Montag, 12. Dezember 2016

Großbritannien verbietet Neonazi-Gruppe

Zum ersten Mal überhaupt hat Großbritannien mit der „National Action“ eine rechtsextreme Gruppierung als terroristische Organisation verboten. Ein Teil der Gruppe soll sich mit dem Mörder der Labour-Abgeordneten Jo Cox solidarisiert haben.

Mitglieder der Gruppe auf einer Demonstration, Foto: Screenshot

Die Gruppe „National Action“ wird die erste Organisation sein, die unter dem „Terrorism Act 2000“ verboten werden wird, am Freitag muss lediglich das Parlament dieser Entscheidung zustimmen. Laut Innenministerin Amber Rudd sei die „National Action „rassistisch, antisemitisch und homophob“.

Die rechtsextreme Gruppe, die sich vor allem aus jüngeren Aktivisten zusammensetzen würde. sei durch zahlreiche Demonstrationen und Agitation im Internet aufgefallen. Nachdem die Labour-Abgeordnete Jo Cox im Juni von einem Rechtsextremisten ermordet wurde, hätte die in wenigen Tagen offiziell verbotene Gruppe laut „theguardian“ auf ihrer Website den Slogan „Death to traitors, freedom for Britain“ platziert. Dies war die einzige Aussage von Cox´ Mörder vor Gericht.


Propaganda auf der Website der „National Action“, Foto: Screenshot

Auf ihrer noch aktiven Website veröffentlicht die „National Action“ auch ein Anforderungsprofil für potentielle Mitglieder. So seien sie stolz mit jeder Person zusammenzuarbeiten, solange diese weiß sei. Laut Eigenbeschreibung seien sie eine Jugendorganisation, ältere Mitglieder könnten Unterstützerfunktionen einnehmen. Zudem könnten Personen, die „ernsthafte mentale Probleme“ hätten, nicht Mitglied werden. „Schizophrenie, Autismus oder Homosexualität“ könnten zum Ausschluss führen. Mitglieder der Organisation müssten anonym agieren.

Zudem verbreiteten die Rechtsextremen auf Twitter ein Foto, dass zwei Anhänger im ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald mit Hiltergruß zeigt. Auch sollen Mitglieder bereits an Neonazi-Demos in Deutschland teilgenommen haben.