Freitag, 02. Dezember 2016

Lutz Bachmann unter Aufsicht? – „Bastarde“ und Volksverhetzung aus Posting gelöscht

Erst am Mittwoch wurde Lutz Bachmann, seines Zeichens „Pegida-Kopf“, Exilant und Wiederholungstäter, vom Dresdner Landgericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Zwei Tage später bezeichnet er britische Protagonisten einer selbsterklärten „Sitten-Polizei“ als „geisteskranke Bastarde“ und unterstellt: „Sharia Law, das ist, was Moslems wollen […]“ Wenige Minuten später ist der Text entschärft. Steht Lutz Bachmann unter Aufsicht?

Screenshot des Facebook-Postings von Lutz Bachmann vom 2. Dezember 2016.

Die Verlesung von Lutz Bachmanns Vorstrafenregister vor Gericht dauerte jüngst rund 45 Minuten. Mit dabei u. a. Körperverletzung, Einbruch, Drogenhandel und Diebstahl. Seit dieser Woche auch Volksverhetzung. Bachmann gestand im Vorfeld, auf Facebook Ausländer als „Viehzeug“, „Gelumpe“ und „Dreckspack“ beschimpft zu haben. Damit wurde seine Verurteilung rechtskräftig und eine Geldstrafe in Höhe von 9.600 Euro fällig.

Keine Einsicht ist der erste Schritt zur Verschlimmerung

Ärgern dürfte sich hierüber vor allem die Anklage. Diese hatte seinerzeit mit Blick auf Bachmanns Vorstrafen sieben Monate Haft ohne Bewährung gefordert. Das Gericht blieb deutlich darunter. Als Angebot zur sozialen Reintegration und endgültigen Besserung hat Lutz Bachmann das Urteil jedenfalls wohl nicht aufgefasst: Am Freitagmorgen veröffentlichte er auf Facebook einen Link zu einem britischen Video, in dem eine Gruppe von selbsternannten „Scharia-Wächtern“ durch einen Park läuft und Biertrinker sowie eine Frau mit Minirock über die "wahren Sitten" belehren möchte.

In seiner „Einschätzung“ zieht Bachmann sogleich vom Leder: „Was nehmen sich diese geisteskranken Bastarde heraus?“ fragt er seine Facebook-Fans. „Sharia Law, das ist, was Moslems wollen und je mehr sie werden, desto mehr werden sie es fordern und es am Ende gewaltsam durchsetzen, wenn wir nicht umgehend etwas dagegen tun […]“, fügt er hinzu und ergänzt: „#MerkelHatBlutAnDenHänden“.

Posting wird kurz darauf abgeändert

Die ersten Kommentare lassen nicht lange auf sich warten. „Die sollen die doch aus dem Land schmeißen“, schreibt eine Nutzerin. Eine zweite pflichtet bei: „wartet mal ab wenn die Türkei ihre Grenzen öffnet wie turbulent es dann wird“. [sic] Ein Kommentator mit dem Namen „Enrico“ stimmt Bachmann ebenfalls – wie er sagt – „100%“ zu, rät jedoch, die Verwendung des Wortes „Bastard“ zu überdenken. Zunächst fragt Bachmann sich noch, als was man Menschen denn bezeichnen solle, „die Jagd auf Frauen in Minirock und auf Homosexuelle machen“ und schlägt dann selber „Idioten“ vor. Nicht, ohne hinzuzufügen, dass trotzdem wahr bleiben müsse, „was wahr ist“ und wer so etwas tue, habe die Bezeichnung verdient.

Trotz Bachmanns Beharrlichkeit verschwinden die „Bastarde“ anschließend umgehend aus seinem Text und werden ersetzt. Doch damit nicht genug: Auch die verallgemeinernde Unterstellung, alle Moslems würden eine „Scharia-Polizei“ fordern und gewaltsam durchsetzen wollen, verschwindet klammheimlich und wird durch die Einschränkung ersetzt, die im Video zu Sehenden würden dieses Ziel anstreben. Womöglich steht Lutz Bachmann nach der erneuten rechtskräftigen Verurteilung unter Aufsicht, die neuerliche Entgleisungen und am Ende womöglich doch noch eine Haftstrafe verhindern soll.