Samstag, 27. August 2011

NPD und Thiazi-Forum offline – Anonymous schlägt erneut zu

Seit einigen Tagen hacken Netzaktivisten, die beim losen Anonymous-Netzwerk angesiedelt sind, erneut Neonazi-Websites. Auch die Internetseite der Bundes-NPD war davon betroffen. Dennoch werden die Angriffe kaum wahrgenommen, das mediale Echo bleibt aus.

Bloodandhonour.com war eine der ersten Seiten, die seit Mitte der Woche von einer Gruppe, die sich selbst „nicht mehr zu erreichen.

Aktuellstes Opfer ist das Thiazi-Forum, die wohl aktivste Neonazi-Plattform Deutschlands. Täglich tummeln sich dort Hunderte Neonazis, sie tauschen sich aus über anstehende Konzerte, leugnen den Holocaust und mobilisieren für Demonstrationen. Der Server steht wie bei vielen rechtsextremen Internetseiten im Ausland, dies erschwert die Strafverfolgung immens.

Das Forum der Rechtsextremen ist zwar seit gut einem Tag offline, mediale Aufmerksamkeit haben die Hacker mit den Angriffen jedoch nicht erreicht. Lediglich im eigenen Dunstkreis gratuliert man den Netz-Aktivisten zu deren Erfolgen. Aber selbst dort scheint der Rückhalt zu sinken. „Anonymous hat nicht das Recht sich als Richter auf zu spielen. Sie spielen einfach nur noch verrückt und sind in meinen Augen klare `Netzterroristen` – hauptsache zerstören“, kommentiert ein Nutzer die Attacken auf rechtsextreme Internetseiten.

Den Mitglieder der Anonymous-Gruppe, die sich nach eigenen Angaben oft nicht einmal untereinander kennen, scheint es bei den Angriffen auf Neonazi-Seiten eher um einen netten Zeitvertreib zu handeln. Klare Botschaften sucht man vergeblich, der Zeitpunkt der Online-Attacken scheint willkürlich gewählt. Auch die Berichterstattung der Leitmedien blieb aus.

Da waren die Kollegen der „No Name Crew“ erfolgreicher. Der Hackergruppe gelang es, Ende Mai einen NPD-Server lahmzulegen und mehrere Daten zu entwenden. Darunter befand dich auch eine Liste mutmaßlicher NPD-Spender. „Ich weiß, dass ich mit meiner Aktion auf ein breites Interesse der Öffentlichkeit stoßen werde. Genau das ist mein Ziel“, erklärt der Anführer der Truppe. In der Tat scheint ihm das gelungen zu sein. Alle großen Medien berichteten über seine „Crew“ und verlinkten auf die Website, u.a. „Spiegel Online“, die „Sueddeutsche“ oder auch „Welt Online“.