von Redaktion
   

Neonazi-Hooligans mit Reichskriegsflagge: Braune Begleiterscheinungen der EM

Nicht nur die Nationalmannschaft bestimmt zu Beginn der Europameisterschaft das deutsche Fußballbild. In Lille griffen Hooligans eine Gruppe ukrainischer Fans an, während sich in den Sozialen Medien Fotos einer Reichskriegsflagge und vom Hitlergruß verbreiteten.

Screenshot Twitter (Rapahel Buschmann)

In diesem Jahr findet die Europameisterschaft zum zweiten Mal in Frankreich statt. Bereits vor 22 Jahren mobilisierte mit den „Böhsen Onkelz“ eine der damals bekanntesten Skinhead-Bands in unser Nachbarland. „Ja wir sehen uns in jeden Fall, im Sommer 84 beim Frankreichüberfall“, grölte die Gruppe im Song „Frankreich 84“ auf ihrer indizierten Debüt-LP „Der nette Mann“. „Im Sommer 84 fahren wir nach Frankreich, um unsere National-Elf siegen zu sehen und für unser Land gerade zu stehen“, hieß es in der „musikalischen“ Ankündigung.

Eine Gruppe von 18 Hooligans schaffte es gestern indes nicht über die Grenze. Die Bundespolizei stellte die auf drei Kleinbusse verteilte Gruppe in der rheinland-pfälzischen Grenzregion wahrscheinlich auf dem Weg nach Lille, wo gestern Abend die deutsche Mannschaft zum ersten Mal auf dem Platz stand. Die einschlägig bekannten Gewalttäter seien mit Sturmhauben und Mundschutz ausgerüstet gewesen, berichten die Dresdner Neuste Nachrichten. Laut Dresdner Morgenpost stammten viele der Gestellten aus Dresden und aus dem Umland der sächsischen Großstadt. Alle Teilnehmer der Reisegruppe seien polizeilich bekannt und als „Gewalttäter Sport“ eingestuft, schreibt die Zeitung weiter. Die Behörden verhinderten außerdem die Ausreise von Hooligans aus Kaiserslautern.

Hooligans randalieren

Trotzdem blieb es in der französischen Stadt nicht ruhig. Gegen 17.30 Uhr griffen rund drei Dutzend deutsche Schläger – insgesamt seien laut Sportinformationsdienst 150 gewaltbereite Hooligans in Lille – auf einem der Hauptplätze friedlich feiernde Fans des deutschen Gegners Ukraine an. Bereits seit den frühen Morgenstunden waren die „Fußball-Anhänger“ aus Deutschland aufgefallen, als besonders aggressiv wurde eine Gruppe mit Fan-Utensilien von Dynamo Dresden und Lok Leipzig beschrieben. Sie hätten, so berichtet ein Korrespondent von Spiegel Online, Passanten aus Cafes heraus mit Essen beworfen, einige von ihnen zeigten den verbotenen Hitlergruß.

Auch eine Reichskriegsflagge sei an dem Restaurant angebracht worden. Ein Foto, das mehr als 30 Personen mit Flagge zeigt, macht seit gestern in den Sozialen Medien die Runde. Mindestens einer der Männer hat sich vermummt, ein anderer hebt den Arm zum Hitlergruß.

Mit dem Dortmunder Michael Brück schaffte es einer der bekannteren deutschen Neonazis gestern Abend ins Stadion. Der Dortmunder Ratsherr und Funktionär der Splitterpartei die Rechte ist auf einem vom „Störungsmelder“ getwitterten Bild zu erkennen.

Vorfälle auch in Deutschland

Neonazis nutzten ebenfalls die Berliner Fanmeile, um ihre Gesinnung unter Beweis zu stellen. Noch vor Spielbeginn nahm der Tagesspiegel dort den Hitlergruß wahr und twitterte ein entsprechendes Foto.

 

Kommentare(2)

B aus MV Dienstag, 14.Juni 2016, 20:56 Uhr:
Was machen diese rechten Idioten da eigentlich? Rassisten sind doch ausdrücklich von der deutschen Nationalmannschaft ausgeladen worden.
 
Eckhard Sonntag, 19.Juni 2016, 07:51 Uhr:
Dazu fällt mir nur folgendes ein: Im Ausland selber randalieren, aber zuhause AfD wählen, weil sich die "Ausländer" bei uns ja nicht benehmen können!
 

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