von Anna Müller
   

Legida verbreitet Stimmung wie zum „Reichsparteitag“

Am Freitagabend versammelten sich Anhänger des Leipziger Pegida-Ablegers bereits zum dritten Mal. Trotz schwindender Teilnehmerzahl empfinden Beobachter die Lage als immer angespannter. Offen wird nun gegen Ausländer gehetzt und Hooligans gedankt.

Schon zum zweiten Mal hatte der Leipziger Ableger der islamkritischen Pegida seinen „Abendspaziergang“ kurzfristig verlegt. Zunächst verschoben die Organisatoren die Veranstaltung von Montag auf Mittwoch, vermutlich um mehr Pegida-Anhänger in die Messestadt zu locken. Nun erfolgte kurzfristig die Vertagung auf Freitag, angeblich wegen eines Peter Maffay-Konzertes, das am Mittwoch stattfand.


Immer mehr Neonazis unter Legida-Demonstranten

Außerdem hatten sich die Organisatoren fest vorgenommen, über den „89er Ring“ zu laufen, auf dem 1989 Tausende Demonstranten für ihre Rechte stritten. Dem schob die Stadt allerdings einen Riegel vor, in dem sie nur eine stationäre Kundgebung auf dem Augustusplatz genehmigte. Das Leipziger Verwaltungsgericht und das sächsische Oberverwaltungsgericht bestätigten diese Entscheidung, nachdem Legida einen Spaziergang erzwingen wollte. Gleichzeitig hatte Legida versucht, Gegendemonstranten zu verwirren und sich verschiedene Plätze für ihre Demos zu schützen, indem sie an mehreren Orten sechs Veranstaltungen angemeldet hatten.

Noch am Sonntag hatte Legida-Organisator Silvio Rösler in Dresden den Schulterschluss mit Pegida verkündet. Trotzdem konnte Legida davon nicht profitieren. Stattdessen sank die Teilnehmerzahl bei Legida noch einmal auf ca. 1.500 Menschen, wie der MDR berichtet. Von dem „normalen Volk“ sei aber keine Spur gewesen. Die Masse der Demonstranten seien Neonazis, Hooligans und Akteure der freien Kräfte. Darunter auch alte Bekannte, wie Thomas Gerlach, der ehemalige JN-Vorsitzende Tommy Naumann und Dieter Riefling, so berichtet die LVZ.

Legida-Redner dankt Hooligans

Als Redner traten unter anderem Versammlungsleiter Silvio Rösler, Götz Kubitschek, Aktivist der Neuen Rechten, und ein Mann namens „Friedrich Fröbel“ auf. Zu hören waren altbekannte Hetzreden gegen Muslime. Fröbel warb für eine Reformation der Demokratie. Diese sei seiner Meinung nach notwendig, weil das Grundgesetz nie von den Bürgern legitimiert worden sei. Eine These, die auch unter Rechtsextremen weit verbreitet ist. Er sei für die Einführung von direkter Demokratie. Neben Rufen nach „Volksentscheiden“ gingen auch in Richtung der Politiker die Parolen „Volksverräter“ und an den Leipziger Oberbürgermeister „Jung muss weg!“.


Neu war auch der öffentliche Schulterschluss mit den Hooligans. „Die ersten, die für den Erhalt unserer Freiheit und unserer Demokratie auf die Straße gegangen sind, waren nicht die Gründer von Pegida, sondern das waren die Hooligans“, so Fröbel. Der Mann dankte den Hooligans, dass sie das „Volk vor der Antifa“ schützen würden. Die Masse jubelte Fröbel zu. Man solle sich von der Antifa, die „psychisch kranke Menschen“ seien, nicht provozieren lassen. Augenzeugen hätten sich bei diesem Auftritt an einem „Reichsparteitag“ erinnert gefühlt, berichtet die LVZ.

Zum Abschluss sang die Menge die Nationalhymne. Nach rund anderthalb Stunden wurde die Legida-Veranstaltung beendet. Immer wieder kam es zwischendurch und auch beim Abzug der Demonstranten zu Rangeleien mit Gegendemonstranten. Auch Flaschen und Böller seien von beiden Seiten geflogen.

