von Redaktion
   

NPD schmort bei Anti-„Bilderberger“-Kundgebung im eigenen Saft

Einen Protestaufruf der örtlichen NPD gegen die gerade in Dresden tagende „Bilderberger Konferenz“ folgten heute rund 80 Parteianhänger. Trotz der aus Berlin angereisten „Parteiprominenz“, angeführt von Bundes-Chef Frank Franz, für die meisten Anwesenden nicht mehr als ein Pflichttermin.

Die NPD demonstriert in Dresden - mit mäßigem Erfolg (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Ihre einst führende Rolle in der NPD hat die sächsische NPD längst verloren. Während vor rund 15 Jahren im Freistaat die Grundsteine für den späteren bescheidenen Höhenflug der Partei, der sie in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern führte, gelegt wurden, kämpft die Gliederung heute unter der Führung von Jens Baur gegen die Bedeutungslosigkeit. Personalquerelen haben der Partei nach dem Scheitern bei der Landtagswahl heftig zugesetzt. Zwar stecken NPD-Kader landesweit hinter zahlreichen rassistischen Anti-Asyl-Protesten, profitieren kann die Partei hiervon allerdings nicht.

Kaum verwunderlich, dass sich die angeschlagene Truppe an kleineren Aktionen berauscht. Auf ihrer Facebook-Seite berichtet die NPD von einer „stimmungsvollen Kundgebung“, die heute in Dresden gegen die „Bilderberger Konferenz“, einem oftmals kritisierten privaten Treffen von Wirtschaftsvertretern, Politikern und weiteren Personen hinter verschlossenen Türen, stattgefunden habe. Dabei war die Protest-Kundgebung kaum mehr als ein Pflichttermin.

Einige der anwesenden NPD-Unterstützer suchten sich bereits vor Beginn der vier Reden Sitzplätze auf einer nahen Mauer, die sie während der gesamten knapp 90 Minuten nicht verließen. Der Altersdurchschnitt lag höher als etwa in Mecklenburg-Vorpommern, in Dresden sammelten sich eher ältere Männer in den Fünfzigern als junge Aktivisten. Passanten interessierten sich nicht für das „Schauspiel“, das nicht einmal eine Gegendemonstration auf den Plan rief.

Reden ohne Resonanz

Der Applaus fiel ebenfalls verhalten aus. Jens Baur, Stadtrat in Dresden, hielt das „Bilderberger“-Treffen für ein Instrument zur Machtsicherung der USA, das auch von den Medien kritisiert werde. Ein typisches NPD-Muster – während sonst selten Gelegenheiten ausgelassen werden, um Medien als „Lügenpresse“ zu diffamieren, müssen sie an anderer Stelle als Kronzeugen der Partei herhalten. Der Ex-Landtagsabgeordnete Arne Schimmer verstrickte sich dann in Widersprüche. Es könne nicht sein, dass „die Presse rausgehalten“ werde, sagte der 42-Jährige, gleichzeitig warf er „der großen Presse“ vor, „mitzumachen“. Trotzdem legte Baur zuvor großen Wert darauf, „kein Verschwörungstheoretiker“ zu sein.

Konnte weder die eigenen Reihen noch Passanten begeistern: NPD-Chef Frank Franz (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Bundesorganisationsleiter Sebastian Schmidtke spulte die bekannte Leier von der mangelnden Souveränität Deutschlands ab, bevor der einschlägig verurteilte Kader an Bundeschef-Chef Frank Franz übergab. Der heute gerade zu leger gekleidete Saarländer arbeitete sich an „den Eliten“ ab, die alle in einen Topf geworfen werden könnten, und sich um das eigene Volk einen Dreck scherten. Soweit, so bekannt. Selbst die Behauptung, „die wahren Massenvernichtungswaffen“ säßen „in den Medienhäusern“ sorgte kaum für Stimmung. In wenigen Tagen wird uns die NPD ihre Jubelstory präsentieren – denn das kleine Team der Propagandasendung „DS TV“ mit Emma Stabel und Jörg Hähnel war selbstverständlich auch vor Ort.

Kommentare(2)

Insider wissen mehr! Sonntag, 12.Juni 2016, 15:06 Uhr:
Der heutige Mallorca-Kneipier Apfel hatte zu seiner Zeit als Parteivorsitzender, aber auch schon die Jahre zuvor, zumindest immer einen ganzen Rattenschwanz von gekauften Freunden im Schlepptau, die seine Redeauftritte mit feurigem Applaus verschönten. Der „Firle-Franz“ jedoch scheint tatsächlich sein einziger und damit zwangsläufig auch größter Anhänger zu sein! Jetzt soll sich zu allem Überdruß auch noch eine Koalition aus verbliebener Sachsen-Maffia und PZ-Klüngel zum Zwecke seiner baldigen Ablösung bei gleichzeitiger Ausbootung der MV-Truppe nach deren allseits erwartetem Ausscheiden aus dem Schweriner Landtag formiert haben. Somit sitzen FF und die Mannen um Pastörs und Köster trotz größtmöglicher programmatischer Diskrepanzen zwangsweise in einem Boot. Das kann noch heiter werden …
 
Dennis Montag, 13.Juni 2016, 11:55 Uhr:
Die NPD feiert diese Peinlichkeit übrigens mal wieder als Erfolg. Naja, wenn einem sonst nichts bleibt....

Witzig ist übrigens dieses Zitat von der NPD-Website:
"Das NPD-Präsidiumsmitglied Sebastian Schmidtke benannte die mangelnde Souveränität Deutschlands als das Grundproblem,..."

Irgendwie wollen die Nazis das mit der Souveränität nicht kapieren. Deutschland ist vollständig souverän. Aber wenn sich die Nazis das eingestehen würden, würde die komplette Ideologie in sich zusammenbrechen.
 

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