von Redaktion
   

NPD-Skandal: „Peniskuchen“ geht in die Verlängerung

Lange mussten Beobachter warten – nun ist er zurück: der berüchtigte „Peniskuchen“. Feuchtföhlich feierte die Saarbrücker NPD-Prominenz am vergangenen Wochenende den Geburtstag einer Anhängerin. Mit dabei war auch ein NPD-Kommunalpolitiker aus Baden-Württemberg, der auf eine einschlägige Vorgeschichte zurückblicken kann. Die Entwicklung seines eigenen Landesverbandes dürfte Bundeschef Franz Franz abwechselnd Scham oder Zornesröte ins Gesicht treiben.

NPD-"Größen" unter sich: Janine Walk und Jacky Süßdorf feiern mit "Peniskuchen" (Foto: Screenshot Facebook)

In den Sozialen Medien fühlt sich Frank Franz, derzeit Bundeschef der NPD, zu hause. Über seine Profile bei Facebook und Twitter versorgt der Saarländer seine Anhänger mit den besten Wünschen zum Wochenende, seinen Reiseplänen und manchmal gibt er sogar ein „politisches“ Statement ab. Bei seinen virtuellen Rundgängen wird der „Verteidiger des deutschen Volkes 2.0“ gestern möglicherweise über Bilder einer Feier gestolpert sein, die schlechte Erinnerungen wecken. Erneut hatte am Samstag nämlich die Vorsitzende der Burbacher NPD, Jacky Süßdorf, zu ihrer Geburtstagsfeier geladen.

Vor gut einem Jahr stürzte eine ähnliche Fete den saarländischen Landesverband, den Franz selbst von 2005 bis 2012 führte, in eine schwere Krise. Die Ausschweifungen der Partygäste mit Stripperin, der früheren Pornodarstellerin Ina G. oder einem Kuchen in Penisform hatten Folgen selbst für die Bundes-NPD. Der ohnehin umstrittene Generalsekretär Peter Marx, im Amt des Landesvorsitzenden Vor- bzw. Nachfolger von Franz, stolperte über den „Skandal“, der vor allem in der Neonazi-Szene heiß diskutiert, in der breiten Öffentlichkeit aber mit Heiterkeit aufgenommen wurde. Es dürfte nicht zuletzt auch diese Veranstaltung gewesen sein, die den frischgebackenen Frontmann des NPD-Parteinachwuches Junge Nationaldemokraten (JN), Sebastian Richter, veranlasste, seiner Partei ein verheerendes Zeugnis auszustellen: „Die kleinen und großen Skandale der jüngsten Vergangenheit lassen unsere Bewegung als lächerlichen Haufen dastehen. [...] Früher waren wir die Bösen, Gewaltbereiten oder auch Dummen. Heute sind wir einfach nur noch die Loser, die Verlierer, die Frauenschläger und die sexuell Desorientierten“, schrieb der 33-Jährige bei Facebook.

Gescheiterte Existenzen, Verschwörungstheoretiker, Schläger und Kriminelle

Am vergangenen Wochenende amüsierten sich neben Süßdorf die lokale NPD-Kreisvorsitzende Janine Walk über die Neuauflage des „Peniskuchen“. Peter Marx mied offenbar das feuchtfröhliche Zusammenkommen – jedenfalls ist er auf den im Internet eingestellten Fotos nicht zu sehen –, bei dem die Stripperin „PattySnake“ laut Ankündigung „ne heiße Show präsentieren und Euch für die folgenden Stunden dann Oben-ohne lecker Schnäpsja kredenzen“ [sic!] sollte.

Jacky Süßdorf und Christian Hehl (Foto: Screenshot Facebook)

Dafür war Christian Hehl, Stadtrat der NPD in Mannheim, mit von der Partie. Der bullige Neonazi-Hooligan blickt auf eine braune Verangenheit zurück – mit allem, was dazu gehört: etwa der Mitgliedschaft in der verbotenen „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP) oder einer Bewährungsstrafe, weil er nach Überzeugung des Gerichts einen Antifaschisten mit einem Schlagstock angegriffen hatte.

Frank Franz kann noch so sehr ein „seriöses“ Image seiner angeschlagenen Partei anstreben, die Realität sieht anders aus. Vor allem, wenn sein eigener Landesverband seine Bemühungen weiterhin mit blankem Busen und viel Alkohol untergräbt. Die NPD war schon immer eine Truppe, die gescheiterte Existenzen genauso anzog wie Verschwörungstheoretiker, Schläger und Kriminelle. Und das wird sie bleiben.

Kommentare(13)

Holger Adamsapfel Montag, 23.Februar 2015, 19:11 Uhr:
Ich kann es nicht fassen:

Früher waren wir die Bösen, Gewaltbereiten oder auch Dummen. Heute sind wir einfach nur noch die Loser, die Verlierer, die Frauenschläger und die sexuell Desorientierten“

der Mann bringt es auf den Punkt.
Und das aus der NPD....
 
