von Presseservice Rathenow
   

Konfrontation bei Mahnwache für Horst Mahler

Unmittelbar vor einer Mahnwache für den zurzeit flüchtigen Holocaust-Leugner Horst Mahler ist es am Freitagabend zu Konfrontationen gekommen. Ungefähr 30 Neonazis waren in den frühen Abendstunden auf eine kleine Gruppe Sympathisierender des Bündnisses „Dessau nazifrei“ zugestürmt und hatten offenbar die körperliche Auseinandersetzung gesucht.

Teilnehmer der Mahnwache für Horst Mahler

Es blieb allerdings bei einzelnen Rangeleien und dem verbalen Schlagabtausch. Schließlich trennte die Polizei beide Gruppen räumlich. Anschließend formierten sich die Neonazis zu ihrer Mahnwache, entzündeten Fackeln und forderten auf Bannern „Freiheit für Horst Mahler“. Der Gegenprotest ließ sich jedoch davon nicht einschüchtern, positionierte sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite und zeigte ebenfalls Flagge.

Pathetische Mahnwache

Zur Mahnwache für Horst Mahler aufgerufen wurde seit dem 14. April auf der Internetseite der „Freien Nationalisten Dessau“. Laut Mitteldeutscher Zeitung soll ein Mann aus dem Dessauer Ortsteil Roßlau die Versammlung schließlich angemeldet haben. Dieser sei ein „führendes Mitglied der rechten Kameradschaftsszene in Anhalt“ und organisiere auch die sogenannten Trauermärsche, mit denen vorgeblich an die Bombardierung Dessaus während des Zweiten Weltkriegs erinnert werden soll.

Seiner Versammlung unter dem Motto „Freiheit für Horst Mahler“ folgten am Freitagabend vor allem Neonazis aus der kreisfreien Stadt Dessau-Roßlau sowie dem näheren Umland, aus den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld, Wittenberg, dem Salzlandkreis sowie den kreisfreien Städten Halle (Saale) und Magdeburg. Die Teilnehmer sammelten sich zunächst hinter einem Einkaufszentrum und marschierten dann in Richtung ihres angemeldeten Versammlungsortes. Dabei kam es dann zu der eingangs erwähnten, kurzzeitigen Konfrontation.


Kurzzeitig kam es zu Rangeleien, Foto: Presseservice Rathenow

Anschließend versammelten sich die Neonazis, darunter Akteure der „Freien Nationalisten Dessau“, der „Brigade Halle Saale“, der „Brigade Magdeburg“ und der „Brigade Bitterfeld / Nationales Kollektiv Anhalt“, mit zwei ausgebreiteten Bannern sowie schwarz-weiß-roten-Fahnen und entzündeten Fackeln.

Auf den beiden Spruchbändern waren übergroße Porträts von Horst Mahler dargestellt sowie dem Versammlungsmotto entsprechende Parolen abgedruckt.

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