Dienstag, 25. Februar 2014

Keine Playstation 3 für Massenmörder Breivik

Er gilt als einer der skrupellosesten Mörder in der Geschichte Norwegens: Anders Behring Breivik. Im Sommer 2011 tötete der Rechtsextremist 77 Menschen und wurde dafür zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt. Mit seinen Haftbedingungen zeigte sich der Terrorist indes nicht einverstanden, in einem Schreiben sprach er gar von „Folter“. Außerdem stellte er darin umfangreiche Forderungen auf, die nun zurückgewiesen wurden. Da nutzte auch die Drohung mit einem Hungerstreik nichts.

Gedenkstätte für Breiviks Opfer in Oslo (Foto: Per Vad)

Der Brief, den Anders Behring Breivik verschiedenen Medien, u. a. der Nachrichtenagentur AP, zukommen ließ, ist mehrere Seiten lang. Ergänzt wird er von einem umfassenden Forderungskatalog, mit dem sich der verurteilte Massenmörder nach eigener Aussage bereits im letzten November an die Gefängnisleitung gewandt haben will. Auf rund 27 Seiten hatte er sich damals über seine Haftbedingungen beschwert, diese sogar als „Folter“ bezeichnet. Sein Anwalt Tord Jordet sagte, Breivik habe beklagt, er werde unter menschenunwürdigen Bedingungen festgehalten und dürfe außerdem seine politische Meinung nicht frei äußern.

Das menschenverachtende Weltbild des 35-Jährigen äußerte sich im Sommer 2011 im wahrscheinlich schwersten Verbrechen der norwegischen Nachkriegsgeschichte. Aus blindwütigem Hass auf Muslime und Sozialdemokraten tötete Breivik mit einem Bombenanschlag in Oslo und einer blutrünstigen Menschenjagd auf der Insel Utøya, wo die Arbeiterjugend ein Ferienlager veranstaltete, 77 Menschen. Die Opfer dort waren zwischen 14 und 51 Jahren alt, 32 von ihnen waren noch nicht volljährig. Ein Gericht verurteilte den geständigen Mörder, nachdem ein Gutachten seine Zurechnungsfähigkeit festgestellt hatte, zu 21 Jahren Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung – der Höchststrafe in dem skandinavischen Land.

Harter Knastalltag: Keine Playstation 3 für Breivik

Hinter Gittern muss der Rechtsextremist freilich auf allerlei Annehmlichkeiten verzichten. Da er in Einzelhaft sitze, brauche er ein „besseres Beschäftigungsangebot“, versicherte er den Behörden in dem oben genannten Brief. Dazu gehöre, dass die ihm zur Verfügung stehende Playstation 2 durch das Nachfolgemodell ersetzt werde. Außerdem beharrte er auf die Nutzung eines Computers sowie eines „bequemeren Bürostuhls“. Nach seiner Ansicht sollten auch die fast täglichen Leibesvisitationen ein Ende haben. Für den Fall, dass die zuständigen Stellen nicht auf seine Forderungen eingehen, kündigte der Terrorist einen Hungerstreik an: „Notfalls bis zum Tode“.

Doch die Drohung verpuffte. Die Beschwerde sei auf Grundlage der geltenden Regelungen überprüft und dann zurückgewiesen worden, teilte die Polizei laut Spiegel Online gestern mit. Weder das Gefängnis, so ein Sprecher weiter, noch die von Breivik in der Beschwerde aufgeführten Personen seien zu tadeln. Für Breivik die zweite Niederlage innerhalb weniger Monate. Zuletzt war sein Wunsch, in Olso Politikwissenschaft zu studieren, abgelehnt worden. Alleine das Vorhaben hatte in der norwegischen Hauptstadt einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Foto: Per Vad, Lizenz: CC