Mittwoch, 18. Dezember 2013

Landser-Song auf Facebook: Ex-Schiedsrichter wegen Volksverhetzung verurteilt

Auf seinem Facebook-Profil postete ein ehemaliger Schiedsrichter ein Lied der verbotenen Rechtsrock-Band Landser. Nachdem sein Verein und der Fußballverband den Mann bereits ausgeschlossen hatten, wurde er nun von einem Gericht wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Mittlerweile ist der Ex-Schiri NPD-Funktionär.

Der Schwedter David W. hatte auf seinem Facebook-Account das antisemitische Lied „Wieder mal kein Tor für Türkiyemspor“ der als kriminelle Vereinigung eingestuften und seit zehn Jahren verbotenen Rechtsrock.-Combo Landser veröffentlicht. Zwar habe er sein Profil kurze Zeit später gelöscht, dennoch verurteilte das Amtsgericht Schwedt W. am Dienstag wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe.

Wie der RBB berichtet, sei das Gericht bei einer vergleichsweise niedrigen Geldstrafe von 20 Tagessätzen à 40 Euro geblieben, da der NPD-Politiker Ersttäter sei. Zudem sei er durch den Ausschluss aus seinem Fußballverein und dem Verband zusätzlich gestraft. Der Brandenburger Fußballverband und sein Verein Rotation Schwedt hatten W. zuvor bereits ausgeschlossen, nachdem die Vorwürfe bekannt geworden waren. Der ehemalige Schiedsrichter soll anschließend noch mehrfach versucht haben, seine Tätigkeit wieder aufnehmen zu können. Jedoch wollte er sich gegenüber dem Fußballverband nicht von rechtsextremem Gedankengut distanzieren – die Vereinigung schloss seine Wiederaufnahme somit aus.

Verteidigt wurde der 23-Jährige vor Gericht laut gegenrede.info vom Szene-Anwalt Wolfram Nahrath. Der letzte Vorsitzende der verbotenen Wiking-Jugend hätte in seinem Plädoyer versucht zu belegen, dass mit dem Landser-Song lediglich ein Fußballverein geschmäht, aber kein Fremdenhass geschürt wird.

Erstmals seien W.s Sympathien zur rechtsextremen Szene auffällig geworden, als der Ex-Schiri an einer NPD-Demonstration am 1. Mai 2011 in Greifswald teilnahm. Dort wurde er offenbar mit Brandenburgfahne, umgeben von bekannten Neonazis gesichtet. Im März dieses Jahres wurde der Mann zudem in den Kreisvorstand der NPD Barnim-Uckermark gewählt und hat allem Anschein nach nun dort seinen politischen Hort gefunden.  

Foto: Orazio Esposito, Lizenz: CC