Donnerstag, 13. März 2014

„Internationale Wochen gegen Rassismus“: Ich mache mit!

Mit einer Auftaktveranstaltung in der niedersächsischen Staatskanzlei in Hannover begannen am vergangenen Montag die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“, die bis zum 23. März dauern. Der Veranstaltungskalender ist prall gefüllt, mehr als 1.000 Aktionen werden bundesweit das Thema ins öffentliche Interesse rücken. In Mecklenburg-Vorpommern laden 19 Aktionen zum Informieren und Mitmachen ein.

Kein Ort für Neonazis in Schwerin (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ im letzten Jahr waren ein voller Erfolg. Auch in diesem Jahr schnürten die unterschiedlichsten Veranstalter ein dickes Aktionspaket – mehr als 1.000 Veranstaltungen werden deutschlandweit über die Bühne gehen. Unterstützt werden die UN-Wochen u. a. von der „Amadeu Antonio Stiftung“, dem „Bündnis für Demokratie und Toleranz“, der „Hans-Böckler-Stiftung“, „Pro Asyl“ und der „IG Metall“.

Auf der Auftaktveranstaltung am vergangenen Montag in Hannover sprachen neben dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil (SPD) und der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoguz, auch der Vorsitzende des Interkulturellen Rates in Deutschland, Jürgen Micksch, der die „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ hierzulande koordiniert. Der Theologe und Soziologe sagte: „Immer mehr Menschen erkennen, dass Rassismus eine Realität in unserer Gesellschaft ist. Dazu hat die Debatte über den Nationalsozialistischen Untergrund ebenso beigetragen wie Angriffe gegen Rabbiner, Kampagnen gegen Sinti und Roma, die Abwehr von Flüchtlingen an Europas Grenzen und der antimuslimische Rassismus. […] Es gibt immer mehr Menschen, die sich diesem Vorgehen entgegenstellen. Dadurch entwickelt sich bei ihnen so etwas wie eine antirassistische Identität.“

Gesellschaftlicher Rassismus? „Mohrenbräu“ (Foto: a_kep)

Der Hintergrund

Als Gedenktag an das Massaker von Sharpeville (Südafrika) im Jahre 1961, bei dem Polizisten mindestens 69 friedliche Demonstranten niederschossen, wurde sechs Jahre später der 21. März von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag zur Überwindung von Rassendiskriminierung“ ausgerufen. 1979 wurde dieser Gedenktag durch die Einladung der Vereinten Nationen an ihre Mitgliedstaaten ergänzt, eine alljährliche Aktionswoche der Solidarität mit den Gegnern und Opfern von Rassismus zu organisieren. 1996 wird schließlich von Nelson Mandela in Sharpeville die neue demokratische Verfassung Südafrikas in Gang gesetzt. Der 21. März wird seither in Südafrika als South Afrikan Human Rights Day, als „Südafrikanischer Tag der Menschenrechte“ begangen.

Mehr als 1.000 Veranstaltungen in Deutschland: Ich mache mit!

In Mecklenburg-Vorpommern laden die Organisatoren zu 19 Veranstaltungen im Rahmen der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ ein. Dazu gehörte die Ausstellung „Die Opfer des NSU und die Aufarbeitung der Verbrechen“ im Foyer des Rathauses der Hansestadt Rostock, die bis gestern lief, oder die „Workshops gegen Rassismus und Diskriminierung in Sport und Gesellschaft“ von „Show Racism the Red Card“ in der DKB Arena.

In Hamburg wird sich beispielsweise der FC St. Pauli vor seinem nächsten Heimspiel gegen den FC Ingolstadt mit einer Aktion beteiligen. Die Heinrich-Böll-Stiftung gehört nicht nur zu den Unterstützern der Kampagne, sondern bietet ab morgen ein Seminar zur „vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung“ in Berlin an. Einen kompletten Überblick gibt es auf der Webseite der „Aktionswochen gegen Rassismus“, hier kann auch gezielt nach einzelnen Veranstaltungen in verschiedenen Bundesländern gesucht werden.

Foto: a_kep, Lizenz: CC