Freitag, 02. Dezember 2016

Neueröffnung von Thor Steinar-Laden endet im PR-Desaster

Thor Steinar will auf Kundschaft aus Hamburg nicht verzichten. Der Laden in Glinde soll zum Jahresende geschlossen werden, derweil wurde eine Neueröffnung in Norderstedt großspurig angekündigt. Doch offenbar fehlen benötigte Unterlagen: Die Filiale musste nach weniger als zwei Stunden wieder schließen.

Schon seit Längerem stand eine Neueröffnung in Hamburg im Raum, nun verkündete es Thor Steinar auf deren Facebook-Seite am Donnerstagabend: „Wir laden Dich recht herzlich zur großen Neueröffnung unserer Filiale in Hamburg/Norderstedt ein.“ Heute sollte eigentlich die neue Filiale in der Segeberger Chaussee die Pforten öffnen. Doch offenbar gab es Probleme mit benötigten Unterlagen. „Der Laden ist gewerbe- und nutzungsrechtlich nicht korrekt angemeldet. Der Laden wurde jetzt geschlossen", so ein Sprecher der Polizei. Vor dem Geschäft hatten sich in den Morgenstunden etliche Polizisten und Gegendemonstranten eingefunden.

Hintergrund der Neueröffnung dürfte der ausgelaufene Mietvertrag in Glinde sein. Dort wurde im September 2011 der „Tønsberg“ eröffnet. Eine Bürgerinitiative machte seitdem gegen Laden mobil, führte nahezu täglich Mahnwachen durch und gewann auch mehrere Auszeichnungen für das anhaltende Engagement.

Zwar brachte eine Räumungsklage im Jahr 2012 keinen Erfolg, doch nun – fünf Jahre später – ist der Mietvertrag ausgelaufen. Bereits im Juli. Dennoch hat der Betreiber die Immobilie bis dato nicht geräumt, auch eine Räumungsklage ist anhängig. Seitdem werde eine Nutzungsentschädigung gezahlt, berichtet das Hamburger Abendblatt. Zum Ende des Jahres wird der Laden dann wohl endgültig geräumt, habe ein Mitarbeiter des Ladens bestätigt.

Zentrum wird gemieden

Die MediaTex GmbH, die hinter Thor Steinar steckt und die bei Neonazis weiterhin äußerst beliebte Marke vertreibt, umschifft offebar gezielt das Zentrum der Hansestadt. Beide Geschäfte sind zwar der Metropolregion Hamburgs zuzurechnen, befinden sich aber etliche Kilometer von Zentrum entfernt. Gegenproteste sollen so erschwert werden. Zuletzt gab es 2008 mit dem „Brevik“ eine Filiale direkt in der Innenstadt, nach anhaltenden Protesten schloss diese jedoch wenige Wochen später.

Seit Jahren expandiert die Marke, neben Deutschland werden nach Eigenangaben in acht weiteren Ländern Filialen betrieben, vor allem im osteuropäischen Raum. In Russland listet die MediaTex GmbH 21 Geschäfte.