Dienstag, 13. Dezember 2016

Neue Morddrohungen: Chef der SPD-Bocholt tritt zurück

Wieder trifft es die SPD in Bocholt, wieder ihren Vorsitzenden Thomas Purwin: Nach neuen Morddrohungen gegen ihn und seine Familie legt der bisherige Chef des Stadtverbands sein Amt nieder. Die Drohungen nennt er „pervers, widerlich und ekelhaft“.

Foto: SPD Bocholt, vorwärts

Thomas Purwin hat genug. Nachdem unbekannte Täter sowohl die Lebensgefährtin als auch die Tochter des bisherigen Vorsitzenden der SPD in Bocholt mit dem Tode bedroht haben, legte Purwin am Dienstag sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. „Wenn es gegen meine Tochter geht, ist die Grenze erreicht“, erklärte Purwin im Gespräch mit vorwärts.de. Die SPD in Bocholt wird künftig ohne den 35-Jährigen auskommen müssen.

„Pervers, widerlich und ekelhaft“

Die Morddrohung gegen Tochter und Lebensgefährtin des Sozialdemokraten war am Sonntagabend im Postfach des SPD-Stadtverbandes gelandet. „Pervers, widerlich und ekelhaft“ nennt Purwin den Inhalt der Mail, in der er und seine engsten Familienmitglieder mit dem Tode bedroht wurde. Die unbekannten Autoren hatten damit gedroht, Purwins Tochter und seine Lebensgefährtin auf schäbigste Weise sexuell zu missbrauchen und später zu töten.

Es sind nicht die ersten Morddrohungen, mit denen sich Purwin konfrontiert sieht. Im Oktober hatte die SPD in Bocholt ihren Parteitag abgesagt, auf dem Purwin erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren sollte. Auslöser waren bereits damals anonym und per Mail verschickte Botschaften, in denen die Autoren unter anderem damit drohten, Purwin seinen „verfickten Judeschädel“ einzuschlagen. Vorwärts.de und zahlreiche überregionale Medien berichteten. Binnen weniger Tage erreichten Purwin unzählige Solidaritätsadressen. Selbst SPD-Chef Sigmar Gabriel äußerte sich damals zu dem Vorfall und sicherte seine Teilnahme am nächsten Parteitag der SPD-Bocholt zu.

NRW-SPD zeigt Solidarität

Die SPD Nordrhein-Westfalen reagierte umgehend auf die Nachricht vom Rücktritt Purwins vom Amt als Vorsitzender der SPD-Bocholt. Generalsekretär André Stinka erklärte: „Die erneuten Drohungen und Hassmails gegen Thomas Purwin sind beschämend. Sie richten sich gegen alle Demokratinnen und Demokraten. Die Täter müssen schnell identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.“ Die Entscheidung Purwins, sich mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückzuziehen, bedauere und respektiere Stinka. „Thomas Purwin kann sich darauf verlassen, dass wir weiterhin an seiner Seite stehen“, so Stinka weiter.

Artikel mit freundlicher Genehmigung des vorwärts übernommen, Autor: Robert Kiesel.