Deutliche Mehrheit an Gegendemonstranten

Gegen die Legida protestierten rund 5.000 Menschen auf neun verschiedenen Veranstaltungen. Die größte Kundgebung „Leipzig zeigt Courage“ fand vor der Alten Hauptpost statt. Außerdem wurde der Aufzug „Refugees welcome - Solidarity with all those who are affected by racism!“ auf dem Johannisplatz durchgeführt. Mehrere Blockaden von Gegendemonstranten wurden von der Polizei geräumt. Außerdem kam es zu erneuten Anschlägen auf die Bahngleise, sodass der Zugverkehr kurzzeitig eingeschränkt werden musste.

Kommentare(6)

Björn Sonntag, 01.Februar 2015, 17:14 Uhr:
Das trotz linker Gewaltexzesse, Brandanschläge auf Bahnstrecken, Übergriffe auf Kundgebungsteilnehmer, wochenlanger Medienhetze und Grundrechtseinschränkungen durch die Behörden mindestens 1700 Menschen auf die Straße gehen, ist ein Erfolg. Da die Zahlen von der pegidafeindlichen Stadtführung stammen, darf man ruhigen Gewissens von deutlich mehr Teilnehmern ausgehen.

Die Polizei, die jahrzehntelange Erfahrungen mit Demonstrationen und dem Feststellen von Teilnehmerzahlen hat, hat diesmal extra keine Zahlen genannt. Schließlich waren die Vorgesetzten in den letzten Wochen not amused, dass die Polizei nicht die niedrigen Zahlen der Pegida-Feinde übernommen hat.

Der letzte Freitag hat wieder gezeigt, dass die politische Klasse aus Leipzig und Sachsen keine Berüphrungsängste mit linksextremen Gewalttätern hat, die wie selbstverständlich auf den Gegendemos akzeptiert wurden.

Nachdem die linksextreme Szene in Leipzig in den letzten Wochen immer wieder randalierend durch die Stadt zog und Polizeireviere, Behörden und Menschen angriff, sind die gleichen Täter herzlich willkommen in den Reihen der Gegendemonstranten. Die Brandanschläge auf die Bahn sorgten dann dafür, dass viele Menschen gar nicht erst nach Leipzig kommen konnten um auf Seiten der Legida ihre Grundrechte wahrnehmen zu können. Ein großer "Erfolg" der selbsternannten "Demokraten".

Besonders interessant ist die Begründung des Gerichtes, weshalb Legida keine Demonstration durchführen konnte:
 
Björn Sonntag, 01.Februar 2015, 17:30 Uhr:
In dieser Begründung geht das Gericht nämlich auf die Vorgänge bei der letzten Legida-Demo ein.

Und siehe da. Der Grund für die EInschränkung der Grundrechte in Form von einem Verbot der Legida-Demonstration auf dem Innenstadtring liegt einzig und allein in den zurückliegenden Gewaltexzessen der Pegida-Gegner:

https://legida.eu/images/pressebilder/Auflagenbescheid_30_01.pdf

Linke Gewalt sorgt also dafür, dass in Deutschland Grundechte beschnitten werden müssen, weil nicht genug Polizei herangeholt werden kann um den Antifa-Mob im Zaum zu halten. Und mit diesen Gewalttätern marschieren die Blockpartei-Politiker wie selbstverständlich auf.

Selbst einige Medien vermochten diesesmal nicht die linken Gewaltexzesse zu verschweigen:

"Mit Sturmmasken maskierte Linksautonome greifen in kleinen Gruppen immer wieder blitzschnell LEGIDA-Anhänger an. Dabei gibt es auch Verletzte."

"Auch Linke vom Schwarzen Block mischen mit, verjagen LEGIDA-Anhänger hinter der Oper."

"LEGIDA hat den Hauptbahnhof erreicht. Immer wieder flogen Flaschen und Böller. Die Polizei drängt sie zur Sicherheit in den Hauptbahnhof."

