Sonntag, 16. Juli 2017

Themar: 6.000 Neonazis feiern auf „politischer Kundgebung“

Die südthüringische Gemeinde Themar ist spätestens seit gestern Gesprächsthema in ganz Deutschland. Auf das Rechtsrock-Festival „Rock gegen Überfremdung“ kamen 6.000 Teilnehmer – und wurde somit zur größten Szene-Veranstaltung in der Geschichte des Bundeslandes.

Fotogalerie des gestrigen Festivals in Themar
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Bereits seit Wochen sprachen Sicherheitsbehörden und Szenebeobachter von 5.000 Neonazis, die zum „Rock gegen Überfremdung“ in die nur 3.000 Einwohner zählende Gemeinde Themar anreisen könnten. Kurz nach 20 Uhr twittert die Polizei Thüringen am Samstagabend, dass sie 5.955 Teilnehmer gezählt hätte. Diese Zahl war bereits im Laufe des Tages absehbar. Teils 100 Meter lang war die Schlange am Einlass der Veranstaltung. Am Nachmittag musste gar das 5.000 Quadratmeter große Gelände erweitert werden, da es für die Neonazis zu eng wurde.

Ex-AfD-Mitglied stellt Grundstück

Organisiert wurde das Rechtsrock-Festival von Tommy Frenck, umtriebiger Neonazi aus der Region und Inhaber des „Goldenen Löwen“, einer Kneipe im angrenzenden Ort Kloster Veßra, die sich seit der Eröffnung zu einem Szene-Treffpunkt entwickelt hat. Bereits im vergangenen Jahr fand in Hildburghausen das vom NPD-Mann Patrick Schröder organisierte „Rock für Identität“ statt und lockte 3.500 Neonazis in den Ort. Frenck, der bereits im letzten Jahr beteiligt war, macht sich zusammen mit Schröder das recht offen ausgelegte Versammlungsrecht in Deutschland zunutze und meldete die gestrige Veranstaltung als politische Kundgebung an. Das Landratsamt klagte dagegen, verlor jedoch in beiden Instanzen. Es wurde auch Kritik an der Argumentation der Behörde laut, die dazu führte, dass das Oberverwaltungsgericht Meiningen letztinstanzlich die Klage zurückwies. Aber auch die Vermietung des Grundstücks durch Bodo Dressel, Bürgermeister einer naheliegenden Gemeinde und bis vor Kurzem noch AfD-Mitglied, ermöglichte erst die Durchführung des Neonazi-Konzerts auf dem Gelände.

Fest steht: Das „Rock gegen Überfremdung“ war eine überaus lukrative Veranstaltung für Frenck. 35 Euro mussten seine Anhänger für ein Ticket vorab überweisen, offiziell war die Rede von einem „freiwilligen Unkostenbeitrag“. Selbst bei vorsichtiger Kalkulation dürfte der Rechtsextreme weit über 150.000 Euro durch den „Unkostenbeitrag“ eingenommen haben. Ausschank von Bier und Merchandise ist dabei nicht inbegriffen.

Um den Status der politischen Versammlung zu sichern, wurden insgesamt elf Redner angekündigt, unter anderem Dieter Riefling, Matthias Fischer vom Dritten Weg, Sascha Krolzig von der Partei Die Rechte oder Axel Schlimper von der Europäischen Aktion. Doch vor allem die Bands lockten die meisten Teilnehmer nach Themar, so waren mit Stahlgewitter und der Lunikoff-Verschwörung“ gleich zwei „Kultbands“ vertreten, auch Sleipnir, TreueOrden, Uwokaust, Flak und Blutzeugen wurden angekündigt. Gegen die letzte Band soll die Polizei laut Belltower.News Anzeige erstattet haben, da der Sänger „Sieg Heil“-Rufe auf der Bühne skandiert habe.

In zwei Wochen wartet bereits „Rock für Identität“

Bis 19 Uhr habe es laut Polizei 23 Straftaten gegeben, unter anderem kam es zu Anzeigen wegen Bedrohung, Beleidigung, Sachbeschädigung, Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz urd Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte. Anwesende Medienvertreter wurden immer wieder beleidigt, etliche zusätzliche Anzeigen wären möglich gewesen. Die Polizei gewährte der Presse einen Standort in unmittelbarer Nähe des Geländes, allerdings konnten die Reden und Auftritte der Rechtsrock-Bands kaum dokumentiert werden, nur für fünf Minuten konnte unter Polizeischutz eine andere Sicht auf Gelände und Zelt eingenommen werden.

Das Publikum setzte sich zum Großteil aus dem subkulturellen Spektrum zusammen, kaum ein Teilnehmer präsentierte nicht Bandshirts oder eindeutige politische Botschaften, die von „I love Hitler“ über „fight full of hate“ bis zu „Gegen die Regierung […] zu kämpfen ist ja ein Grundrecht und ein Sport eines jeden Deutschen“. Obwohl Redner aller drei rechtsextremen Parteien angekündigt waren, wurden prominente Vertreter kaum gesichtet. Beim Dritten Weg schien es hingegen die Ordner gegeben zu haben, mit offizieller Parteikleidung anzureisen. Mehrere Dutzend Mitglieder trugen grüne Jacke und Pullover mit Parteilogo. Da auch im Ausland mobilisiert wurde, überraschte es kaum, dass viele Neonazis aus angrenzenden Ländern anreisten, u. a. aus Skandinavien, Österreich, Schweiz und Italien. Als Gruppierungen traten in etwa die Arische Bruderschaft, Sektion Nordland, Thügida, die German Defense League oder die Aryans in Erscheinung.

Wer jetzt denkt, die kleine Gemeinde könne nun zumindest zur Ruhe kommen, täuscht sich. In nur zwei Wochen findet in Themar das von Patrick Schröder organisierte „Rock für Identität“ statt. Für den Rechtsextremen ist es eine „politische Kundgebung“, für Kritiker die nächste lukrative Rechtsrock-Veranstaltung unter dem Deckmantel des Versammlungsrechts.

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