Montag, 22. Mai 2017

Mutmaßlicher NSU-Unterstützer wegen Körperverletzung verurteilt

In München muss sich André E. derzeit wegen mutmaßlicher Unterstützung des NSU verantworten, am Amtsgericht Zwickau wurde der Rechtsextreme derweil wegen Körperverletzung und Bedrohung zu einer Geldstrafe verurteilt. Er soll einen jungen Mann in ein Parkhaus gelockt und dort geschlagen haben.

E. am Münchner Oberlandesgericht als Angeklagter im NSU-Prozess

Zur Hauptverhandlung vor dem Amtsgericht Zwickau kam es heute, da E. einen Strafbefehl über 600 Euro nicht akzeptiert und Einspruch eingelegt hatte. Die Verhandlung sei laut MDR bereits für Mitte Januar geplant gewesen, doch da musste sich der Rechtsextreme im NSU-Prozess verantworten.

Am Montag verurteilte ihn das Gericht wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Bedrohung zu einer Geldstrafe in Höhe von 676 Euro, die sich aus 52 Tagessätzen à 13 Euro zusammensetzt und somit gegenüber dem ursprünglichen Strafbefehl noch leicht höher ausfällt.

Urteil würde in NSU-Prozess einfließen

In dem Fall, der von zahlreichen Medienvertretern begleitet wurde, soll E. eine seinerzeit 18-jährige Person geschlagen und getreten haben. Vorausgegangen war dem Angriff auf den jungen Mann ein Streit mit den damals 14-jährigen Sohn des Rechtsextremen. Zur Klärung habe sich E. mit den beiden in einem Parkhaus verabredet. Zu einem Gespräch sei es jedoch nicht gekommen. Er habe laut Anklage vor den Augen seines Sohnes auf den jungen Mann eingeschlagen und ihn mit dem Tode bedroht. Das Opfer habe Prellungen und Blutergüsse erlitten.

Der 37-Jährige muss sich derzeit im NSU-Prozess vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Ihm wird Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Sollte die heutige Strafe rechtskräftig werden, würde sie in das Urteil mit einfließen.