von Redaktion
   

Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung? Die Rechte-Landeschef verhaftet

Mit einem Großaufgebot ist die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ vorgegangen. Bei einer Razzia wurden vier Personen festgenommen, sie stehen als „Rädelsführer einer kriminellen Vereinigung“ im Visier der Ermittler. Unter den Festgenommenen befindet sich der Landeschef der Neonazi-Partei Die Rechte, Daniel Reusch. Die „AN Göppingen“ hatten immer wieder mit gewalttätigen Aktionen von sich reden gemacht.

Daniel Reusch (Foto: Thomas Witzgall)

Die „Autonomen Nationalisten Göppingen“ (AN Göppingen) gehören zu den umtriebigsten Neonazi-Gruppierungen in Baden-Württemberg. Gleich bis zum Jahr 2020 haben die Organisatoren in der 40 km östlich von Stuttgart gelegenen Stadt Demonstrationen angemeldet, zuletzt marschierten sie im Oktober gemeinsam mit Gesinnungsgenossen von NPD und der Rechten durch die 55.000-Einwohner-Stadt. Knapp ein halbes Jahr früher hatten die Neonazis ebenfalls für Schlagzeilen gesorgt, als sie eine Anti-Rechts-Kundgebung angegriffen hatten. Vier Störer wurden damals verhaftet, bald aber wieder auf freien Fuß gesetzt, obwohl bei dem Übergriff Verletzte zu beklagen waren.

Großrazzia gegen Neonazis

Trotzdem blieb der Vorfall nicht ohne Folgen. Vorgestern durchsuchte das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA), unterstützt durch örtliche Polizeieinheiten, 19 Wohnungen mutmaßlicher Mitglieder der „AN Göppingen“ in den Landkreisen Göppingen, Esslingen und Rems-Murr-Kreis. Die Staatsanwaltschaft verdächtigt 18 Personen zwischen 22 und 33 Jahren, eine kriminellen Vereinigung gegründet und zur Durchsetzung ihrer Ziele Straftaten begangen zu haben. Die Liste der Delikte ist lang: Sachbeschädigungen, gefährliche Körperverletzungen, vorsätzliche Körperverletzungen, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, Verstöße gegen das Versammlungsgesetz und Verstöße gegen das Waffengesetz.


Demonstrationsplakat der „AN Göppingen“

Bei der Razzia beschlagnahmten die Spezialisten umfangreiches Beweismaterial, das nun ausgewertet wird. Neben Propagandamaterialien und NS-Devotionalien fielen den LKA-Beamten auch Schreckschusspistolen, Teleskopschlagstöcke, Schlagringe, Wurfsterne und Quarzhandschuhe in die Hände. Außerdem wurden nach Angaben der Ermittler Speichermedien, Computer und Handys sichergestellt.

Die Rechte-Landeschef Reusch als Rädelführer

Die vier mutmaßlichen Rädelsführer wurden am gleichen Tag verhaftet und einem Haftrichter vorgeführt. Unter ihnen befindet sich nach Angaben des Bundesvorsitzenden der Neonazi-Partei Die Rechte, Christian Worch, der Landesvorsitzende der Splitterpartei aus Baden-Württemberg, Daniel Reusch.


Daniel Reusch (Mitte), gemeinsam mit dem Neonazi-Terroristen Martin Wiese (Foto: Thomas Witzgall)

Worch hatte zunächst angenommen, die Razzia stünde im Zusammenhang mit den „Unsterblichen“, einer Neonazi-Aktionsform, die vor allem durch spontane Demonstrationen mit maskierten Teilnehmern auf sich aufmerksam gemacht hatte. Reusch wurde gemeinsam mit den drei weiteren Verdächtigen in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.

Kommentare(1)

Tom Hofmann, Göppingen Mittwoch, 05.März 2014, 04:59 Uhr:
Der Staat haut immer heftiger um sich. . Jede nationale Gruppierung wird verfolgt und mit Schauermärchen in der Presse genannt.

ich denke, den Politikern geht der Arsch auf Grundeis. Sie wissen was kommen wird. Ihre Lügen sind enttarnt. Das erwachte Volk lässt sich wohl nimmer länger verarschen. Darum werden nationale Gruppen kriminalisiert
 

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