Freitag, 13. Juni 2014

Die NPD, der unvermeidliche Fußball-WM-Planer und die Suche nach Aufmerksamkeit

Alle vier Jahre erregt die Fußballweltmeisterschaft nicht nur das Interesse von Sportfreunden, sondern auch das der gesamten Öffentlichkeit. Aus diesem Grund knüpft die „Nationaldemokratische Partei Deutschlands“ (NPD) seit 2006 an das Großereignis mit teils provokanten Spielplänen an, um auf kostengünstige Weise die Aufmerksamkeit der Medien zu erregen. So überrascht es nicht, dass sich die Partei auch zum in Brasilien ausgerichteten Turnier meldet.

Der aktuelle NPD-WM-Planer (Foto: Screenshot)

Mit den Worten „Da ist er wieder: Unser inzwischen traditioneller Fußballplaner“ bewirbt die die NPD ihren „WM-Planer 2014“ und verdeutlicht dadurch, dass ihr Produkt in einer Reihe mit seinen Vorgängern steht. Im Vergleich mit dem ältesten von diesen hat der aktuelle Planer jedoch eine gemäßigte Aufmachung.

Provokation um jeden Preis

Die Reihe begann 2006 anlässlich der in Deutschland ausgetragenen Weltmeisterschaft. Zur damaligen Zeit erhöhte sich der Anteil der Nationalspieler mit Migrationshintergründen, was die NPD aufgrund ihrer rassistischen Grundhaltung ablehnte. Dementsprechend stellte sie einen ersten Planer her, dessen Titelbild auf den dunkelhäutigen Spieler Patrick Owomoyela anspielte und die Beschriftung trug: „Weiß. Nicht nur eine Trikot-Farbe! Für eine echte NATIONAL-Mannschaft!“ Zudem wandte sich der Vorsitzende Udo Voigt in einem Begleittext gegen „Multikulti und Geldschacherei“. Die deutlich rassistische Ausrichtung brachte der Partei aufgrund ihres provozierenden Charakters zwar eine große Aufmerksamkeit, aber auch einen langjährigen Rechtsstreit ein. Erst vor einem Monat wurde Udo Voigt, mittlerweile Mitglied des Europäischen Parlaments, deshalb vom Landgericht Berlin wegen Volksverhetzung zu einer einjährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt. Seine beiden Mitangeklagten, NPD-Vize Frank Schwerdt und der damalige Pressesprecher Klaus Beier, kamen mit sieben Monaten, die ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wurden, davon.

Als Folge davon gab sich die NPD bei dem 2010 in Südafrika ausgespielten Turnier gemäßigter. Das Titelblatt ihres Planers enthielt diesmal keine Abbildung, sondern zeigte nur die Aufschrift: „Laßt stolz unsere Fahne weh’n. Wir woll’n Deutschland siegen seh’n.“ Dass es sich dabei lediglich um eine taktische, wohl aus Sorge vor weiteren juristischen Schwierigkeiten erfolgte Zurückhaltung handelte, deutete der Begleittext an, in dem sich Voigt erneut gegen „Multikulti“ positionierte.

2014: Der erhoffte Aufschrei der Medien bleibt aus

Der Titel des aktuellen „WM-Planers 2014“ besteht aus dem Foto einer Faust mit der schwarz-rot-goldenen Deutschlandfahne, begleitet von dem Slogan „Wir stehen zu unseren Farben!“ Mit ihm versucht die Partei an die Planer der Jahre 2006 und 2010 anzuknüpfen. Die durch Finanzprobleme, Führungsquerelen und Wahlniederlagen belastete NPD dürfte damit die Hoffnung auf aufgeregte Medienreaktionen und somit auf öffentliche Beachtung verknüpfen.

Foto: Screenshot