Joe T. Montag, 23.Februar 2015, 21:00 Uhr:
Es ist eine Schande, was da so abläuft und für den März ist schon die nächste Nazi-Party geplant! Mit Sascha Wagner, Janine Walk, Michael Jakob, Jacky Süßdorf war der halbe Landesvorstand vor Ort, außerdem Kameradschaften aus Zweibrücken und Neunkirchen. Volle, braune Hütte und das mitten in Saarbrücken und bei mir um die Ecke.
Weitere Fotos hier und auf den einzelnen Seiten der Nazis, zum kotzen
https://www.facebook.com/media/set/?set=a.805860296117331.1073741881.760838290619532&type=1
 
Insider wissen mehr! Montag, 23.Februar 2015, 21:18 Uhr:
Ha! Ha! Ha! Auf Hehli ist Verlaß! Der „Firle-Franz“ ärgert sich doch nur, daß er wieder einmal nicht eingeladen wurde.
 
Jupp Dienstag, 24.Februar 2015, 10:01 Uhr:
Wenn se schon sonst nix können, wenigstens lustig feiern... ;)
 
Andre B. Dienstag, 24.Februar 2015, 10:11 Uhr:
ein bundesvorsitzender dessen Lebensleistung daraus besteht, den ganten tag selfis zu schiessen und darauf achtet, dass das Toupet richtig sitzt sollte eher froh sein, wenn ein Landesverband sich volksnah zeigt. ich kann sie ja nicht leiden, aber wenn die in burbach 10% stimmen holen dann müssen die ja auch was richtig machen im Umgang mit den leuten, leider. diese volksnähe ist verdammt gefährlich, weil die nur so an stimmen und unterstützer kommen
 
Björn Dienstag, 24.Februar 2015, 10:26 Uhr:
Hab ich den "Skandal" irgendwie überlesen? Eine NPD Kreisvorsitzende feiert ihren Geburtstag und es ist auch ein NPD Kommunalpolitiker zu Gast. SKANDAL!!!

Scheint ja nicht viel los zu sein, wenn ihr aus sowas einen Artikel macht.

Gestern waren übrigens über 300 Menschen in Schwerin auf der Straße um Gesicht zu zeigen gegen die verfehlte Asyl- und Ausländerpolitik in diesem Staat. Lediglich eine handvoll Gegendemonstranten standen verirrt an der Seitenstraße. Und es wurde extra pünktlich zu Beginn der MVgida Veranstaltung die Beleuchtung am Schloß wieder eingeschaltet. Danke nochmal dafür.
 
Roichi Dienstag, 24.Februar 2015, 12:48 Uhr:
@ Björn

Wie haben wir doch deine Hurra-Berichterstattung vermisst. Die Partei blüht, der Endsieg ist nah und Björn jubelt.
Alles beim Alten.

Dass eine Partei mit solchen Nasen nicht ernstgenommen werden kann, spielt da natürlich keine Rolle.
Ja natürlich hast du die Hälfte überlesen. Ist ideologisch ausgeblendet.
 
JayBee Mittwoch, 25.Februar 2015, 09:16 Uhr:
@ Björn

"Lediglich eine handvoll Gegendemonstranten standen verirrt an der Seitenstraße."

Also, wenn bei Dir 200 Gegendemonstranten eine Handvoll sind, was sind denn eigentlich Deine "über 300" MVGida-Demonstranten? Du und Dein Zahlenverständnis. Übrigens: Für die 200 Gegendemonstranten auf zwei Veranstaltungen finde ich Belege im Netz.

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/83338/2957090/pol-sn-friedlicher-demonstrationsverlauf-in-schwerin

Für Deine "über 300 Menschen" finde ich keine Belege. Sind die von Dir selbst gezählt? Naja, dann ist das auch wie nicht gezählt...
 
Björn Mittwoch, 25.Februar 2015, 12:09 Uhr:
@Roichi

Und mit welchem Satz bejubel ich irgendetwas? Ich mache mich darüber lustig, dass Endstation Rechts nun schon eine normale Geburtstagsfeier auf der nichts interessantes passierte als NPD Skandal hinzustellen versucht. Immerhin trauen sie sich jetzt wieder meine Kommentare zu veröffentlichen. Ein System in der Zensur lässt sich nicht wirklich ausmachen. Kommt wahrscheinlich immer drauf an wer grad Dienst schiebt.

P.S. Was hab ich denn deiner Meinung nach überlesen?

@JayBee

Die Gegendemo war von unserem Startplatz etwa 100 Meter entfernt. Da waren ca 150 Genossen. Noch vor dem Beginn der MVgida Veranstaltung gingen die meisten nach Hause und eine handvoll Gestalten postierten sich am Straßenrand um "Nie wieder Deutschland" zu grölen. Die wurden dann mit Helau-Rufen veräppelt, woraufhin sie eingeschnappt von dannen zogen.

