von Oliver Cruzcampo
   

„Maden am Knochen der NPD“ – Thüringer Funktionär tritt aus Partei aus

Die NPD verliert mit David Köckert einen weiteren umtriebigen Kader. Der Thüringer verkündete in einer Videobotschaft, die NPD mit sofortiger Wirkung zu verlassen, zahlreiche Parteimitglieder würden ihm folgen. Der Rechtsextreme nutzt den Austritt für eine Abrechnung mit seiner alten Partei und spricht von „Maden, die am Knochen der NPD nagen würden.“

Köckert auf einer Demonstration in Jena, Foto: Thomas Witzgall

Fast auf den Tag genau ein Jahr, nachdem der NPD-Funktionär David Köckert von seiner Funktion als Landesorganisationsleiter zurückgetreten ist, verlässt er nun auch die Partei in Gänze. In einer Videobotschaft, die Köckert auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hat, legt er die Gründe für den Rückzug dar. Zudem hat er offensichtlich auch die Lokalpresse über seinen Parteiaustritt informiert.

Der Greizer spricht in dem Video von „Ballast, den man doch wieder in den Landesvorstand von Thüringen gewählt hat“, nennt dabei jedoch keine Namen. Köckert bezieht sich dabei auf das vergangene Wochenende, die Gliederung hatte den Landesvorstand neu gewählt. Der farblose Tobias Kammler ist nicht länger Landeschef, Neonazi Thorsten Heise hat übernommen. Kammler bleibt jedoch stellvertretender Landesvorsitzender.

Weitere Parteiaustritte

Köckert verlässt die NPD nach eigenen Aussagen jedoch nicht alleine. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Michael Kuhn sei ebenso aus der rechtsextremen Partei ausgetreten, den beiden seien zudem „viele, viele Mitglieder“ aus dem Kreisverband gefolgt, verkündet Köckert. Als weiteren Grund für seinen Parteiaustritt nennt er den „Mutterschläger“, der für die Bundestagswahl Direktkandidat der NPD sei. Mit der Umschreibung dürfte der ehemalige Landesvorsitzende Patrick Wieschke gemeint sein, der laut im Internet veröffentlichter Akten im Jahr 1999 tätlich gegen seine Mutter vorgegangen sein soll.

„Da wir in dieser Partei ja schon einige verrückte Gesellen hatten“, führt Köckert weiter aus, „egal ob sie pädophil waren oder Sodomie, oder was es da noch alles für Krankheiten gab.“ Dies sei oft verheimlicht worden. Der Aktivist, der zuvor Mitglied der AfD war und erst vor drei Jahren der NPD beigetreten sei, hoffe darauf, dass „man diese Partei eines Tages von innen säubern“ könne und spricht von „Maden, die am Knochen der NPD nagen“ würden.


Fans der Facebook-Seite von Köckert mit interessanten Interessen, Foto: Screenshot

Köckert gilt als einer der umtriebigsten Rechtsextremisten Thüringens, über die Gruppierung Thügida, deren Vorsitzender er ist, hat er Dutzende Demonstrationen durchgeführt. Auf diese Aktivitäten wolle er sich laut eigener Aussage nun konzentrieren. „Es ist alles viel einfacher, wenn die Leute nicht das Logo der Partei mit den drei Buchstaben sehen“, sagte er vor einigen Monaten in einem Interview. Doch auch Thügida ist längst als rechtsextreme Gruppe bekannt und wird seit Längerem vom Verfassungsschutz beobachtet.

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