Donnerstag, 28. Mai 2015

Haftentlassung: Ex-Altermedia-Betreiber kann Kampf gegen System fortsetzen

Nach dreieinhalb Jahren hinter Gittern kommt Axel Möller, der ehemalige Betreiber von Altermedia, wieder auf freien Fuß. Das Hetzportal hat in der Zwischenzeit jedoch massiv an Relevanz eingebüßt.

Axel Möller am Landgericht Rostock

Am 7. Dezember 2011 trat Axel Möller in der JVA Stralsund seine Haftstrafe an. Zuvor war er vor dem Landgericht Rostock wegen Volksverhetzung, Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, öffentlicher Aufforderung zu Straftaten, Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener und Verunglimpfung des Staates und seiner Symbole zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt worden. Wenig später kam für den Rechtsextremen ein weiteres Jahr hinter schwedischen Gardinen dazu.

Der 50-Jährige saß die gesamte Haftzeit ab – Hafterleichterungen oder gar eine vorzeitige Entlassung kamen nicht zustande. Gelegentlich wurden auf Altermedia Berichte Möllers veröffentlicht, die er aus dem Gefängnis heraus verfasste. Darin wiederholte er mehrfach, dass er sich dem verhassten System nicht anbiedern werde und jegliche Kooperation mit den Behörden verweigere. Eine vorzeitige Entlassung war hinfällig.

„Fans“ sollen Möller in Empfang nehmen

Am Freitag ist die Haftstrafe Möllers nun abgesessen. Auf seinem ehemaligen Portal wird darauf hingewiesen, dass Sympathisanten den mehrfach Vorbestraften „bei seiner Entlassung in Empfang nehmen“ könnten und veröffentlichen damit einhergehend die Adresse der Vollzugsanstalt.


Solidaritätskampagne für Möller in Rostock, als presserechtlich Verantwortlicher genannt: David Petereit

Noch im Gerichtssaal verkündete Möller im Jahr 2011, auch nach seiner Entlassung den Kampf gegen das politische System fortsetzen zu wollen – in welcher Form ist bislang ungewiss. Altermedia hat seinen Stellenwert als eines der wichtigsten und meistgelesenen Portale der Szene längst eingebüßt. Es werden lediglich Texte von anderen Seiten übernommen – eigene Inhalte produzieren die neuen Betreiber nicht.

Aber auch andere rechtsextreme Seiten ereilte seitdem ein ähnliches Schicksal. Wenige Monate nach Möllers Haftantritt kam es bei den mutmaßlichen Betreibern des Thiazi-Forums zu einer Razzia und damit dem Ende des bis dato größten Forums der rechtsextremen Szene. Die Verantwortlichen müssen sich derzeit – genau wie Möller – vor dem Landgericht Rostock verantworten. Die vom NPD-Funktionär David Petereit betriebene Seite MUPinfo ist vor einigen Wochen ohne Angabe von Gründen ebenfalls abgeschaltet worden. Bliebe noch die große Welt des Web 2.0, die Möller bislang größtenteils verborgen geblieben ist.