Umfeld fehlte.

Doch schnell wurden weitere Informationen publik und Hinweise auf Personen, die dem Milieu der Reichsbürger zuzuordnen sind, verdichteten sich. So soll es sich bei dem Hauptbeschuldigten um einen seit etlichen Jahren aktiven Neo-Druiden handeln. Bei dem 65-jährigen Burghard B., der im Internet auf zahlreichen Seiten als „Burgos von Buchonia“ aktiv ist, soll es sich demnach um den Hauptverdächtigen handeln.

Bei dem Mann aus Schwetzingen bei Heidelberg seien zudem scharfe Schusswaffen und Munition gefunden worden. Beobachtern sei B. bereits seit Jahren bekannt. Vor knapp zehn Jahren porträtierten ihn noch mehrere Fernsehsender in seiner Funktion als Druide, der nach Eigenaussage vor 2.500 Jahren geboren wurde. Seitdem hat sich B. offenbar deutlich radikalisiert. So soll er auch auf Veranstaltungen rechtsextremer Parteien und Organisationen teilgenommen haben. Offen hetzt der 65-Jährige auf Facebook gegen Andersdenkende und die von der Bundesanwaltschaft genannten Personengruppen.

So schreibt B. im August 2015: „Lasst uns mit dem Aufräumen beginnen. Die Feinde meiner Familie, meiner Sippe, meines Stammes und zuletzt meines Volkes werde ich vernichten.“ Einen Monat weiter schiebt er nach: „Kämpfe jetzt in Echtzeit. Nicht mehr an der Tastatur.“

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