Dienstag, 13. Juni 2017

Universität Halle: Identitäre bedrohen Studierende

Mitglieder der Identitären Bewegung bedrohten am Montag eine Gruppe von Studierenden der Universität Halle. Die herbeigerufene Polizei fand bei den Rechtsextremen neben Quarzhandschuhen auch ein Messer.

Nach der Bedrohung: Die Mitglieder der Identitären Bewegung werden von der Polizei befragt

An der Harz-Mensa der Universität Halle kam es am Montagmittag zu einer Bedrohungssituation, die offenbar von Mitgliedern der Identitären Bewegung hervorgerufen wurde. Diese hätte verschiedenen Zeugenaussagen zufolge mindestens zwei Personen umstellt, den kompletten Vorfall hätten sie mit der Kamera gefilmt.

Die Situation erstreckte sich offenbar über etliche Minuten, so dass die Polizei gerufen wurde und die Beamten die Klärung des Sachverhalts angehen konnten. In einer anschließenden Pressemitteilung der Polizei ist die Rede von einer fünfköpfigen Personengruppe, von der aus es „zu verbalen Beleidigungen“ und einer „verbalen Drohung“ gegen die anwesenden Studierenden gekommen sei. Zudem wurden Pfefferspray, Quarzhandschuhe sowie ein Einhandmesser bei der Gruppe gefunden und sichergestellt. Die Polizei bestätigte gegenüber ENDSTATION RECHTS., dass es sich dabei um Personen des rechten Spektrums handele.

Zudem erreichte unsere Redaktion ein Augenzeugenbericht einer Person, die sich zu dem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe aufhielt und sich mit den Aussagen der Polizei deckt. Darin heißt es, dass fünf Männer und eine Frau „zielstrebig auf einen Tisch“ zugegangen seien, an dem zwei Studierende saßen. Auch ein kurzes Video und zwei Fotos, die unserer Redaktion zugesandt wurden, zeigen Szenen aus der Vorfall.

Ehemals in Neonazi-Milieu aktiv

Bei den Rechtsextremen handelt es sich um Mitglieder der Gruppe Kontrakultur Halle, ein Ableger der Identitären Bewegung. An der Aktion war offenbar auch Melanie Sch. beteiligt, die als Melanie Halle schon bei der AfD-Wahlparty in Schwerin aufgetreten ist. Weiterhin vor Ort war Mario M., der Identitäre war zuvor bei den Jungen Nationaldemokraten aktiv und wurde u. a. wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Involviert waren zudem die umtriebigen IB-Aktivisten Dorian Sch., zuvor ebenfalls in Neonazi-Kreisen unterwegs, Philip T., sowie Florian M. und Andreas K.

Die Identitären veröffentlichten im Nachgang eine Stellungnahme auf ihrer Facebook-Seite, darin heißt es, dass sie die zwei Personen lediglich „zur Rede gestellt“ hätten, es gebe eine Verbindung zu einer Auseinandersetzung in der vergangenen Woche. Die Polizei bestätigte, dass es einen nicht näher beschriebenen Vorfall gegeben hätte, die Ermittlungen würden andauern.