Donnerstag, 28. Oktober 2010

Abteilung NPD deckt auf: Wettermanipulation in Westmecklenburg?

Ist Mecklenburg-Vorpommerns Regierung womöglich für das Wetter verantwortlich? Zumindest nach Ansicht der NPD könnte dies der Fall sein. In einer kleinen Anfrage, die gewöhnlich der Opposition als Mittel zur Kontrolle der Regierung dient, zeigte sich die Fraktion besorgt über langanhaltende Kondensstreifen am Himmel. Möglicherweise werde gar das Wetter manipuliert...

Wenn es einen Preis für die skurrilste Anfrage des Jahres geben würde, die NPD dürfte zweifellos einen der vordersten Plätze belegen. Ihre aktuelle Anfrage (Drs. 5/3866) mit dem Titel „Kondensstreifen in Westmecklenburg“ spürt dem Phänomen der sogenannten „Chemtrails“ nach. Demnach bemerkten Bürger in Westmecklenburg in den letzten Monaten „häufiger Kondensstreifen von Flugzeugen, die sich nicht – wie bisher – binnen weniger Minuten auflösten, sondern sich verbreiterten und stundenlang noch sichtbar blieben.“

Erklärend schiebt die NPD nach, dass viele Bürger im Lande die Berichterstattung über die Wettermanipulation während der Olympischen Spiele 2008 in Peking verfolgt hätten. In diesem Zusammenhang sei auch der Begriff „Chemtrail“ gefallen. Als „Chemtrails“ werden laut Wikipedia „gemäß einer Verschwörungstheorie Kondensstreifen bezeichnet, die neben kondensierten Flugzeugabgasen weitere, absichtlich zugesetzte Chemikalien enthalten sollen. Sie sollen sich von normalen Kondensstreifen vor allem durch ihre Langlebigkeit und flächige Ausbreitung unterscheiden.“ Tatsächlich aber hat die chinesische Regierung nie von „Chemtrails“ gesprochen, und auch kein Geheimnis daraus gemacht, Geo Engineering zu betreiben, um etwa die Eröffnungsfeier trocken über die Bühne zu bekommen. Im Übrigen mit einem Verfahren, dass seit Langem auch in Deutschland angewandt wird, um etwa Weinreben vor Hagel zu schützen. 

Der Weinanbau kommt in M-V bekanntermaßen erst langsam wieder in Fahrt, warum sollte es also auch hier Manipulationen beim Wetter geben? Das interessiert die NPD jedoch gar nicht, sie fragt in ihrer kleinen Anfrage die Landesregierung allein, welche Erkenntnisse ihr über „Chemtrails“ und über die lang anhaltenden Kondensstreifen über Westmecklenburg vorliegen. Zu guter Letzt will sie noch wissen, ob bereits „Anzeigen wegen Wettermanipulation“ erstattet worden sind. Auf die Antwort der Landesregierung darf man also gespannt sein.