Besonders erheiternd waren die verwirrten Gesichter der linken Faschisten als unsere Demo den kläglichen roten Rest mit Nazis Raus-Rufen begegnete.

Also ein rundun gelungener Abend.
 
@Björn Mittwoch, 25.Februar 2015, 18:54 Uhr:
Wow, Björn hat über 300 aus ganz MV herangekarrte NPDgidasten gezählt. Der Rückhalt in der Bevölkerung scheint wirklich grandios zu sein. ^^
Selbstverständlich ist das für ihn ein Riesenerfolg. Sonst und anderswo bewegen sich die Teilnehmerzahlen bei NPD-Demos ja eher im unteren zweistelligen Bereich.
Hmm dreiHUNDERT... Ja, ihr seid schon ein niedliches "Wir sind das Volk"-Volk :D

"Besonders erheiternd waren die verwirrten Gesichter der linken Faschisten als unsere Demo den kläglichen roten Rest mit Nazis Raus-Rufen begegnete."
Wohin wollt ihr denn? Raus aus MV? Raus aus Deutschland? Vielleicht auf den Mond? Pastörs Hand in Hand mit seinem Groupie Björn. Lasst doch endlich Worten Taten folgen, ihr Maulhelden.
Selbst du wirst doch spätestens nach dem letzten Wahldebakel in Hamburg gemerkt haben, wie überflüssig die NPDingens im Lande ist.

PS: Mit der deutschen Sprache stehst du wohl auf dem Kriegsfuß?
 
Det Mittwoch, 25.Februar 2015, 18:56 Uhr:
Wie, Moderator freigegeben, bei anderen nennt man das Zensur, aber das
obliegt, ja auch der Betrachtungsweise!
 
Roichi Mittwoch, 25.Februar 2015, 19:07 Uhr:
@ Björn

Deinen dritten Absatz hast du schon zur Kenntnis genommen?
Deine übliche Selbstbejubelung eben.

"Immerhin trauen sie sich jetzt wieder meine Kommentare zu veröffentlichen. Ein System in der Zensur lässt sich nicht wirklich ausmachen. Kommt wahrscheinlich immer drauf an wer grad Dienst schiebt."

Ach Björn. Wie oft wurde dir schon erklärt, wie das Hausrecht auf Blogs und Webseiten funktioniert?
Schreib einfach Kommentare, die weder beleidigen, noch anders strafrechtlich relevant sind.
Hast du ja schon oft genug hinbekommen.

"P.S. Was hab ich denn deiner Meinung nach überlesen? "

Unter anderem was der Skandal war.
Also die Kernaussage des Artikels.

"Die Gegendemo war von unserem Startplatz etwa 100 Meter entfernt. Da waren ca 150 Genossen."

Dann hast du immernoch sehr große Hände.
Interessant auch, dass du trotz der Entfernung alle als Genossen erkennen konntet.
Nicht, dass du dich da geirrt hast.

"Noch vor dem Beginn der MVgida Veranstaltung gingen die meisten nach Hause und eine handvoll Gestalten postierten sich am Straßenrand"

Abgesehen von dir dürfte das sonst Niemand beobachtet haben.

"Besonders erheiternd waren die verwirrten Gesichter der linken Faschisten als unsere Demo den kläglichen roten Rest mit Nazis Raus-Rufen begegnete."

Uhh. Gleich drei Beleidigungen auf einmal. Sonst war es das dann auch.
Die übliche björnsche Hurra-Berichterstattung eben.
 
JayBee Donnerstag, 26.Februar 2015, 08:42 Uhr:
@ Björn

Ich soll also Deine angebliche Beobachtung für bare Münze nehmen. Du warst doch gar nicht auf der Demo. Du redest ja auch nur von einer Gegenveranstaltung, obwohl es zwei waren. Du willst ja verwirrte Gesichter im Dunkeln bei hundert Metern Entfernung erkannt haben. Du kannst ja in der Stadt auf hundert Metern im Dunkeln auch ausmachen, wie viele Leute bei der Gegendemo waren. Nee, Björn, Du haust hier uns und Dir selbst die Taschen voll, bist einfach ein Dampfplauderer. Warst einfach nicht da.

Abgesehen davon bestehst Du doch so gerne auf Differenzierungen, bezeichnest aber pauschal alle Gegendemonstranten linke Faschisten.

Und kannst Du nun eigentlich auch belegen, wie Du auf 300 MVGida-Teilnehmer gekommen bist? Die Frage ist nämlich noch offen.

Aber ich helfe mal nach, jetzt hab ich was gefunden:
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/83338/2946227/pol-sn-schweriner-polizei-zieht-bilanz-nach-dritter-mvgida-demo

Ca. 250 MVGida-Teilnehmer. Etwas 430 Gegendemonstranten auf 2 Veranstaltungen. Gern geschehen, Björn.
 

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