Donnerstag, 31. März 2011

Ermittlungen gegen HDJ-Nachfolge – Nächste Razzia bei NPD-Jugendorganisation

Nachdem es im Dezember bereits zu einer Razzia bei führenden Aktivisten der „Jungen Nationaldemokraten“ kam, durchsuchte die Polizei nun die Wohnung des stellvertretenden Vorsitzenden der NPD-Jugendorganisation. Offenbar ging es erneut um eine mutmaßliche Nachfolgeorganisation der verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“.

Bereits vor über einer Woche, in den Morgenstunden des 22. März, durchsuchten Polizeibeamte des Landeskriminalamtes Brandenburg auf der Basis richterlicher Durchsuchungsbeschlüsse und im Auftrag der Staatsanwaltschaft Potsdam Wohnung und Arbeitsstelle von Sebastian Richter. Der Rechtsextremist ist stellvertretender Vorsitzender der „Jungen Nationaldemokraten“.

Wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) gegenüber ENDSTATION RECHTS. bestätigte, kam es zu den Hausdurchsuchungen wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Vereinigungsverbot. Dabei wurden diverse schriftliche Unterlagen, ein Computer sowie Tonträger sichergestellt, die gegenwärtig im LKA ausgewertet werden. Weitere Angaben wollte der Sprecher aus ermittlungstaktischen Gründen nicht machen.

Auch die „Jungen Nationaldemokraten“ berichten von der Hausdurchsuchung. Demnach hätten 20 Einsatzkräfte des LKA über mehrere Stunden Unterlagen durchsucht, durch die bewiesen werden solle, „dass Richter die verbotene Heimattreue Deutsche Jugend organisatorisch weiterführe“. Richter soll Leiter einer JN-Untergruppe sein, die im Verdacht stehe, „in gleicher Art und Weise wie die HDJ, Freizeitaktivitäten für junge Nationalisten zu organisieren.“

Die Rede ist von einer sogenannten IG Fahrt und Lager. Diese weise nach Erkenntnissen des niedersächsischen Landeskriminalamtes „zahlreiche Parallelen“ zur vor zwei Jahren verbotenen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) auf. Es bestehe der Verdacht, dass handelnde Aktivisten der JN die Jugendlichen während Jugendfreizeiten und in Camps gezielt mit dem Gedankengut der Nationalsozialisten beeinflusst haben. Während der Jugendfreizeiten sollen laut LKA Niedersachsen rechtsextremistische und volksverhetzende Inhalte vermittelt worden sein.

Am 21. Dezember vergangenen Jahres kam es dann zu einer Razzia bei führenden Aktivisten der NPD-Jugendorganisation. Bei den Personen soll es sich um Hauptakteure der rechtsextremen „IG Fahrt und Lager“ gehandelt haben. Durch die Ermittlungen sahen sich die Beamten in ihrer Vermutung bestätigt, dass die HDJ sich unter dem Deckmantel der JN bundesweit neu organisiere.

Foto: Indymedia, Lizenz: CC