Mittwoch, 15. Februar 2017

Jugendschutz im Netz: Fake-News als Erfolgsgarant

Auf einer Pressekonferenz stellte jugendschutz.net aktuelle Zahlen zum Thema Rechtsextremismus online vor. 94 Prozent aller jugendgefährdenden Inhalte wurden auf Facebook, YouTube oder Twitter entdeckt. Besonders erfolgreich waren vor allem Hass-Beiträge zur vermeintlichen Kriminalität von Flüchtlingen oder skandalisierende Fake-News.

Rechtsextreme würden im Netz immer perfider vorgehen, um Jugendliche zu ködern und ihre Ideologie der Ungleichheit zu verbreiten. Vor allem anhand von frei erfundenen oder verfälschten Meldungen würde so Hass gegen Flüchtlinge, Muslime und andere Minderheiten geschürt, heißt es in der Mitteilung von jugendschutz.net. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde zusammen mit Familienministerin Manuela Schwesig und Thomas Krüger, dem Vorsitzenden der Bundeszentrale für politische Bildung, das aktuelle Lagebild vorgestellt.

„Falschmeldungen werden gezielt lanciert, um Hass zu schüren“, erlärte Stefan Glaser, stellvertretender Leiter von jugendschutz.net. Häufig werde zudem der extremistische Hintergrund bewusst verschleiert. So würden auf Facebook Neonazi-Parolen „zwischen Fotos von Erdbeerkuchen und Müsli“ auftauchen, heißt es exemplarisch. Gerade für Jugendliche, die laut Manuela Schwesig ohnehin viel Zeit online verbringen, sei es wichtig, die Gefahren im Netz zu erkennen, widersprechen zu lernen und Hass-Beiträge auch melden zu können. Politische Bildung müsse Jugendliche dabei unterstützen, Fake-News zu erkennen, Hetze entgegenzutreten und sich mit den Opfern von Hass zu solidarisieren, so Thomas Krüger.

Über die Hälfte aller Verstöße auf Facebook

Die Organisation jugendschutz.net verweist auch auf gestiegene Hinweise aus der Bevölkerung. Wurden 2014 909 Fälle über die Online-Beschwerdestelle eingereicht, waren es im vergangenen Jahr bereits 1.794. Von knapp 1.700 Jugendschutzverstößen würde rund die Hälfte volksverhetzende Inhalte aufweisen, jeweils ein Viertel würde sich aus strafbaren rechtsextremen Symbolen beziehungsweise aus sonstigen jugendgefährdenden Inhalten zusammensetzen.

Wenig überraschend tritt mit 98 Prozent die breite Masse der Verstöße in den Sozialen Netzwerken zutage, davon alleine 52 Prozent auf Facebook. Viel Reichweite hätten demnach vor allem Posts erzielt, die die vermeintliche Kriminalität von Flüchtlingen thematisiere, gezielt skandalisierende Falschmeldungen verbreiten oder mit jugendaffinen Stilmitteln agieren.

Weitere Infos auf der Seite von jugendschutz.net