von Torsten Sohn
   

Nach Terrorverdacht - Fitness-Club kündigte Sperre für Menschen mit Migrationshintergrund an

Ein unter Lizenz einer großen Fitness-Club-Kette geführtes Sportcenter in Güstrow hat heute nach polizeilichen Ermittlungen wegen Terrorverdachts in Güstrow und Wismar seine Mitglieder mit einem Aushang über die geänderte Hausordnung informiert. Das Fitness-Studio würde keine Mitglieder mit Migrationshintergrund mehr aufnehmen – ruderte etliche Stunden später aber zurück.

Ausschnitt aus der umstrittenen Mitteilung, Foto: Screenshot

Ein möglicher Grund für den pauschalen Ausschluss sei nach Aussage einer in dem Center beschäftigten Person die Mitgliedschaft eines wegen mutmaßlichen Terrorverdachts verdächtigten Mannes sein, der in dem Center trainiert haben soll.

Heute morgen sind in Güstrow und bei Wismar Hausdurchsuchungen erfolgt, die laut Pressemitteilung der Polizeibehörden einen „islamistischen Hintergrund“ haben sollen. Drei Personen wurden zur Gefahrenabwehr in Gewahrsam genommen, ein Sprengstoffräumkommando kam zum Einsatz, wie der NDR berichtete. Allerdings gibt die Polizei derzeit keine weitere Informationen zu den Durchsuchungen, den Fundsachen oder den Personen bekannt.

Warum nun plötzlich, ohne die Ermittlungen abwartend, alle Menschen mit Migrationshintergrund ausgeschlossen werden sollen, wollte den Güstrowerinnen und Güstrowern nicht so recht klar werden. So kommentierten Dutzende Personen auf der entsprechenden Facebook-Seite des Centers und den Google-Rezensionen.


Eine offenbar in dem Studio angestellte Person versucht die Entscheidung zu begründen

Inzwischen ist das Center ein wenig zurückgerudert und distanziert sich von dem eigenen Aushang. Der Inhalt sei nicht mit den Betreibern des Clubs abgesprochen worden und spiegele auch nicht die Philosophie der Einrichtung wider. Man heiße „auch in Zukunft alle Menschen herzlich Willkommen“.

Verantwortung trägt wie in jedem anderen Fitness-Center die Geschäftsführung, auch für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Bislang hat diese nicht erklärt, wie es zu dem rassistischen Aushang kam und wer ihn verfasste. Zudem wurden bis zu der Stellungnahme kritische Nachfragen immer wieder gelöscht und Personen auf der Facebook-Seite blockiert.

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