von Marc Brandstetter
   

Konkurrenz am rechten Rand: NPD-Kreistagsmitglied gründet eigene Partei

Die extreme Rechte spaltet sich weiter auf. Ende September gründete sich in Heidelberg die neue Partei „Der III. Weg“. Die programmatischen Ähnlichkeiten zur NPD sind nur auf den ersten Blick verwirrend, führt die Splittergruppierung doch der NPD-Kommunalpolitiker Klaus Armstroff aus Rheinland-Pfalz.

Bekanntlich gärt es unter der Oberfläche der NPD bereits lange. Die radikalere Parteiströmung ist mit der vermeintlich weichgespülten Linie ihrer Führung um Holger Apfel höchst unzufrieden; nicht wenige Hardliner haben die NPD bereits verlassen. Unterdessen musste selbst der Parteichef den geringen Erfolgschancen seiner „Seriösen Radikalität“ Tribut zollen. Klammheimlich hat er die angepeilte Imagekorrektur wieder kassiert und im Bundestagswahlkampf eine rassistische Krawall-Kampagne gefahren. Für Ruhe sorgte dieser erneute Schwenk aber nicht. In der Parteispitze tobt derzeit eine heftige Schlammschlacht, die sich an der Kandidatur zweier NPD-Schwergewichte für den Spitzenplatz zur Europawahl entzündet.

Während in der Führungsetage noch mit harten Bandagen gekämpft wird, macht die Basis gleich Nägel mit Köpfen. So verkündete das bayerische Neonazi-Netzwerk „Freies Netz Süd“, dass „mehr als ein Dutzend Aktivisten“ in Heidelberg am 28. September „in harmonischer Atmosphäre“ eine neue Partei ins Leben gerufen hätten. Die Partei „Der III. Weg“ verstehe sich als „ganzheitliche Partei, welche neben dem Aufbau einer wahlpolitischen Alternative, auch auf der Straße ihre politischen Ansichten vertreten, sich kulturell betätigen und den Gemeinschaftsgeist innerhalb der Partei durch Sport- und Freizeitangebote vertiefen möchte“.

Als Vorsitzender der Kleinstpartei fungiert Klaus Armstroff aus dem rheinland-pfälzischen Weidenthal, wie der Bundeswahlleiter auf Anfrage von ENDSTATION RECHTS. bestätigte. Entsprechende Unterlagen seien eingegangen, aber noch nicht geprüft worden, hieß es aus Wiesbaden weiter. Armstroff zeichnet auch für die Webseite des „III. Weges“ verantwortlich. Diese brisante Personalie könnte den Landesvorstand der NPD Rheinland-Pfalz jedenfalls in Erklärungsnot bringen.

Denn der Elektriker, der in der Vergangenheit vor allem mit revisionistischen Formulierungen aufgefallen war, sitzt als Vertreter der NPD im Kreistag Bad Dürkheim. Bis vor wenigen Monaten war er außerdem im NPD-Landesvorstand aktiv, der damals von seiner Frau Dörthe geleitet wurde. Bis sie im vergangenen Sommer eine Machtprobe gegen den Pirmasenser Stadtrat Markus Walter verlor, der ihr auf dem Chefsessel nachfolgte. Privat betreibt die Familie Armstroff ein Gästehaus, in dem eine Ferienwohnung gemietet werden kann.

Diese Vorgeschichte erklärt, warum sich „Der III. Weg“ programmatisch eng an die NPD anlehnt. Die zehn Punkte des Parteiprogramms, die kaum eine DIN A4-Seite füllen, warten mit den bekannten Allgemeinplätzen der extremen Rechten auf. Die Partei setzte sich für „die Schaffung eines Deutschen Sozialismus, fernab von ausbeuterischem Kapitalismus wie gleichmacherischem Kommunismus“ ein, heißt es unter Punkt 1. Deshalb sollten „sämtliche Schlüsselindustrien, Betrieben der allgemeinen Daseinsfürsorge, Banken, Versicherungen sowie alle Großbetriebe“ verstaatlicht werden. Sie nennt das „raumgebundene Volkswirtschaft“ - im Gegensatz zur „raumorientierten Volkswirtschaft“ der NPD. 

Die fremdenfeindlichen Postionen der neuen Armstroff-Truppe stehen denen der NPD ebenfalls in nichts nach. Sie verfolgt das Ziel einer homogenen Volksgemeinschaft: „Kriminelle sowie dauerhaft erwerbslose Ausländer sind aus Deutschland stufenweise auszuweisen.“ Bei einem derart rückwärtsgewandten Weltbild scheint es daher nur „konsequent“, dass sie als Ziel die „friedliche Wiederherstellung Gesamtdeutschlands in seinen völkerrechtlichen Grenzen“ nennt.  


Foto: Screenshot

Kommentare(1)

L.B. Mittwoch, 16.Oktober 2013, 15:35 Uhr:
Aha. Der III. Weg zum IV. Reich also. Oder och zurück zum dritten?
 

Die Diskussion wurde geschlossen