Dienstag, 01. Dezember 2015

Rostocker Thor Steinar-Laden macht dicht

Knapp sechs Jahre ist es mittlerweile her, dass in Rostock eine Thor Steinar-Filiale die Pforten öffnete. Doch nun wirbt die bei Neonazis beliebte Marke mit einem Räumungsverkauf – Anfang kommenden Jahres soll das Geschäft schließen.

„Wir schließen unsere Filiale in Rostock“, heißt es seit einigen Tagen auf der Website von Thor Steinar. Auch die Fensterscheiben des „Haugesund“ im Kurt-Schumacher-Ring weisen mit großen Prozent-Zeichen auf ein baldiges Ende hin.

Anfang kommenden Jahres soll das Geschäft seine Pforten schließen. Dann wären sechs Jahre seit der Eröffnung im Februar 2010 vergangen. Der Eigentümer des Flachbaus wusste seinerzeit offenbar nicht, welchen Mieter er sich in die Geschäftsräume geholt hatte. „Ich möchte mit der rechten Szene nichts zu tun haben“, betonte der Mann seinerzeit und ergänzt: „Mit jetzigem Wissen hätte ich anders gehandelt, aber nun bin ich an den Mietvertrag gebunden.“ Offenbar ist der Vertrag nun ausgelaufen und wurde nicht verlängert.


Thor Steinar-Fans entfernen sich von einer rechten Kundgebung im Sommer in Grevesmühlen

Der „Haugesund“, der erst nach Betätigen der Klingel betreten werden konnte, fristete in den vergangenen Jahren ein unspektakuläres Dasein. Während ein Neonazi-Laden in der studentisch geprägten Innenstadt immer wieder Protestaktionen hervorrief und schließlich aufgab, wurde das Thor Steinar-Geschäft von keinen Gegenveranstaltungen begleitet. Das dürfte auch dem Umstand geschuldet sein, dass der Laden weit abseits des Zentrums zu finden ist, am Ende der Plattenbausiedling Dierkow, unweit der Autobahn.

In Mecklenburg-Vorpommern wird es dann nur noch die Filiale in Schwerin geben, die ebenso 2010 eröffnet wurde. Erst im Sommer verschwand in Hannover der „Tonsberg“, ein Gericht hatte zuvor den Verkauf der Marke „Thor Steinar“ untersagt.