von Oliver Cruzcampo
   

Mvgida-Anhänger werben für Demokratie und Nazi-Aussteigerprogramm

Zum mittlerweile dritten Mal fand am Montagabend ein Mvgida-Aufmarsch statt, die Teilnehmer traten erneut äußerst aggressiv auf, wetterten pauschal gegen Asylbewerberheime. Eine Schweriner Gruppe reagierte mit einer kreativen Aktion – für die sich die Mvgida-Anhänger unfreiwillig einspannen ließen.

Mvgida-Anhänger werben für die neue Website

Gegenproteste zu den derzeit vielerorts stattfindenden Pegida-Märschen können auf Dauer ermüdend sein – zumal die „besorgten Bürger“ an Argumenten oder Fakten schlicht kein Interesse zu haben scheinen oder die pauschale Antwort oft „Lügenpresse“ lautet. Der Ableger in Mecklenburg-Vorpommern – Mvgida – stellt zudem eine besonders aggressive Variante dar. Durchsetzt von rechtsextremen Kameradschaften und NPD-Mitgliedern lautete die erste Parole am heutigen Abend: „Wir wollen keine Asylantenheime“. An dem Dresdner Positionspapier scheint in Schwerin niemand Interesse zu haben.

Eine Schweriner Gruppe wollte diesem oft dumpfen Rassismus mit einer kreativen Aktion begegnen. So wurde die Domain mvgida.de registriert und dort mehrere Inhalte platziert, wie sie von der Facebook-Seite der Gruppierung bekannt sind. Schließlich verteilten die Organisatoren unter den Mvgida-Sympathisanten mehrere Schilder, auf denen für die Website geworben wurde. Diese trugen die Pappen in der Tat vor sich her – und dachten, für ihre Bewegung so zusätzlich werben zu können. Bis 19.30 Uhr war dies auch der Fall, dann wurde der Inhalt jedoch komplett ausgetauscht.

In einer Rundmail, die auch die Redaktion von ENDSTATION RECHTS. erreichte, erklären die Organisatoren ihr Anliegen unter dem Titel „Mvgida-Anhänger werben für Demokratie und Nazi-Aussteigerprogramm“:

Tatsächlich fordert die Website „ungeliebte Pegida-Anhänger“ auf, „sich richtig zu informieren und nicht alles nachzugackern“. Ein Link zur Liste der Bundestagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern soll von dieser Seite aus die Möglichkeit geben, mit den demokratisch gewählten Volksvertretern in Gespräch zu kommen. Ein weiterer Link führt zum Leitfaden zur Durchführung einer eigenen Demonstration ohne die Vereinnahmung durch rechtsradikale und demokratiefeindliche Organisationen. Für Menschen, die sich von der rechten Szene trennen wollen, werden im dritten Link Informationen bereit gestellt.


Die Website mvgida.de nach der Umstellung

Am Ende folgt ein Hinweis, dass die Aktion parteiunabhängig und von Schweriner Einwohnern ins Lebens gerufen worden sei. Vor einigen Wochen hatten sich „Die Partei“-Mitglieder mit einem Banner unter die Dresdner Pegida-Demonstranten gemischt und konnten unentdeckt mit dem Slogan „Heimat-Orientierte Marschieren Oeffentlich FÜR Sächsisch-Teutonisches Engagement“ mitlaufen. Die fett markierten Anfangsbuchstaben ergaben den Namen „Homofürsten“. Auch die Aussteiger-Initiative EXIT hatte aus einem Neonazi-Gedenkmarsch schlicht den „unfreiwilligsten Spendenlauf“ gemacht und damit Aufmerksamkeit weit über die Landesgrenzen hinaus erreicht.  

Kommentare(17)

Sascha Dienstag, 27.Januar 2015, 12:25 Uhr:
Es heißt "Die PARTEI"....
Lügenpresse!
 
Mapi Dienstag, 27.Januar 2015, 16:01 Uhr:
genau! lügenpresse!!! ;)

zum thema: https://www.youtube.com/watch?v=qYMdlolsyUM
 
Trulla Dienstag, 27.Januar 2015, 17:18 Uhr:
Sehr gut!
 
Andy Mittwoch, 28.Januar 2015, 07:14 Uhr:
Wieder mal ein schwachsinnig und billig recherchierter Beitrag der Massen verdummenden Medien war denn einer eurer ""Journalisten" vor Ort und hat sich ein unabhängiges Bild über die Situationen der Montagsdemonstrationen der mvgida in Schwerin gemacht ?

Mit Sicherheit nicht sonst wäre ihnen weder ein aggressives noch neonazistisches auftreten der demonstaten aufgefallen. Ich gehöre weder der rechten Szene an noch der verblendeten Öko oder linken noch proasyl oder wie auch immer ihr die Fraktionen nennen an. Ich bin quasi der Deutsche durchschnittsbürger und von denen war ein Großteil der Anhänger der mvgida ebenfalls aus allen altersschichten.

