Donnerstag, 06. Februar 2014

Schlechter Verlierer: NPD stellt Strafanzeige nach Wiederveröffentlichung von YouTube-Video

Der Kommunalpolitiker Patrick Dahlemann hatte einen Etappensieg eingefahren. Seit Mittwoch ist sein bekanntes YouTube-Video wieder aufrufbar. Das US-Unternehmen hat die durch die NPD beantragte Sperrung wieder aufgehoben. Doch die Rechtsextremisten reagieren dünnhäutig und haben nun Strafanzeige gegen den Jungpolitiker gestellt.

Sichtlich erfreut postete der SPD-Politiker Patrick Dahlemann am gestrigen Abend auf seinem Facebook-Profil: „Unser Video ist wieder online! Youtube hat den Widerspruch der NPD zurückgewiesen. Sieg gegen die Neonazis!“ Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Rund 1.500 Personen haben dafür ein „Like“ gegeben.

In der Tat ist das Video wieder online abrufbar und hat mittlerweile die Marke von 200.000 Aufrufen geknackt. Über einen Zeitraum von rund 10 Tagen war es nicht verfügbar, da die NPD bei dem US-Unternehmen eine Urheberrechtsverletzung monierte. Schließlich wurde das Video gesperrt und konnte auf dem Profil vom Patrick Dahlemann nicht mehr aufgerufen werden. Der Popularität tat dies jedoch keinen Abbruch. Unzählige Nutzer luden das Video erneut bei YouTube hoch.

Dahlemann hatte zusätzlich Widerspruch gegen das blockierte Video eingelegt – mit Erfolg:

Wir haben deine Gegendarstellung zu dem bzw. den folgenden Video(s) gemäß dem US-amerikanischen Urheberrechtsgesetz (Digital Millennium Copyright Act) bearbeitet:

·         http://www.youtube.com/watch?v=YlIj0uRG99Q

Dieser Inhalt wurde wiederhergestellt, sofern du das bzw. die Video(s) nicht gelöscht hast. Deinem Konto wird keine Strafe auferlegt.
Mit freundlichen Grüßen
Das YouTube-Team für Urheberrecht


Bereits in den vergangenen Wochen reagierte die NPD äußerst gereizt. Etliche Artikel veröffentlichten die Rechtsextremisten zu dem Kommunalpolitiker und versuchten ihn zu diskreditierten. Kein Wunder, der 25-Jährige hatte mit dem Video bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt und wurde in etliche TV-Sendungen eingeladen. Dabei wurde die NPD von den Medien als Verlierer der Auseinandersetzung mit Dahlemann dargestellt.

Der Verband um den Landesvorsitzenden Stefan Köster hat nun offenbar mit einer Strafanzeige auf das erneut abrufbare Video reagiert. Die Mitteilung ist jedoch nicht bei der NPD zu finden, verbreitet wird die Nachricht über das Neonazi-Portal „MUPinfo“, auf dem es heißt: „Das letzte Wort in der Angelegenheit ist derweil noch nicht gesprochen, die Partei hat inzwischen auch Strafanzeige gegen den Torgelower gestellt.“

In einem weiteren Absatz: „So findet sich zwar am Ende ein Hinweis `Originalvideo: NPD-Landesverband´ jedoch, erschließt sich nicht, welchen er meint. Davon gibt es schließlich 12 Stück in der BRD.“ Die Bundesseite der rechtsextremen Partei listet derzeit noch für jedes der 16 Bundesländer einen eigenen Verband auf – treten möglicherweise die ersten Auflösungserscheinungen auf?

Der SPD-Politiker sieht der Strafanzeige indes gelassen entgegen: „Letztendlich zeigt sich hier noch einmal, dass die NPD nicht an einer offenen Debatte interessiert war, als sie mir das Mikrofon anbot. Sie versuchen sich jetzt mit rechtlichen Mitteln einer Diskussion zu entziehen, die sie selber begonnen haben.“

Foto: Screenshot YouTube