von Marc Brandstetter
   

Landtagswahl Hessen: NPD legt ohne echten Wahlkampf zu

Die hessische Landtagswahl am letzten Sonntag stand im Schatten des zeitgleich stattfindenden Urnengangs zum Bundestag. Entgegen ihres Trends konnte die NPD sogar zulegen und sicherte sich Gelder aus der Parteienfinanzierung – und das mit einem kaum wahrnehmbaren Wahlkampf.  

Dem hessischen NPD-Landesverband war das eigene Abschneiden bei den Landtagswahlen am vergangenen Sonntag nur eine kurze Notiz wert. Dabei hätten die „Kameraden“ in dem Bundesland durchaus Grund zur Freude. Erstmals seit 1974 schaffte die NPD nämlich die wichtige Grenze von einem Prozent. Damit wird die von Daniel Knebel geführte Gliederung zukünftig in den Genuss von Mitteln aus der staatlichen Parteienfinanzierung kommen. „Trotz der Schaumschläger der AfD und Hetze durch die Antifa und Medien haben wir gemeinsam ein beachtliches Ergebnis geschafft“, teilte die NPD kurz und knapp mit.   

Abwanderungen in Richtung Die Rechte geschwächten Verbandes standen meist im Zeichen der Bundestagswahl. Dass die beiden Entscheidungen am selben Tag über die Bühne gingen, hat sich zugunsten der NPD, die landesweit gerade einmal auf 280 Mitglieder kommt, ausgewirkt. Für die Bundestagswahl verbuchte die Partei 34.107 Zweitstimmen (1,1 Prozent).  

In den Wahlkreisen der beiden NPD-Spitzenfunktionäre, Wetterau II bzw. Bad Hersfeld, in denen laut Frankfurter Rundschau Landeschef Knebel und der Vorsitzende des Parteinachwuchses, Martin Braun, leben, gewann die NPD stark überdurchschnittliche 2,9 Prozent und 2,2 Prozent.   

Ebenso wie auf Bundesebene verpasste die nationalchauvinistische Alternative für Deutschland mit 4,0 Prozent auch in Hessen den Parlamentseinzug (126.419 Stimmen). Keine Rolle spielten demgegenüber die REP, die auf 0,3 Prozent kamen und damit ihr 2009er-Resultat halbierten (minus 0,3 Prozentpunkte). In absoluten Zahlen verlor die Mannschaft um Parteichef Rolf Schlierer 6.207 Wählerinnen und Wähler.

Kommentare(1)

Tim Dienstag, 24.September 2013, 10:37 Uhr:
Wäre mal informativ gewesen, wenn der Autor geschrieben hätte, wie viel Gelder die NPD-Hessen nun jährlich bekommt.
 

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