Freitag, 27. Dezember 2013

Ex-Porno-Star „Kitty Blair“ als NPD-Weihnachtsfrau unterwegs

Mit einer – ehemaligen? – Pornofilm-Darstellerin als Weihnachtsfrau verkleidet hat die NPD am 4. Adventssonntag in Duisburg um Zustimmung geworben.

Screenshot der NPD-Weihnachtsfrau

Mit freundlicher Genehmigung des "blick nach rechts" übernommen.

Seit Jahren schon nutzen NPD-Verbände bundesweit Weihnachtsmärkte und die Weihnachtszeit, um quasi unauffällig mit verkleideten Nikoläusen Süßigkeiten an Kinder und NPD-Propaganda an Erwachsene zu verteilen. NPD-Verbände am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen (NRW) gehen dabei noch einen Schritt weiter und lassen derlei durch „Weihnachtsfrauen“ verteilen. Junge Frauen in Stiefeln, Strumpfhosen und manchmal auch recht kurzen Weihnachtsmänteln sollen dabei als besonderer Blickfang dienen.

In diesem Jahr im Einsatz als eine der beiden „freundlichen Weihnachtsfrauen“ (NPD-Selbstdarstellung) war am letzten Sonntag vor Weihnachten in Duisburg auch Ina G., bis vor wenigen Monaten eher bekannt unter ihrem Schauspiel-Namen „Kitty Blair“. Als „Kitty Blair“ hat die junge Frau in teils extremen Pornofilmen mitgewirkt, ihre Dienste als „Erotik-Model“ angepriesen und als Sexarbeiterin für eine Agentur gearbeitet, die Gruppensex-Parties organisiert und den Mangel an Frauen dabei durch eigenes Personal aufstockt. Als „Kitty Blair“ wirkte Ina G. auch in einer Folge der RTL2-Serie „Frauentausch“ mit.

„Das von den Medien verzerrte Bild der NPD konnte auch an diesem Tage wieder erfolgreich verbessert werden“, teilte die NPD in einem Kurzbericht zu der Weihnachtsmarkt-Aktion mit. „Voll auf zufrieden“ habe sich die Duisburger Kreisvorsitzende Melanie Händelkes „mit der gelungenen Aktion“ gezeigt. Händelkes, zugleich als Beisitzerin Mitglied im NRW-Landesvorstand der NPD, posierte sogar auf einem publizierten Foto mit den beiden „Weihnachtsfrauen“. Doch über diese Propagandaaktion mit „Kitty Blair“ äußern sich „Kameraden“ in Neonazi-Foren und sozialen Netzwerken eher hämisch bis hasserfüllt.

Besonders problematisch scheint es dabei für die „Kameraden“ zu sein, dass die junge Frau auch in Pornofilmen Sex mit schwarzen Männern gehabt hat. „Deutsche, die mit Baumwollpflückern auf sexueller Grundlage verkehren, müssen geistesgestört sein“, kommentiert etwa einer. „Diese Frau hat Hochverrat an ihrem Volk und Blut begangen!“ ein anderer. Sie habe, findet einer der User, „weltweit auf ewig im Netz öffent[l]ich einsehbare Rassenschande“ begangen. Ein Forenautor aus dem Umfeld der NPD-Niederrhein teilte indes mit, dass die Frau „sich vor einer Mitgliedschaft als Aktivistin bewehren [sic!] soll. Das tut sie nun und ich finde auch sehr gut. Was die Vorzeigbaren [sic!] Frauen angeht, so können wir am Niederrhein nicht klagen.“

Foto: Screenshot Facebook