von Robert Scholz
   

NPD-Abspaltung „Freies Nationales Bündnis“ ohne Vorsitzende

Nicole Fortak, Vorsitzende des „Freien Nationalen Bündnisses“ (FNB), zog sich kürzlich von ihren Aufgaben zurück. Auf der Vereinsseite machte sie „persönliche Gründe“ für den Schritt verantwortlich. Sie blickte aber auch auf eine erfolgreiche Arbeit zurück und will weiter Mitglied bleiben.

Fortak war maßgeblich an der Gründung der NPD-Abspaltung beteiligt. Über Wochen schwelte ein Streit zwischen der sächsischen NPD-Fraktion und freien Kräften aus dem Vogtland über das Auftreten bei Demonstrationen. Jürgen Gansel bezeichnete die tätowierten und glatzköpfigen Kameraden als „hässliche Fratzen“. Der Rädelsführerin des „Aufstandes“, Nicole Fortak, sprach Gansel die Politikfähigkeit ab.

Dass sie aber durchaus in der Lage war, politisch zu agieren, stellte Fortak mit der Gründung des Vereins „Freies Nationales Bündnis“ unter Beweis. Vereinsvorsitzende wurde sie schließlich selbst und beschrieb ihr Bündnis im Gründungsmanifest als „neue nationale Alternative“, das den „Zusammenschluss freier Kräfte zu einem bundesweiten Bündnis“ fördern wolle. Ziel des Vereins sei „eine starke Gemeinschaft, mehr Sicherheit und soziale Gerechtigkeit“.

Dass Bündnis hatte zwar wiederholt betont, nicht gegen die NPD zu arbeiten, tat dies faktisch aber dennoch. Am augenfälligsten war dies bei den Bemühungen um eine Norderweiterung gen Berlin. Dort lag der Berliner Landesverband um Jörg Hähnel spätestens nach den Pornobild-Attacken gegen die ehemalige NPD-Kreisvorsitzende von Marzahn-Hellersdorf, Gesine Hennrich, auch öffentlich über Kreuz. Ein Teil des Verbandes trat schließlich aus der Partei aus.Hennrich war schon kurze Zeit später das erste Mal öffentlich auf einer Demonstration des FNB zu sehen. Mittlerweile sollen sich bereits zwei Kreisverbände in der Bundeshauptstadt gegründet haben.

Fortak hat also durchaus recht, wenn sie schreibt, dass der Verein in letzter Zeit „viel erreicht“ habe. Ob der Rückzug Fortaks, für den sie „persönliche Gründe“ verantwortlich gemacht hat, sich negativ auf den Verein auswirkt, lässt sich nur schwer prognostizieren. Bis zur nächsten Vorstandswahl soll Olaf Martin ihre Aufgaben übernehmen. Martin fiel in der Vergangenheit bislang nur einmal wirklich auf: Die „Freie Presse“ deckte auf, dass Martin im in Deutschland verbotenen „Blood&Honour“-Forum aktiv gewesen war.





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