Bei der derzeitigen Politik des Deutschen Staates auch kein Wunder das selbst Oma und Opa von nebenan sich solchen Bewegungen anschließen. Als allgemeiner Steuerzahler zu sehen das Deutsche Bürger kein Anspruch auf BAföG oder BAB haben weil ein elterteil doch arbeiten geht für einen Lohn der zum Sterben zu viel und fürs Leben zu wenig ist und im selben Atemzug der Deutsche sozialstaat das Etat für Ausländerhilfe um weitere 500. Mio Euro aufstockt und 100 Asylanten ein Studium bezahlt kann durchaus verärgern und in keinem Industrie Land dieser Welt ist ein Asyl (einwandern) so einfach wie in dem historisch vorbelasteten Deutschland.

Ich habe auch von vielen Augenzeugen bestätigt bekommen das die Aggression mehr von den gegen Demonstranten als von den mvgida Anhängern ausging.
Somit kann ich diesem lügenartikel nichts abgewinn.
 
dot tilde dot Mittwoch, 28.Januar 2015, 09:05 Uhr:
ja andy, selber auch nicht vor ort gewesen, nicht wahr?

hätte hätte, bernsteinkette.

.~.
 
Rocki Mittwoch, 28.Januar 2015, 09:09 Uhr:
Ich hoffe nicht, dass die Mitte Deutschlands, so schlecht deutsch spricht wie Sie.
Sie und ihre Mitdemonstranten sind nicht die deutschen Durchschnittsbürger, sonderen die deutschen Verlierer. Damit sollten Sie sich abfinden. Die Asylbewerber können nichts dafür.
 
Stefan Müller Mittwoch, 28.Januar 2015, 09:16 Uhr:
Recht herzlichen Dank noch einmal für den Beitrag. Der hat uns sehr geholfen.
Und zum Andy - wir waren vor Ort (mittendrin) und konnten unser Bild bestätigen lassen.
 
richtig gestellt Mittwoch, 28.Januar 2015, 10:06 Uhr:
Herrlich Lügenpresse und ER:
Zitat heute OZ/Brandstetter: "Ein Bericht über die Aktion..... wurde bis gestern mehrere 10000 Mal aufgerufen..." Tja waren das jetzt Wunschvorstellungen? Oder kann Herr Brandstetter nicht so mit Graf Zahl...
Stand Heute 10 Uhr 9000 und ein paar zerquetschte.. lol
 
Marc Brandstetter Mittwoch, 28.Januar 2015, 10:53 Uhr:
Sehr geehrter Herr "richtig gestellt",

haben wir es wirklich nötig, ihnen den Unterschied zwischen "Reaktionen in den Sozialen Netzwerken" (die von ihnen zitierte Zahl) und den tatsächlichen Zugriffszahlen eines Artikels erklären zu müssen? Ich hoffe nicht.

Aber bitte informieren sie sich in Zukunft frühzeitig, bevor sie substanzlose Statements als Kommentare abgeben. Das erspart ihnen Peinlichkeiten und uns die Zeit, auf diese billigen Vorwürfe reagieren zu müssen.

Ihr Marc Brandstetter
 
mattiscb Mittwoch, 28.Januar 2015, 11:13 Uhr:
".. das Deutsche Bürger kein Anspruch auf BAföG oder BAB haben weil ein elterteil doch arbeiten geht für einen Lohn der zum Sterben zu viel und fürs Leben zu wenig ist .."
Zumindest für Bafög weiß ich, dass das so nicht stimmt. Das ist ein Fall für den Höchstsatz. Es sei denn: man ist o0hne trifftigen grund über die Regelstudienzeit hinaus, hat größere Sparguthaben, anderen Einnahmen oder in letzter Zeit beim Bafög betrogen. Oder man ist zu blöd für den Antrag - aber selbst da helfen die Angestellten im Bafög-Amt gern. War jedenfalls an meinem Studienort so.
 
richtig gestellt Mittwoch, 28.Januar 2015, 12:25 Uhr:
@brandstetter
reden Sie sich nicht heraus und lesen Sie den Text in der OZ. Sie sind wieder mal erwischt worden, klappt halt nicht immer mit linken Propagandatricks. Da hilft Ihnen Ihr nachträgliches Gezappel auch nicht.
 
Michael Mittwoch, 28.Januar 2015, 14:48 Uhr:
Ich glaub es hakt:

>Ich hoffe nicht, dass die Mitte Deutschlands, so schlecht deutsch spricht wie Sie.
> Sie und ihre Mitdemonstranten sind nicht die deutschen Durchschnittsbürger,
> sonderen die deutschen Verlierer. Damit sollten Sie sich abfinden. Die
> Asylbewerber können nichts dafür.

Sehr tolle Argumentation. Rocki hat wohl einen Abschluss einer höheren Lehranstalt und bildet sich was auf seine tausend Talerchen mehr pro Monat ein.

