Mittwoch, 26. Juli 2017

Mittelmeer-Aktion: Schiff der Identitären erneut festgehalten

Identitäre versuchen derzeit ihre „Defend Europe“-Aktion zu starten und die Arbeit von Hilfsorganisationen im Mittelmeer zu behindern. Doch das Schiff, das sie dafür gechartert haben, sitzt derzeit offenbar in Zypern fest. Ein Teil der Crew soll bereits von Bord gegangen, der Kapitän angeblich festgenommen worden sein.

Derzeit: Zypern statt Italien. Foto: Screenshot Marinetraffic

Eigentlich sollte das von den Identitären gecharterte Schiff „C-Star“ auf dem Weg nach Süditalien sein, derzeit liegt es jedoch in Famagusta auf Zypern fest. Wie die türkische Nachrichtenseite Kibris Postasi berichtet, seien der Kapitän und sein Stellvertreter wegen des Vorwurfs der Dokumentenfälschung in Gewahrsam genommen worden.

Auch die Crew betreffend kursieren derzeit verschiedene Versionen. Die Rede ist dabei von 9 Besatzungsmitgliedern und 20 Tamilen aus Sri Lanka. Letztere Gruppe sei von Bord gegangen und wolle in die Heimat zurückfliegen. Andere Quellen berichten, dass einige dieser Personen offiziell Asyl beantragen wollen – eine Bestätigung liegt bislang nicht vor.

Für die „Defend Europe“-Kampagne der Identitären stellt dies einen weiteren Rückschlag dar – erst vor wenigen Tagen wurde die „C-Star“ am Suez-Kanal gestoppt und an der Weiterfahrt gehindert. Bei dem Vorfall soll es um unvollständige Papiere gegangen sein.

Identitäre verstummen

Ursprünglich sollte es vom Suez-Kanal weitergehen ins süditalienische Catania, wo mehrere Kader der Identitären bereits vor mehreren Tagen gelandet sind und an Bord des Schiffes gehen wollen. Der Plan dürfte sich nun erneut verzögern.

Gegenüber dem „Kurier“ nennt Martin Sellner die Vorwürfe der Schlepperei gegenüber dem Kapitän „absurd“. Auffällig ist jedoch, dass die ansonsten in den sozialen Medien omnipräsenten Aktivisten derzeit auffällig ruhig sind. In einem Tweet um 13 Uhr heißt es, dass „sie alles versuchen würden“, um die Ankuft der „C-Star“ in Catania zu unterbinden und die Mission starten zu lassen.

Sollte das Schiff den Kurs Richtung Italien in Kürze fortsetzen können, würden in Catania bereits die nächsten Herausforderungen warten. Der Bürgermeister der sizilianischen Stadt hat bereits angekündigt, dass Behörden ein Einlaufen der „C-Star“ in den Hafen unterbinden sollen.

Die „identitäre Crew“, die sich in Catania eingerichtet hat, besteht aus Kadern mehrerer Länder, vor allem aus Deutschland und Österreich. Sollten sie ihre Mission demnächst starten können, laute die Devise: „Wir stellen uns ihren Booten in den Weg und verteidigen Europa!“ Gemeint sind damit Rettungsschiffe verschiedener Organisationen, die im Mittelmeer Flüchtlinge aufgreifen und an die italienische Grenze in Sicherheit bringen. Gegen Gesetze verstoßen wollen die Identitären dabei jedoch angeblich nicht.