von Redaktion
   

Räumungsklage gegen Thor Steinar-Boutique in Glinde eingereicht

Als vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass der Mietvertrag des örtlichen Thor Steinar-Ladens zum 31. Juli ausgelaufen würde, war die Freude in Glinde groß. Trotzdem hat die umstrittene Boutique nach wie geöffnet, der Vermieter hat mittlerweile Räumungsklage eingereicht. Die Proteste vor Ort gehen derweil weiter.

Proteste gegen den umstrittenen Thor Steinar-Laden in Glinde - auch Storch Heinar war dabei

Zum 31. Juli lief der Mietvertrag des Tønsberg in Glinde aus. Der Laden verkauft seit nunmehr fünf Jahren die bei Neonazis beliebte Modemarke Thor Steinar und rief eine zivilgesellschaftliche Gegenbewegung auf den Plan, die deutschlandweit ihresgleichen sucht. Regelmäßig hält eine Bürgerinitiative Mahnwachen in der Möllner Landstraße ab. Am 17. September steht das Fünfjährige-Jubiläum der mit zahlreichen Auszeichnungen geehrten Bürgerinitiative „Glinde gegen Rechts“ an, gut zwei Wochen vorher hat der Innenminister von Schleswig-Holstein, Stefan Studt, einen Besuch der Mahnwache angekündigt. „Wir bleiben, bis der Laden endlich weg ist“, sagte Sprecher Helmut Stöckmann dem NDR.

Für den Fall, dass der Betreiber seine Boutique nicht rechtzeitig räumen sollte, stellte der Anwalt des Vermieters vor einiger Zeit eine Räumungsklage in Aussicht. Die Ankündigung sei nach Informationen des NDR mittlerweile in die Tat umgesetzt. Die Bürgerinitiative berichtet auf ihrer Webseite ebenfalls von der juristischen Auseinandersetzung. Verhandlungsort sei das Landgericht Lübeck, ein Termin stehe bislang allerdings noch nicht fest. Jetzt dauere es gut zwei Wochen, bis die Klage dem Mieter zugestellt werde, der anschließend Gelegenheit habe, sich zu den Vorwürfen zu äußern.

Nicht die erste Klage

Im Jahr 2012 kam es bereits schon einmal zu einer solchen Klage vor dem Landgericht Lübeck. Der Betreiber habe in einem Vertragsentwurf Thor Steinar nicht explizit erwähnt und auch nicht auf damit verbundene Proteste hingewiesen, hieß es damals. Jedoch konnte der entsprechende Entwurf nicht mehr ausfindig gemacht werden – die Klage wurde damals abgewiesen. Nun folgt also der nächste Anlauf.

Ende Januar hatte eine weitere Filiale von Thor Steinar, der „Haugesund“ in Rostock, dicht gemacht, auch dort wurde der Mietvertrag offenbar nicht verlängert. In Dresden wurden dafür gleich zwei weitere Geschäfte eröffnet, dazu kommen weitere vor allem in den osteuropäischen Ländern.

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