Ihr Deutschen habt sie nicht mehr alle, links, rechts, "türkisch" oder Neonazi, alle zusammen. Statt für anständige Löhne und zukunftsorientierte Industrie einzustehen geht ihr wegen einer Religion auf die Strasse und steigt aus dem Ausstieg wieder aus und wählt brav CDU, eine angeblich rechte Partei die Millionen ins Land holt und Waffen exportiert. Wer das noch normal findet ist nicht mehr zu retten.

Deutschland hat es verdient, abzusteigen, wenn der Diskurs auf dem Niveau Rockis unwidersprochen operieren darf. Salon-Linke wie Neonazis müssen ja Zeit haben, um sich in ihrem Schund zu suhlen, während besagter Durchschnittsdeutscher überall die Integrationsarbeit mehr oder weniger still und effizient erledigt. Arroganz und Überheblichkeit führen schnell in den elitären Ruin.

Also Klappe und an Lösungen arbeiten, statt ganze Volksteile einfach abzuschreiben.

Grüsse aus dem reichen Ausland
 
Marc Brandstetter Mittwoch, 28.Januar 2015, 16:05 Uhr:
@ richtig gestellt.

Selbstverständlich habe ich den OZ-Text gelesen.
Das ändert aber nichts an meiner Feststellung, dass sie hier zwei verschiedene Zahlen durcheinander werfen. Ich habe aber wenig Lust, mich als Nachhilfelehrer zu betätigen. Trotzdem: In der OZ habe ich die internen Klickzahlen wiedergegeben, die mittlerweile übrigens die 80.000er-Marke überschritten haben. Sie aber zitieren die "Reaktionen", die unterhalb des Artikel einsehbar sind. Äpfel und Birnen also. Verstanden?

@Andy:

Wir haben bislang alle Mvgida-Aufmärsche als Beobachter begleitet. Entsprechendes Bildmaterial, das die Zusammensetzung der "Spaziergänger" dokumentiert ist in den jeweiligen Artikel aufrufbar.

Aber was rede ich. Sie werden uns ohnehin nicht glauben. Schließlich sind wir ja die "Lügenpresse".
 
Roichi Mittwoch, 28.Januar 2015, 21:54 Uhr:
@ Marc

Die gestellte Henriette trollt nur und kommt sich dabei unheimlich cool vor.
Mehr ist es nicht und wird es nicht werden.
 
uwe Lembcke Donnerstag, 29.Januar 2015, 19:00 Uhr:
Mit einer künstlich , von Gewerkschaft und anderen linkslastigen Parteifunktionären angefachten Hysterie, wird krampfhaft versucht zu verhindern, dass PEGIDA von besorgten Bürgern, die keinen Bezug zur NPD haben, zulauf bekommt. Die große Nichtwählerschaft im Land weist für einen eventuellen Zulauf genügend Potential auf, was von den oben genannten Aktivisten und Funktionären mit Sicherheit erkannt wird ( zu erkennen auch an den diffusen Ängsten vor PEGIDA) . 24h am Tag und nach Möglichkeit über Beschallungsanlagen in den Fußgängerzonen der Stadt wird von „Nazi, braunen Mob , NPD , Faschisten “ usw. , beinahe phrasenhaft und nicht selten in Fäkalsprache eingepackt, lamentiert. Solange ich denken kann, wird diese Art des Antifaschismus in Mecklenburg Vorpommern betrieben, mancherorten auch berufsmäßig. Sogar Steuergelder werden dafür neuerdings umgeschichtet. Bewirkt aber hat das bis heute nichts. Viel Wind, jedoch ohne Ergebnis. Propaganda ist eben das falsche Mittel. Freunde gewinnt man nicht mit Phrasen und Vertrauen erreicht man nur mit Taten . . . . . Beschimpfungen und Straßenkämpfe lassen erkennen , dass es um Feinbildproduktion geht, Feindbilder , die es gilt am Leben zu erhalten. Klassenkampf lebt von Feindbilder und dieser muß immer wieder aufs Neue belebt werden . Es lässt sich nicht verbergen, dass so manch ein Funktionär auch ganz gut davon leben kann.
 
Redaktion Donnerstag, 29.Januar 2015, 21:02 Uhr:
@ Uwe Lembcke Bevor wir aneinander vorbeireden, eine kurze Nachfrage: In dem Artikel dreht es sich um Mvgida! Sind Sie sich sicher, dass Sie sich darauf beziehen?
 
Uwe Lembcke Samstag, 31.Januar 2015, 21:47 Uhr:
Sollte ich irgend etwas Falsches von mir gegeben haben , dann lassen Sie es mich wissen. Ich beharre nicht auf Meinungen , die morgen sowieso nur Rauch sind. Mich ärgert nur , dass mit Propaganda heutzutage viel Geld verdient wird und das ist viel gefährlicher. . . . egal ob gegen -GIDA PE oder MV oder was es im Moment noch so alles gibt.
 

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