von Redaktion
   

NPD-Deutschlandfahrt: Pleiten in Serie

Nachdem der Tourauftakt der NPD-Deutschlandfahrt amDonnerstag in Wolfsburg und Hannover bereits ins Wasser gefallen war, bewies der gestrige Zwischenstopp in Bremen, dass es für die Partei noch bitterer kommen konnte. Selbst die mageren Zuschauerzahlen des Vortages wurden nämlich unterboten.    

Dass Bremen für die Rechtsextremisten kein gutes Pflaster (mehr) ist, hatten bereits die letzten Wahlen in dem kleinen Stadtstaat gezeigt. Eine Besonderheit des Wahlrechts der Hansestadt – eine Partei muss nur in einem der beiden Wahlgebiete Bremen bzw. Bremerhaven die Fünf-Prozent-Hürde überspringen, um in die Bürgerschaft einzuziehen – sicherten den Rechtsaußenparteien zwischen 1987 und 2007 (mit der Ausnahme 1995) einen oder mehrere Sitze. Zuletzt reichte es aber nur zu 1,6 Prozent, die Sperrklausel blieb in Bremen und Bremerhaven in weiter Ferne.

Der Zuspruch zu ihren Veranstaltungen blieb dennoch so weiter hinter den eigenen Erwartungen zurück, dass er selbst den optimistischsten NPD-Strategen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben dürfte. Zu der Kundgebung in Bremen-Vegesack, die am Vormittag auf dem Programm stand, fanden sich nach Angaben der Polizei nur fünf Anhänger der rechtsextremistischen Partei ein.

Begleitet wurde die braune Mini-Demonstration von 20 bis 50 Antifaschisten, hier variieren die Angaben von NPD, Presse und Polizei stark. Mit Sprechchören zeigten diese engagiert und lautstark ihren Unmut, so dass die beiden NPD-Redner der halbstündigen Zusammenkunft, Jens Pühse und Jörg Hähnel, mit ihren Hetzreden gegen Europa kaum zu verstehen waren.

Die NPD versuchte die Veranstaltung trotzdem als Erfolg zu verkaufen. Auf ihrer Facebookseite sprach sie von „regem Interesse“. Tatsächlich ist auf einem eingestellten Bild ein Grüppchen von Zuhörern zu sehen, die von einem Kamerateam gefilmt wurden. Offensichtlich hat alleine die Anwesenheit der Presse dafür gesorgt, die Laune der NPD-Mitglieder ein wenig aufzuhellen.

Einen anderen Eindruck vermittelt das NPD-Bild aus Bremerhaven. Dort ist nämlich nur Pühse zu sehen, der seine üblichen Parolen ins weitgehend leere Rund schleuderte. Die Polizei spricht von zehn NPD-Sympathisanten, die den Weg zur Kundgebung fanden. Außerdem sei eine ebenso große Anzahl von Gegendemonstranten vor Ort gewesen. Beide Propagandaveranstaltungen seien ruhig verlaufen, hieß es aus Sicherheitskreisen.

Kommentare(7)

Wahrheitsfanatiker Sonntag, 15.Juli 2012, 13:02 Uhr:
Aber auch nur 20 bis 50 "antifaschistische" Gegendemonstranten..., klingt auch recht wenig.

War nict vor Ort also kann man auch nicht wirkliches darüber sagen.

Hier wird immer versucht alles als Pleite darzustellen und auf so mancher rechter Seite immer als Erfolg.
 
Björn Sonntag, 15.Juli 2012, 14:43 Uhr:
@Wahrheitsfanatiker

Ja da haben sie Recht. Deshalb schau ich mir auch immer beide Seten an plus Polizeibericht um ein realitätsnahes Bild zu erhalten. Faustformel: Zahlen der Linken + Zahlen der "Rechten" geteilt durch zwei. ;-)
 
Uriso Sonntag, 15.Juli 2012, 19:14 Uhr:
ja die waren gestern auch in Delmenhorst
waren aber in der Unterzahl (9 NPD Mitgleider) im Gegensatz zu den Gegendemostranten deren Zahl dürfte bei ca. 100 Leuten gelegen haben.

:http://www.weser-kurier.de/Artikel/Region/Delmenhorst/628512/Deutlicher-Protest-gegen-NPD-Kundgebung.html
 
WW Sonntag, 15.Juli 2012, 20:29 Uhr:
Wenn es ein Erfolg gewesen sein soll, dann müsste man erklären worin dieser bestand.
 
Roichi Montag, 16.Juli 2012, 08:59 Uhr:
@ WW

Die fünf waren in der Lage sich zu finden.
Das ist doch schonmal ein Erfolg.
 
Björn Dienstag, 17.Juli 2012, 20:02 Uhr:
@WW

"Wenn es ein Erfolg gewesen sein soll, dann müsste man erklären worin dieser bestand."

Der Erfolg besteht in der großen Öffentlichkeit, die die NPD für ihre politischen Ziele und Forderungen erreichen konnte. Und das mit minimalem Aufwand. Die Leute wissen jetzt, dass sich die NPD konsequent gegen den ESM stellt. Und nicht nur die Leute vor Ort, sondern alle, die das Werbefahrezeug gesehen haben und die Zeitungsartikel verfolgten. Auch das darüber geredet wird, wie hier auch, ist ein Erfolg. Und dazu reichen schon wenige Leute.
 
WW Dienstag, 17.Juli 2012, 22:05 Uhr:
Björn...

"Die Leute wissen jetzt, dass sich die NPD konsequent gegen den ESM stellt."

Die Leute wissen auch, dass sich die NPD nicht um Inhalte, sondern nur um öffentliches Gehampel Gedanken macht. Nazis hinter Gittern sind ja auch ein unterhaltsamer Anblick :-)
 

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