"LEGIDA zieht wie angesagt über die Goethestraße in Richtung Hauptbahnhof ab. Polizei schützt die Menge. Aus dem Lager der Antifa fliegen Böller in Richtung der abziehenden Menschen."

https://mopo24.de/nachrichten/legida-liveticker-4225

Da ist es kein Wunder, dass viele Bürger sich nicht mehr trauen zu kommen. Für euch mag das ein Sieg sein. Für die Demokraten nicht.
 
JayBee Montag, 02.Februar 2015, 08:45 Uhr:
@ Björn

Nur ganz kurz:

"Selbst einige Medien vermochten diesesmal nicht die linken Gewaltexzesse zu verschweigen:"

Kannst Du mir bitte noch mal erklären, wann Du der Lügenpresse glaubst und wann nicht?
 
cater carlo Montag, 02.Februar 2015, 09:38 Uhr:
die braunnasen glauben der lügenpresse immer, wenn ihr text ihnen irgendwie ins konzept passt ... beim betrachten des fotos aber kam mir der untertitel in den sinn: adolfs verlorener haufen ... ;-)
 
Roichi Montag, 02.Februar 2015, 10:13 Uhr:
@ Björn

Wo hast du denn nun schon wieder eine "GRudnrechtseinschränkung durch die Behörden" gefunden?
Die Versammlung konnt stattfinden.
Vielleicht nicht, wie gewollt, aber Auflagen sind zulässig.
Oder wolltest du schonmal im Vorhinein deine Parole anbringen.

"Da die Zahlen von der pegidafeindlichen Stadtführung stammen, darf man ruhigen Gewissens von deutlich mehr Teilnehmern ausgehen."

Ich schließe mich mal Jupp an.
Wann glaubst du nun der "Lügenpresse"?
Doch nur, wenn dir das Ergebnis passt.
Als wissenschaftlich festgestellt wurde, dass die Zahlen der Veranstalter und Polizei viel zu hoch sind, hast du dich nicht beschwert.


"Schließlich waren die Vorgesetzten in den letzten Wochen not amused, dass die Polizei nicht die niedrigen Zahlen der Pegida-Feinde übernommen hat."

Warum auch mit wissenschaftlichen Untersuchungen befassen, wenn dir die Parole reicht.
Übrigens wurde nicht nur die Zahl veröffentlicht, sondern auch die Methode.
Aber methodisch kannst du ja nix. Deshalb äußerst du dich nicht dazu.

"Der letzte Freitag hat wieder gezeigt, dass die politische Klasse aus Leipzig und Sachsen keine Berüphrungsängste mit linksextremen Gewalttätern hat, die wie selbstverständlich auf den Gegendemos akzeptiert wurden."

Wenn du schon diese Aussage triffst, was ist dann mit deinen Kamerraden bei Legida? Mit den Hoooligans? Mit den Angriffen auf Journalisten?
Die existieren in deiner Welt natürlich nicht.
Mal wieder zeigst du deine Doppelmoral.

Ende Teil1
 
Roichi Montag, 02.Februar 2015, 10:14 Uhr:
Teil 2

"Besonders interessant ist die Begründung des Gerichtes, weshalb Legida keine Demonstration durchführen konnte"

Konnten sie doch.
Genau um diese geht es ja im Artikel auch.

"Der Grund für die EInschränkung der Grundrechte in Form von einem Verbot der Legida-Demonstration auf dem Innenstadtring liegt einzig und allein in den zurückliegenden Gewaltexzessen der Pegida-Gegner"

Muahaha.
Die Angriffe auf Journalisten und zum Ende der Demo sind dir mal wieder entgangen.
Dabei werden diese, sowie die Gewaltbereitschaft der Legidisten, sogar angeführt.

"Selbst einige Medien vermochten diesesmal nicht die linken Gewaltexzesse zu verschweigen:"

Was sagst du eigentlich zu den Angriffen auf Journalisten?
Immerhin auch Angriffe auf die Pressefreiheit.

Ende kommentar
 

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