Montag, 21. März 2016

Kampf um letzte Bastion: Udo Pastörs Spitzenkandidat für Landtagswahl

Die im September anstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann getrost als Schicksalswahl für die NPD bezeichnet werden. Die letzte Fraktion droht verloren zu gehen. Am Wochenende wurde Udo Pastörs erneut zum Spitzenkandidaten gewählt, auch die folgenden Listenplätze bleiben in dem starren Verband seit Jahren unverändert.

Udo Pastörs soll es nochmal richten

Über Wochen wich Udo Pastörs Nachfragen von Medien bezüglich einer erneuten Kandidatur aus. Auf dem Landesparteitag werde die Entscheidung ergehen, erwiderte der NPD-Frontmann ein ums andere Mal. Am Sonnabend kam der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern im „Nationalen Begegnungszentrum“ in Anklam zusammen, um die Landesliste für die Wahl am 4. September zu bestimmen.

Große Überraschungen sind in der starren Gliederung nicht zu erwarten und auch mangels Alternativen wurde der 63-jährige Udo Pastörs ohne Gegenkandidaten erneut auf Platz eins der Landesliste gewählt. Der Funktionär, der 93 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte, sieht das Ergebnis als „Bestätigung“ seiner Politik.

Auf den Plätzen zwei bis vier folgen Tino Müller, Michael Andrejewski und der Landesvorsitzende Stefan Köster. Somit bleiben die ersten vier NPD-Listenplätze seit mittlerweile zehn Jahren unverändert. Auf Platz fünf folgt David Petereit – alle derzeitigen Landtagsabgeordneten konnten sich auf den vorderen Plätzen positionieren. Ob es zu Kampfabstimmungen kam, kann nur vermutet werden. Pressevertreter können ohnehin nicht über die Parteitage berichten.

Mvgida-Redner auf vorderen Plätzen

Mit den anschließenden Plätzen wurden vor allem Kader bedacht, die maßgeblich das Bild der Mvgida-Demonstrationen mitbestimmen. Auf Platz sechs und sieben finden sich Andreas Theißen und Norman Runge wieder, die seit Monaten als Redner auf den Versammlungen auftreten, die wiederum von Michael Grewe angemeldet werden, dessen Name auf Platz zehn zu finden ist. Auf Platz acht positionierte sich der stellvertretende Landesvorsitzende Enrico Hamisch, gefolgt vom Fraktionsmitarbeiter Stefan Suhr.

Auf den letzten zehn Plätzen, die ohnehin keine realistische Chance auf einen Einzug in den Landtag darstellen, finden sich erstmals auch Frauen auf der Liste wieder. Auf den letzten Wahlen betrug der Männeranteil jeweils 100 Prozent. Udo Pastörs´ Ehefrau Marianne folgt nun auf Platz elf, die Landesvorsitzende der NPD-Frauenorganisation „Ring Nationaler Frauen“, Antje Menzel, auf Platz 18, sowie die Warener Stadtvertreterin Doris Zutt auf dem letzten Listenplatz.

Einige Namen von NPD-Funktionären sind auf der neuen Liste hingegen nicht mehr vertreten. Die auffälligste Personalie stellt Michael Gielnik dar. Der Beisitzer im Landesvorstand und ehemalige Landesvize scheiterte 2011 auf Platz sechs nur knapp am Einzug in das Landesparlament, in der aktuellen Liste sucht man den Funktionär vergeblich.

Der 4. September darf als Schicksalstag für die NPD betrachtet werden, sollte ein Wiedereinzug misslingen, dürfte der Absturz der Bundespartei in die Bedeutungslosigkeit kaum zu stoppen sein. 2011 konnte die NPD im Norden noch mit sechs Prozent in den Landtag einziehen. Seitdem sind jedoch etliche erschwerende Faktoren auf Bundesebene dazugekommen. Neben parteiinternen Querelen und dem laufenden Verbotsverfahren hat sich vor allem die AfD als Wahlalternative etabliert. In Mecklenburg-Vorpommern drängt die rechtspopulistische Partei auf den Einzug in das Schweriner Schloss – und fischt bewusst auch im Wählermilieu der NPD.  

Die NPD-Landesliste zur Landtagswahl im September

1. Udo Pastörs
2. Tino Müller
3. Michael Andrejewski
4. Stefan Köster
5. David Petereit
6. Andreas Theißen
7. Norman Runge
8. Enrico Hamisch
9. Stefan Suhr
10. Michael Grewe
11. Marianne Pastörs
12. Alexander Wendt
13. Dirk Bahlmann
14. Adrian Wasner
15. Marko Zimmermann
16. Kristian Belz
17. Torgai Klingebiel
18. Antje Menzel
19. Jörn Stelter
20. Doris Zutt