Samstag, 09. Januar 2016

NPD-Tarnorganisation Mvgida will wieder durch Schwerin marschieren

Für kommenden Montag kündigt der hiesige Pegida-Ableger Mvgida eine Demonstration durch Schwerin an. Damit kehrt die von der NPD maßgeblich beeinflusste Gruppierung zu Beginn des Wahljahres nach einer mehrmonatigen Pause in den Landeshauptstadt zurück. Die Organisatoren rechnen mit 200 Teilnehmern.

Mvgiga in Boizenburg - NPD-Kader geben den Ton an (Foto: ENDSTATION RECHTS., Archiv)

Zuletzt hatte sich Mvgida auf die kleineren Städte Mecklenburgs wie Boizenburg, Hagenow oder Wittenburg konzentriert. Die rassistische Stimmungsmache in der Landeshauptstadt überließ der Pegida-Ableger „Schwerin wehrt sich“, einer Gruppierung, unter deren Dach sich vermeintliche „besorgte Bürger“ sammeln sollten. Dabei war die Nähe zur NPD offensichtlich. Nicht nur, dass sich Parteikader an den „Spaziergängen“ beteiligten; die „Schwerin wehrt sich“-„Macher“ pflegten Kontakte zu der extrem rechten Szene. Zuletzt war es um die Hetzer allerdings ruhiger geworden. Wohl, weil zwei Strippenzieher in den Fokus der Ermittlungsbehörden gerieten. Sie standen im Verdacht, sich zu einer Straftat verabredet zu haben.

NPD-Versteckspiel

Nun kehrt Mvgida nach Schwerin zurück. Dort hatte die selbsternannte „Protestbewegung“ vor gut einem Jahr ihre ersten Demonstrationen organisiert. Dieses „Jubiläum“ nehmen die Rassisten zum Anlass, für Montag, den 11. Januar zu einem weiteren Aufmarsch zu mobilisieren. Treffpunkt ist erneut der „Alte Garten“ in der Nähe des Schlosses, in dem der Landtag untergebracht ist. Die Route der erwarteten 200 Teilnehmer soll durch die Innenstadt führen, zwei Kundgebungen sind vorgesehen. „Schwerin wehrt sich“ rührt ebenfalls die Werbetrommel.

Die Anmeldung erfolgte wie zuletzt durch einen NPD-Kader. Die anfangs aufgebaute Fassade einer vermeintlichen Überparteilichkeit der Proteste ist längst zusammengefallen. Während das Landesvorstandmitglied Michael Grewe den Demonstrationszug dirigierte, übernahm Fraktionschef Udo Pastörs den Part des Einpeitschers. Unterstützt wurde der rechtskräftig verurteilte 63-Jährige von seinem Wahlkreismitarbeiter Andreas Theißen, der auf der Wegstrecke Parolen wie „Merkel muss weg“ vorgab. Die Partei war sich nicht einmal zu schade, ihre alten Wahlkampfplakate mit abgeschnittenem Logo zu recyceln. Trotzdem scheinen einige Mvgida-Unterstützer noch nicht begriffen zu haben, dass sie für eine NPD-Tarnorganisation auf die Straße gehen. In den Sozialen Netzwerken erhebt diese Minderheit die Forderung nach einer Distanzierung von der NPD. Längst sind Beobachter gespannt, wann die Parteiführung die Maskerade beendet und im Wahljahr unter eigener Flagge marschiert.

Rassistischer Hetze widersprechen

„Schwerin für alle“ und das „Aktionsbündnis für ein friedliches und weltoffenes Schwerin“ rufen derweil zu Gegenprotesten auf. „Wir stellen uns gegen alle, die Ängste, Hass und Menschenfeindlichkeit schüren“, heißt es von den Mvgida-Gegnern. Ihre Veranstaltung, in dessen Verlauf ebenfalls eine Demonstration geplant ist, beginnt um 17.30 auf dem Marienplatz. Die Abschlusskundgebung wird auf dem Markt über die Bühne gehen.